. .
Panorama-Nachrichten
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
17. Januar 2012, 16:45 Uhr

Gesprächsprotokoll: "Concordia, alles okay?"

Sie bringen den Kapitän der "Costa Concordia" in höchste Erklärungsnot: Francesco Schettinos Telefonate mit der Hafenaufsicht. Italiens Presse hat die Gesprächsprotokolle veröffentlicht.

Costa Concordia, Francesco Schettino, gesprächsprotokoll, Hafenaufsicht, Italien, Havarie

Francesco Schettino sitzt seit Samstag in Untersuchungshaft© Rolf Niemeyer/DPA

Freitag, 21:49 Ortszeit
Hafenaufsicht: "Concordia, ist alles ok?"

Francesco Schettino: "Positiv. Wir haben nur eine kleine technische Störung."

(Anmerkung der Zeitung "La Repubblica": Wenig später, nachdem ein Passagier mit der Polizei gesprochen hat, kontaktiert die Hafenaufsicht wieder das Schiff)

Francesco Schettino:: "Wir haben bloß ein technisches Problem. Sobald wir es gelöst haben, werden wir Sie kontaktieren."

Hafenaufsicht:: "Wie viele Menschen sind an Bord?"

Francesco Schettino: "Zwei-, dreihundert." (Anmerkung der Zeitung: Es ist wahrscheinlich, dass das Schiff zu diesem Zeitpunkt, 40 Minuten nach dem Evakuierungsbefehl, noch voll besetzt war). "Ich gehe zurück zur Brücke, um nachzuschauen."

Samstag, 00:42 Ortszeit
Hafenaufsicht: "Wie viele Menschen müssen (das Schiff) verlassen?"

Francesco Schettino: "Ich habe den Eigentümer des Schiffes kontaktiert. Er sagt, dass etwa 40 Menschen vermisst werden." Hafenaufsicht: "Wie kann es sein, dass es nur so wenige Menschen sind? Sind Sie an Bord?"

Francesco Schettino: "Nein, ich bin nicht an Bord, weil das Schiff untergeht, wir haben es verlassen."

Hafenaufsicht: "Was meinen Sie, Sie haben das Schiff verlassen?"

Francesco Schettino: "Nein, nicht verlassen - ich bin hier und koordiniere die Rettungsaktion."

Hafenaufsicht: "Was koordinieren Sie da? Weigern Sie sich? Gehen Sie zurück an Bord und koordinieren Sie die Rettungsaktion von dort."

Francesco Schettino: "Nein, nein, ich weigere mich nicht."

Samstag, 01:46 Ortszeit
(Anmerkung der Zeitung: Beim dritten Telefonat ist die Stimmung gereizt)

Hafenaufsicht: "Spreche ich mit dem Kapitän?"

Francesco Schettino: "Ja, ich bin der Kapitän. Ja, hier ist Schettino."

Hafenaufsicht: "Also, Sie kehren jetzt zurück an Bord, gehen die Stufen hoch. Gehen Sie zurück zum Bug und koordinieren sie die Aktion. Lassen Sie mich wissen, wie viele Menschen an Bord sind."

Francesco Schettino: (schweigt)

Hafenaufsicht: "Kapitän, das Schiff neigt sich zur Seite. Sie müssen zurückkehren und mir sagen, wie viele Menschen an Bord sind - wie viele Passagiere, Frauen und Kinder - und dann von dort die Rettungsaktion koordinieren."

Hafenaufsicht: "Kapitän, bitte."

Hafenaufsicht: "Höflichkeit beiseite, gehen Sie jetzt an Bord. Versichern Sie mir, dass Sie an Bord gehen. Kapitän, das ist ein Befehl, ich befehle das jetzt. Sie haben die Evakuierung des Schiffes angeordnet, begeben Sie sich jetzt zum Bug und koordinieren Sie die Aktion von dort. Es gibt schon Tote."

Francesco Schettino: "Wie viele?"

Hafenaufsicht: "Das sollten Sie mir sagen!"

Francesco Schettino: "Kommandeur, aber verstehen Sie, dass es hier dunkel ist und man nichts erkennen kann?"

Hafenaufsicht: "Was wollen Sie tun, nach Hause gehen? Kehren Sie zurück an Bord und sagen Sie mir, was getan werden kann, um wie viele Menschen es geht und was sie brauchen. Jetzt!"

Francesco Schettino: "Okay, ich gehe."

 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Suche nach Vermissten unterbrochen "Costa Concordia" rutscht weiter ab

Das Wrack des havarierten Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" hat sich erneut bewegt. Daraufhin wurde die Suche nach Vermissten unterbrochen. Der Kapitän macht neue Ausflüchte. mehr...

Unglück der "Costa Concordia" Der Kapitän, der alles falsch machte

Was ging nur in Francesco Schettino vor? Der 52-jährige Kapitän der "Costa Concordia" ist ein erfahrener Seemann. Nur am Freitag schien er von allen guten Geistern verlassen gewesen zu sein. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe