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10. Dezember 2008, 20:45 Uhr

18,7 Millionen für "Blauen Wittelsbacher"

Alle reden über die Finanzkrise, nur die Superreichen nicht. Keine Probleme mit klammen Kassen hat auf jeden Fall der Londoner Luxus-Juwelier Laurence Graff. Er ist neuer Besitzer des "Blauen Wittelsbacher". Der blaue Edelstein ist seit Mittwoch der teuerste Diamant der Welt.

Schön teuer: Der "Blaue Wittelsbacher" ist der wertvollste Diamant der Welt© Andy Rain/DPA

Ein Diamant aus dem Hause Wittelsbach hat selbst in der Finanzkrise alle Rekorde gebrochen: Der "Blaue Wittelsbacher" ist am Mittwoch in London für 16,4 Millionen Pfund (18,7 Millionen Euro) versteigert worden. Damit erreichte der seltene Edelstein bei der Versteigerung im Auktionshaus Christie's fast das Doppelte des Schätzpreises von neun Millionen Pfund.

Der 35,56-karätige naturblaue Stein brach auch den bisherigen Weltrekord für einen Diamanten von umgerechnet 12,7 Millionen Euro. Neuer Besitzer ist der Londoner Luxus-Juwelier Laurence Graff, der sich gegen den russischen Geschäftsmann Aleks Paul aus New York durchsetzte.

Berühmtheit aus Indien

Der "Blaue Wittelsbacher" wurde seit 80 Jahren erstmals öffentlich zum Verkauf angeboten. Er gilt als einer der berühmtesten Diamanten der Welt. Es wird davon ausgegangen, dass der Edelstein aus Indien stammt. Der König von Spanien, Philipp IV., hatte ihn 1664 als Mitgift für seine Tochter Infantin Margarita Teresa ausgewählt. Anschließend ging er durch deren Heirat mit Kaiser Leopold I. in den österreichischen Kronschatz ein.

In den Besitz des Hauses Wittelsbach kam der Diamant im Jahr 1722. Damals brachte ihn die Erzherzogin Maria Amalia von Österreich in die Ehe mit dem bayerischen Kronprinzen Karl Albrecht mit. Er wurde bis zum Ende der Monarchie im Jahr 1918 in der Spitze der bayerischen Krone getragen.

Zum letzten Mal wurde der Stein beim Begräbnis von Ludwig III. öffentlich gezeigt. 1931 bot Christie’s den Diamanten zusammen mit Kronjuwelen aus dem bayerischen Kronschatz zur Versteigerung an. Dann verlor sich sein Weg, bis er Jahre später angeblich bei einem Juwelier wieder auftauchte. Seit 1964 befand sich der 7,11 Gramm schwere Edelstein in einer Privatsammlung. Wie Medien berichteten, hatte ihn vermutlich der Kaufhausgründer Helmut Horten seiner österreichischen Frau Heidi geschenkt.

Erstaunlicher Preis in Krisenzeiten

"Wir sind begeistert, mitten in diesen schwierigen Zeiten einen solchen Preis erzielt zu haben", sagte François Curiel, Europachef von Christie’s. Blaue Diamanten sind extrem selten und "in dieser Größe, Qualität, Form und Herkunft absolut einzigartig", erklärte das Auktionshaus.

Den bisherigen Auktions-Weltrekord für einen Diamanten erzielte 1995 in Genf ein 100-Karäter. Den Rekord für einen farbigen Diamanten dagegen hielt nach Angaben des Auktionshauses ein 13,39 Karäter, der im vergangenen Mai auch in Genf für umgerechnet 6,9 Millionen Euro versteigert worden war. Insgesamt erlangte Christie’s bei der Schmuck-Auktion am Mittwoch einen Erlös von 18,35 Millionen Pfund (20,94 Millionen Euro).

DPA
 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
schnauze_voll (11.12.2008, 09:19 Uhr)
hach
in Zeiten der Finanzkrise ein Licht am Horizont....wenn ich die Kohle hätte, würd ich wohl auch zuschlagen.....wunderschönes Teil
influ (11.12.2008, 09:05 Uhr)
Mein Gott, wenn jemand Spaß dran hat...
lass ihn seine Kohle doch für Kohle ausgeben.
Zugegeben in ner nett gepressten Version :)
Ohne die extreme Armut auf der einen Seite (3. Welt) wären wir hier nicht so reich.
Natürlich will das jeder ändern weils ethisch korrekt ist, klar doch...
Countryjoe (11.12.2008, 06:18 Uhr)
Dekandenz
Extremer und protziger Reichtum auf der einen und extrem wachsende Armut auf der anderen Seite sind immer Anzeichen für die Erschöpfung einer Kultur. Mittlerweile ist die Dekadenz unserer Kultur wirklich am Limit.
tagora-sagittara (11.12.2008, 01:17 Uhr)
Ich will es mal so ausdrücken...
7,11 Gramm Kohlenestoff,... Ende der Durchsage... ruft mich wieder an, wenn ihr einen guten Bohrer daraus gemacht habt!!
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