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1. September 2008, 13:44 Uhr

Bin Laden - Al-Qaidas Terrorikone

Seit Jahren ist Osama bin Laden abgetaucht, aber sein Gesicht ist omnipräsent. Der Vordenker des islamischen Terrorismus stieg vom Organisator des antisowjetischen Widerstands zum gefürchteten Mastermind der Anschläge des 11. September auf. Experten warnen davor, ihn abzuschreiben. Von Tim Farin

Eines der wenigen Bilder von Osama bin Laden in Afghanistan© AP

Als die Emotionen hochkochten, blieb der junge Osama ganz besonnen. Der Schlacks, der wegen seiner Körperlänge im Sturm spielte, sollte für seine Fußball-Jugendmannschaft aus dem saudi-arabischen Dschidda möglichst viele Kopfballtore erzielen. Bei einem Auswärtsspiel geriet er mit einem Gegner aneinander. Der wütende Spieler beschimpfte den jugendlichen Osama bin Laden, und es sah so aus, als werde er ihn schlagen - da ging Mannschaftskapitän Khaled Batarfi dazwischen und schubste den aufgeregten Gegenspieler weg. Osama bin Laden hatte das wohl nicht gewollt, und er sagte zu seinem Nachbarn und Kapitän Batarfi: "Ich war gerade dabei, diese Sache friedlich zu regeln."

Chiffre für den internationalen Terror

Autor Steve Coll berichtet diese Episode aus der Jugend des heute weltweit gejagten Osama bin Laden, 51, in seinem Buch "Die Bin Ladens. Eine arabische Familie". Allerdings habe sich Osama schon als Teenager in religiösen Dingen ereifert - eine Haltung, mit der er konsequent weiterlebte. Spätestens seit dem 11. September 2001 steht sein Name als Chiffre für den internationalen islamistischen Terrorismus, seine Organisation al-Qaida war es, welche die Welt in Schrecken versetzte und bei orchestrierten Attacken das World Trade Center von New York zerstörte.

2974 Menschen starben, Bin Laden übernahm 2004 die Verantwortung für die Taten. Inzwischen hat die US-Regierung unter Präsident George W. Bush ein Kopfgeld in Höhe von 50 Millionen Dollar auf Bin Laden ausgelobt, die Gewerkschaft "Air Line Pilots Association" und der Branchenverband "Air Transport Association" haben zusätzlich zwei Millionen Dollar Belohnung ausgeschrieben. Doch die Jagd nach dem Vordenker des Terrors verläuft - trotz Militäroffensiven, Geheimdienst-Sonderaktionen und Satellitenaufklärung - bis heute erfolglos. Der 1,96 Meter große, hagere Mann mit den braunen Augen und dem langen Bart ist eine weltweit bekannte Ikone.

Merkwürdige Rolle von Bin Ladens Vater

Es gibt bemerkenswerte Muster im Leben des Osama bin Laden, Dinge, die für Psychologen durchaus interessant sein dürften. In seinem Buch berichtet Steve Coll über eine "verblüffende Symmetrie" zwischen dem Tod von Bin Ladens mächtigen Vater Mohammed und dem Terroranschlag von 2001, die sich beide in Septembermonaten ereigneten. "Fünfzehn der von Osama bin Laden angeworbenen Flugzeugentführer […] stammten aus der Provinz Asir", schreibt Coll - und Bin Ladens Vater war 1967 bei einem Flugzeugabsturz in der saudi-arabischen Provinz Asir gestorben, als Folge eines offensichtlichen Fehlers eines amerikanischen Piloten.

Osama war 1957 als siebter Sohn des Mohammed Awwad bin Laden geboren worden und eines von insgesamt mehr als 50 Kindern des Bauunternehmers. Der gelernte Maurer war aus dem Südjemen ins saudi-arabische Dschidda gekommen und hatte sich in der saudischen Monarchie nach oben gearbeitet. Unter König Faisal besaß Mohammed bin Laden sogar das Monopol auf alle öffentlichen Aufträge - es war die Grundlage für gewaltige Reichtümer der Familie. Osama bin Laden erlebte seinen einflussreichen Vater als Vorbild, als Mann der Tat. Steve Coll schreibt: "Mohammed bin Laden arbeitete lieber mit den eigenen Händen draußen in der Wüste und führte die aus verschiedenen Ethnien zusammengewürfelten Arbeitskolonnen durch sein persönliches Vorbild. Das sollte natürlich auch Osamas Führungsstil werden."

Ein religiöser Überzeugungstäter

Osama bin Laden ist ein religiöser Überzeugungstäter und war dies schon früh in seinem Leben. Schon als Teenager, inspiriert von einem politisierten syrischen Lehrer, vertrat Bin Laden die Ansichten eines islamistischen Aktivisten, und ließ sich einen Bart wachsen. Der Sunnit diskutierte mit anderen jungen Männern über die islamische Rechtsordnung. Die saudische Religionspolizei "Mutawwa" lehnte später seine Bewerbung ab, weil Bin Ladens Ansichten zu extrem und vermeintlich oppositionell waren, weil er auch mit den als Umstürzlern verschrienen Muslimbrüdern sympathisierte. Die Schriften des ägyptischen Muslimbruders Sayyid Qutb sollen Bin Laden maßgeblich inspiriert haben.

Osama wählte schon früh und aus Überzeugung einen ganz anderen Lebensstil als ein großer Teil seiner Familie, deren Jet-Set-Leben im Zuge des Reichtums in Steve Colls Buch detailliert beschrieben ist. Osamas Halbbruder Salem beispielsweise feierte in Südflorida ausschweifende Feste. Man reiste von Amerika nach London, nach Südfrankreich, zum Skifahren nach Kitzbühel, zum Entspannen nach Marbella, zum Feiern nach Kairo. Das Leben - eine dauerhafte Party an den exklusivsten und teuersten Orten der Welt. Die Bin Ladens wurden, schreibt Coll, "zu arabischen Pionieren im Zeitalter der Globalisierung". Doch Osama wählte einen anderen Weg.

Zwischen 25 und 40 Kinder

Mit 15 Jahren war Osama schon Geschäftsführer im Unternehmen seines Vaters. Er soll mit 22 Jahren seinen Abschluss als Ingenieur für Hoch- und Tiefbau gemacht haben, manche Quellen indes bezweifeln dies. Er soll fünfmal verheiratet sein und 25 bis 40 Kinder gezeugt haben.

International gefahndet wird nach Osama bin Laden seit dem 16. April 1998 in Folge eines Mordes, der sich 1994 in Libyen zugetragen hatte. Am 10. März 1994 kamen der deutsche Geheimdienstmitarbeiter Silvan Becker und seine Frau Vera auf bis heute ungeklärte Weise in Nordafrika ums Leben. Becker arbeitete für den Bundesverfassungsschutz. Das Regime von Muammar al-Gaddhafi in Tripolis ließ über Interpol Jahre später nach Bin Laden suchen, weil es in ihm den Hintermann der Bluttat sah.

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KOMMENTARE (10 von 12)
 
starmax (20.09.2008, 08:24 Uhr)
@jockel - falsch...
Bin Laden lebt mit dem Führer in Berlin von den Einahmen und Tantiemen von Elvis... Den Yeti halten sie im Keller.
- KLASSE Kommentare hier " Danke! Jetzt müssen wir uns endlich von der amerikanischen Hegemonialpolitik fernhalten. Warum sagt das keiner dem US-Pentagon-Auftragnehmer Prof. Sauer und seiner Frau Merkel, im Nebenjob deutsche Ganslerin?
jockel_us (20.09.2008, 04:13 Uhr)
@gmathol: Und der Fuehrer...
...lebt, in Wanne-Eickel, in 2. Ehe mit Elvis Presley.
OnceKnown (20.09.2008, 01:15 Uhr)
@gmathol
Dünnpfiff! Welche Ausgabe von Stars und Stripes?
hannes_schinder (19.09.2008, 23:37 Uhr)
Wir sollten uns fragen warum
vor allem so viele junge Menschen ihn als Idol wahrnehmen, vor allem jetzt, wo wir wieder vorgeführt bekommen wie die westlichen Systeme vollkommen versagen. Der Steuerzahler soll nun für Börsenspekulanten und Abzocker zahlen. Völlig unfähiges Management, Irrglaube von grenzenlosem Wachstum und unendliche Arroganz das ist es doch was die jungen Menschen permanent vor den Augen haben. Die Menschen wenden sich zur Religion, weil sie keinen Sinn im schwachmatischem Zahlendenken sehen und dort zudem nur irrsinnige Machtansprüche wahrnehmen statt Menschenachtung.
gmathol (19.09.2008, 23:29 Uhr)
Die Cole...
...wurde nach neuesten Angaben des US Geheimdienstes zweifelsfrei von einem israelischen Kommanda angegriffen (Quelle Stars und Stripes).
Wird schwierig werden die liebe Freundschaft von USA und dem juedischen Besatzerstaat aufrechtzuerhalten.
gmathol (19.09.2008, 23:26 Uhr)
AL-CIADA.
...wer glaubt diesen Spuk eigentlich noch. Es ist doch hinlaenglich bekannt wer dahinter steckt: CIA/Mossad/Shinbet.
Uebrigens hat die US Regierung den neuen Planer der 9/11 Anschlaege schon genannt: Scheik Khalid - der sich in US Gewahrsam befindet.
Wir werden vermutlich im November am Wahltag eine kleine Hinrichtungsveranstaltung in den USA erleben.
Mal abgesehen davon der wahre Terrorist heisst Armut.
tagora-sagittara (19.09.2008, 23:08 Uhr)
@Reality
Ich würde sogar soweit gehen zu behaupten,... DER EINZIGE FEIND Bush und der Geheimdienste IST DAS INTERNET!!
lazarus06 (19.09.2008, 22:46 Uhr)
Gäääähn....... wurde die Familie ben Ladens nicht unter FBI Schutz ausgeflogen am 11/9 ??
Trotzdem hat der Junge seine Berechtigung muß er doch als Grund für die massivsten Beschrankungen der Freiheit nach dem Kriege herhhalten. Bisher hat mir oder besser uns allen unsere Regierung mehr geschadet als Bin Laden .... ODER IST HIER JEMAND PERSÖNLICH BETROFFEN VOM TERROR ??
Reality (19.09.2008, 22:39 Uhr)
Nein abschreiben darf man dieses Geschöpf der Geheimdienste noch lange nicht.
Man braucht ihn noch zu sehr für die Spielchen die man mit dem dummen Volk noch treiben will.
Es ist bemerkenswert, wie in regelmäßigen zeitlichen Abständen immer wieder dieser Mann von der MainStream Presse hervorgeholt wird um die Gefährlichkeit und das Feindbild aufrecht zu erhalten.
Nun man muss verstehen, dass es so leichter ist seine militärischen Ziele zu verfolgen.
Ich denke aber, dass das Ganze doch erheblich überzogen wird, bzw. die Dummheit der Leser doch überschätzt wird.
Es werden immer mehr die diese Märchen nicht mehr glauben wollen und da kann man mit solchen Geschichten nicht mehr besonders viel anrichten.
Es wäre gut man würde einsehen, dass jedes Spiel einmal endet, ansonsten wird es echt langweilig und vor allem unglaubwürdig.
tagora-sagittara (19.09.2008, 22:22 Uhr)
Ich möchte euren Artikel nicht unnötig kritisieren,..
aber habt ihr den Lesern auch gesagt das Bin Ladens Onkel ein jahrelanger Geschäftkumpan der Bushs ist und am 9/11 ein Geschäftsessen mit Bushs und Konsorten hatte, bevor man ganz dezent in einen Flieger einstieg und nach Hause flog!?,.. tja die Wahrheit ist eine hässliche Braut liebe Stern Redakteure,..gelle??
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