Polizeiarzt wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht

8. März 2011, 16:41 Uhr

Der Tod eines mutmaßlichen Drogendealers nach dem Einsatz von Brechmitteln beschäftigt seit Dienstag erneut das Bremer Landgericht. Angeklagt ist ein 46 Jahre alter Polizeiarzt. Er muss sich wegen fahrlässiger Tötung verantworten.

Der Tod eines mutmaßlichen Drogendealers nach dem Einsatz von Brechmitteln beschäftigt seit Dienstag erneut das Bremer Landgericht. Angeklagt ist ein 46 Jahre alter Polizeiarzt. Er muss sich wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Er hatte dem 35-Jährigen Ende 2004 Brechsirup und Wasser über eine Magensonde verabreicht, damit er zuvor verschlucktes Kokain erbricht. Der Mann fiel ins Koma und starb kurz darauf.

In einem ersten Prozess 2008 hatten die Richter den Polizeiarzt freigesprochen. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil im vergangenen April auf. Ungeklärt blieb im ersten Verfahren, ob der aus Sierra Leone stammende Mann bei dem Brechmittel-Einsatz Wasser in die Lunge bekommen hatte und ertrunken war oder ob er wegen eines Herzschadens starb.

"Das gilt es vor allem aufzuklären", sagte der Vorsitzende Richter Helmut Kellermann zum Prozessauftakt. Damals hatten acht Gutachter dazu vor Gericht ausgesagt und waren zu verschiedenen Ergebnissen gekommen. Weil die Experten die Todesursache nicht zweifelsfrei klären konnten, hatte neben der Verteidigung auch die Staatsanwaltschaft auf Freispruch plädiert. Die Richter urteilten schließlich, dass dem Angeklagten eine Schuld nicht nachzuweisen sei.

Das sah der Bundesgerichtshof anders. Seiner Ansicht nach handelte der damalige Polizeiarzt unverhältnismäßig und menschenunwürdig. Der Mediziner hatte dem 35-Jährigen Brechsirup und Wasser über die Sonde verabreicht, aber die Prozedur nicht beendet, als dieser ein erstes Rauschgiftkügelchen erbrach.

Vielmehr führte der Arzt dem Mann einen Spatel oder eine Pinzette in den Rachen, um einen weiteren Brechreiz auszulösen. Der 35-Jährige fiel nach einiger Zeit ins Koma und starb wenige Tage später im Krankenhaus. Deshalb kommt den Bundesrichtern zufolge auch eine Verurteilung wegen Körperverletzung mit Todesfolge in Betracht. Der Angeklagte wollte sich zu den Vorwürfen am ersten Prozesstag nicht äußern.

Die Verhandlung wird am Freitag fortgesetzt. Dann sollen ein Polizist und zwei Rettungssanitäter aussagen.

Panorama
Extras & Ratgeber
Extra: Erfolgsmenschen - Wie man erfolgreich wird Extra Erfolgsmenschen - Wie man erfolgreich wird
Noch Fragen?

Neue Fragen aus der Wissenscommunity

  von Gast: WARUM FÜHREN MANCHE KAPSELN ZUR VERSTOPFUNG?

 

  von Gast 98746: Chiptuning Mercedes Benz E 200 T CDI Erstzulassung 06/13

 

  von BitteFreundlich: Welcher Körperteil ist am häufigsten von Osteochondrose betroffen?

 

  von Gast 98742: Altmietvertrag aus der ehemaligen DDR

 

  von Gast: Das iPhone meiner Freundin hat ne seltsame Macke. schwarzer Bildschirm. anrufe kommen rein, man...

 

  von Amos: Muß die Frage nochmal stellen: Überweisung per Online-Banking auf ein Unterkonto bei derselben...

 

  von Gast: Stern-Sudoku-Gewinnspiel

 

  von Gast: Kann man Handelsübliches Jodsalz in ein Fußsprudelbad geben wenn die Haut verletzt ist?

 

  von Gast: zerbrochene Fensterscheibe

 

  von Amos: Wenn zum Bau eines Hauses Wasser aus einem städtischen Hydranten entnommen wird: wie wird das...

 

  von Der_Denis: Kunststoff - warum so schlechtes Image

 

  von Gast 98682: Wenn ich ein Konto in der Schweiz eröffne, wie hoch ist die Mindesteinlage?

 

  von Gast 98680: Welche Programme gibt es für Zuschüsse an gemeinnützige vereine

 

  von Gast 98676: Führerschein vergleischen

 

  von Amos: Mineralwasser aus dem Schwarzwald nennt sich Black Forrest: ist das ein Gag, ein MIßgriff oder...

 

  von Gast 98669: können adoptierte ausländische erwachsene in Bayern studieren?

 

  von Gast 98667: Reisepass abgelaufen

 

  von Gast 98659: palmen in irland

 

  von Gast 98655: Kosten im Pflegefall

 

  von Amos: Maut: jetzt für Autobahnen und Bundesstraßen. Da die Bundesstraßen B 1, B 236 und B 54 mitten durch...