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23. Februar 2011, 15:10 Uhr

Waffe des Bundeswehrsoldaten war nicht defekt

Neue Erkenntnisse zum Todesschuss eines Bundeswehrsoldaten auf einen Kameraden in Afghanistan: Die Dienstwaffe des Schützen war vollkommen in Ordnung. Das ergab ein Gutachten des Thüringer Landeskriminalamtes. Gegen den Soldaten wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.

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Die Waffe des Bundeswehrsoldaten, der in Afghanistan einen Kameraden getötet hat, war laut einem Gutachten nicht defekt© Arno Burgi/DPA

Der tödliche Schuss eines Bundeswehrsoldaten auf seinen Kameraden kurz vor Weihnachten in Afghanistan geht nicht auf eine defekte Dienstwaffe zurück. "Mit der Waffe war alles in Ordnung", sagte Staatsanwalt Jens Wörmann am Mittwoch in Gera. Dies habe ein Gutachten des Thüringer Landeskriminalamtes ergeben. Dass eine Fehlfunktion der Waffe ausgeschlossen wird, hatte zuvor die "Thüringer Allgemeine" berichtet.

Der Beschuldigte, gegen den wegen fahrlässiger Tötung ermittelt wird, soll vor Feldjägern ausgesagt haben, dass das Magazin geklemmt und er deshalb auf die Pistole geschlagen habe. Daraufhin habe sich der Schuss auf seinen Kameraden gelöst.

Aus Spaß abgedrückt?

Die Ermittler wollen nun Hinweisen nachgehen, wonach der Soldat aus Spaß mit der Pistole auf den 21-Jährigen gezielt und abgedrückt haben soll. Die Staatsanwaltschaft Gera hat die Ermittlungen übernommen, weil der Beschuldigte aus Ostthüringen stammt und in der Region wohnt. Stationiert ist der Wehrpflichtige, der seine Dienstzeit freiwillig verlängert habe, in Bayern.

Der Tod des Hauptgefreiten hatte auch den Weihnachtsbesuch von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) in Afghanistan überschattet.

Nun sollen weitere Zeugen vernommen werden, allerdings sind sie noch in Afghanistan. Wörmann konnte nicht sagen, wann sie nach Deutschland zurückkehren und hier vernommen werden können. Eine Möglichkeit, ihre Aussagen in Afghanistan aufzunehmen, sehe er nicht. Neben dem Opfer und dem Beschuldigten sollen zum Tatzeitpunkt sieben weitere Soldaten in dem Zelt gewesen sein.

Der Beschuldigte selbst soll erst am Schluss von den Ermittlern verhört werden, um ihn mit möglicherweise anderslautenden Aussagen konfrontieren zu können. Er ist wieder in Deutschland.

mlr/DPA
 
 
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