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22. Juni 2010, 07:06 Uhr

Bombenleger von New York bekennt sich schuldig

Der mutmaßliche Attentäter vom New Yorker Times Square hat sich vor Gericht in allen Anklagepunkten für schuldig erklärt. Sein Motiv: die US-Einsätze in Afghanistan, Irak und Somalia. Gleichzeitig kündigte er den USA weitere Anschläge an.

Times Square, Autobomber, schuldig bekannt, New York

"Schuldig und hundert Mal mehr": Faisal Shahzad aus Sicht des Gerichtszeichners© AFP

Knapp zwei Monate nach dem gescheiterten Sprengstoffanschlag am New Yorker Times Square hat sich der mutmaßliche Attentäter schuldig bekannt. Er sei "schuldig und hundert Mal mehr", sagte der 30-jährige Faisal Shahzad nach Berichten des US- Senders CNN am Montag vor einem Haftrichter in Manhattan. Die Anklage gegen den US-Bürger pakistanischer Herkunft umfasst insgesamt zehn Punkte. So muss er sich wegen wegen Verschwörung, eines versuchten Terrorangriffs und des versuchten Einsatzes von Massenvernichtungswaffen verantworten. Ihm droht lebenslange Haft.

Shahzad hatte versucht, am 1. Mai auf dem mit tausenden Touristen und Theaterbesuchern bevölkerten Times Square mitten in Manhattan eine Autobombe zur Explosion zu bringen. Doch der Sprengsatz zündete nicht. Shahzad wurde zwei Tage später festgenommen. Er saß bereits in einem Flugzeug und wollte fliehen. Nach Angaben der Polizei war er von Anfang an geständig.

Einige Anklagepunkte reichen für lebenslange Haftstrafe

Der Vater von zwei kleinen Kindern stand nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft im Dienst der radikalislamischen Taliban in Pakistan. In der Anklage wird Shahzad auch angelastet, 12 .000 Dollar (9700 Euro) für den geplanten Anschlag von den militanten Extremisten in seiner Heimat angenommen zu haben. Vor dem Haftrichter warnte Shahzad vor weiteren Attacken gegen Amerika. Wenn sich die USA nicht endlich aus moslemischen Ländern zurückzögen, "werden wir die USA angreifen". Sein Motiv für den fehlgeschlagenen Sprengstoffanschlag Anfang Mai sei die "US-Besatzung Afghanistans, Irak und Somalia".

Shahzad soll im Dezember in der pakistanischen Region Waziristan im Umgang mit Sprengstoff ausgebildet worden sein. Sechs der zehn Anklagepunkte könnten ihn jeweils lebenslang hinter Gitter bringen. Der 30-Jährige hatte erst kurz vor der Tat die US-Staatsbürgerschaft erhalten.

zen/DPA/AFP
 
 
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