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4. Juni 2011, 17:20 Uhr

Zwei Tote bei Explosionen in russischem Waffenlager

Nur eine Woche nach dem Großfeuer in einem Militärdepot in Baschkortostan, hat es erneut ein schweres Unglück in einem russischen Waffenlager gegeben. Bei der Explosion nahe Pugatschjowo ist die Zahl der Verletzten auf über 80 gestiegen, zwei Menschen starben vor Aufregung.

Weißrussland, Minsk, Anschlag, Festnahme, Explosion, Terroranschlag, 14521

Eine Aufnahme des russischen Senders NTV zeigt die verheerende Explosion© EPA/NTV

Bei der Explosionsserie in einem russischen Waffenlager in der Teilrepublik Udmurtien ist die Zahl der Verletzten auf über 80 gestiegen. Der Katastrophenschutz meldete am Samstag mehr als 20 weitere Menschen, die sich durch den Großbrand sowie umherfliegende Geschosse verletzt hatten. Es gebe auf dem Militärgelände nahe dem Ort Pugatschjowo in der Wolgaregion noch immer ein Dutzend Brandherde, hieß es. Rettungskräfte versuchten mit Spezialtechnik, der Flammen Herr zu werden. 30.000 Menschen hatten am Freitag nach der Detonationen aus ihren Häusern fliehen müssen.

Zu wenig Fachpersonal

Experten rechnen damit, dass der Brand erst in einer Woche vollständig gelöscht ist. Zwei Menschen waren vor Aufregung bei der panikartigen Flucht gestorben. Die Explosionen waren kilometerweit zu sehen gewesen. Russische Zeitungen veröffentlichten am Samstag Bilder von schweren Geschossteilen, die in Wohnvierteln eingeschlagen waren. Auf dem Militärgelände rund 950 Kilometer östlich von Moskau lagerten mindestens 5000 Eisenbahnwaggons mit rund 150.000 Tonnen Munition.

Nach diesem zweiten schweren Zwischenfall in einem Waffenlager innerhalb weniger Tage entbrannte in Russland eine Sicherheitsdebatte. Experten wiesen darauf hin, dass es wegen der einschneidenden Militärreform und Entlassungen immer weniger Fachpersonal für die Bewachung der Anlagen gebe.

Immer wieder Zwischenfälle mit Toten und Verletzten

In den Munitionsdepots mit Beständen oft noch aus Sowjetzeiten löse sich zunehmend das Metall der Geschosse auf, wodurch Sprengstoff austrete und sich leicht entzünde, schrieb die Zeitung "Komsomolskaja Prawda". Kommentatoren sprachen von einer tickenden Zeitbombe durch die Arsenale, die nicht selten in der Nähe von Wohnsiedlungen liegen. Auf dem nun betroffenen Depotgelände wurden viele Wohnhäuser für die etwa 1700 Beschäftigten und ihre Familien zerstört.

In Russland kommt es wegen maroder Militärausrüstung und Verstößen gegen die Sicherheitsvorschriften immer wieder zu Zwischenfällen mit Toten und Verletzten. Erst vor rund einer Woche hatten die Behörden in der Teilrepublik Baschkortostan am Ural wegen eines Großfeuers auf einem Militärdepot etwa 7000 Anwohner in Sicherheit gebracht. Ein Soldat hatte Munition nachlässig gelagert.

ins/DPA
 
 
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