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5. Februar 2010, 11:08 Uhr

US-Guru bekennt sich "nicht schuldig"

Sie wollten ihre Sorgen "ausschwitzen" und bezahlten dafür mit dem Leben. Drei Teilnehmer eines Seminars des Lebenshilfe-Gurus James Ray starben in einer "Schwitzhütte", in der sie 36 Stunden ausharren mussten. Vor Gericht hat Ray nun alle Schuld von sich gewiesen.

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James Ray - hier auf dem Weg zurück ins Gefängnis - muss sich wegen Totschlags vor Gericht verantworten© Jack Kurtz/AP

Nach seiner Festnahme wegen des Todes dreier Menschen ist der bekannte US-Lebenshilfe-Guru James Ray dem Haftrichter vorgeführt worden. In Häftlingskleidung und Handschellen plädierte Ray am Donnerstag (Ortszeit) auf "nicht schuldig". Im Falle einer Verurteilung wegen Totschlags drohen dem 52-Jährigen dreimal zwölf Jahre Haft.

Der durch Bücher und Fernsehauftritte populäre James Ray muss sich nach Polizeiangaben für den Tod von drei Menschen verantworten, die im vergangenen Oktober bei einem seiner Seminare ums Leben gekommen waren. Die beiden Frauen und der Mann waren nach 36-stündigem Fasten bei einem Reinigungsritual in einer saunaähnlichen "Schwitzhütte" zusammengebrochen und gestorben. 19 weitere Menschen mussten damals medizinisch behandelt werden.

Die Justiz legte die Kaution auf fünf Millionen Dollar (3,6 Millionen Euro) fest. Ray hat mit seinen Büchern und Seminaren zur spirituellen Lebenshilfe ein millionenschweres Unternehmen in Kalifornien aufgebaut. An dem Seminar in Sedona im Bundesstaat Arizona hatten etwa 60 Menschen teilgenommen, die dafür jeweils 9000 Dollar (rund 6500 Euro) bezahlt hatten.

Rays Anwalt bedauert "schrecklichen Unfall"

Den Ermittlungen zufolge mussten die Teilnehmer auf Rays Anweisung bis zu zwei Stunden in der "Schwitzhütte" ausharren - einem zeltartigen Bau, der durch heiße Steine auf hohe Temperaturen geheizt wurde. Ziel sollte es sein, dass die Teilnehmer dort ihre Sorgen "ausschwitzen". Nach Berichten von Augenzeugen kollabierten die ersten Teilnehmer nach etwa einer Stunde, manche hätten sich übergeben und um Luft gerungen. Andere litten später unter Brandwunden, Übelkeit und Dehydrierung.

Rays Anwalt Luis Li sprach von einem "schrecklichen Unfall", bei dem es sich aber nicht um einen "kriminellen Akt" gehandelt habe. Er wies darauf hin, dass sein Mandant mit den Ermittlern zusammenarbeite und gezeigt habe, "dass niemand diesen Unfall hätte voraussehen können". Ray habe seine Kunden vorher gewarnt und niemanden daran gehindert, das Schwitzseminar zu verlassen.

Kunden von Ray erklärten hingegen, dass sie sich von dem Guru im Stich gelassen fühlten. Melinda Martin, die bei der Zeremonie dabei war, sagte CNN: "Er hat die Hölle, die sich in der Schwitzhütte abgespielt hat, völlig ignoriert." Die Überlebende Beverly Bunn sagte: "James Ray hat uns im Stich gelassen. Er hat uns einfach zurückgelassen, und wir mussten selber sehen, was wir tun sollten."

AFP
 
 
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