Der frühere Schulleiter der wegen Missbrauchsfällen in die Schlagzeilen geratenen Odenwaldschule, Gerold Becker, ist tot. Der Sprecher des Schulvorstands, Johannes von Dohnanyi, bestätigte "Spiegel-online" am Freitag den Tod des Pädagogen. Er habe eine Lungenkrankheit gehabt und sei in der Nacht zum Donnerstag gestorben, sagte von Dohnanyi.
Dohnanyi erklärte, der Tod Beckers stelle eine Zäsur für die Reformschule dar. Die Aufklärung der Missbrauchsfälle werde rigoros fortgesetzt. "Wir bedauern es, dass Herr Becker nicht mehr die Zeit hatte, die drängenden Fragen der jungen Menschen, die er sexuell missbraucht hat, zu beantworten", sagte der Journalist. Der Betroffenen der Affäre gedachten die Teilnehmer der Feierlichkeiten mit einer Schweigeminute.
An der renommierten Privatschule sollen über Jahre Schüler sexuell missbraucht worden sein. Becker leitete die Schule von 1969 bis 1985 und galt als Hauptbeschuldigter. Die Missbrauchsfälle an der reformpädagogisch orientierten Schule im hessischen Odenwald waren Anfang März bekannt geworden.