. .
Panorama-Nachrichten
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
12. April 2009, 11:02 Uhr

Sohn unter dringendem Tatverdacht

Er hatte die Polizei alarmiert, doch der 18-Jährige geriet rasch selbst unter Verdacht: Nach dem blutigen Familiendrama von Eislingen mit vier Toten ist der Sohn der Familie zusammen mit einem mutmaßlichen Komplizen verhaftet worden. Der Jugendliche leugnet die Tat.

Eislingen, Familiendrama, Sohn, Festnahme, vier Tote, Sportschütze

Tatort Eislingen: Ein Opfer des blutigen Familiendramas wird abtransportiert© Daniel Maurer/AP

Nach einem Vierfachmord in der baden- württembergischen Stadt Eislingen sind der 18-jährige Sohn der getöteten Familie und sein 19 Jahre alter Freund verhaftet worden. Sie stehen unter dringendem Tatverdacht, sagte ein Sprecher der Göppinger Polizei. Ein Richter am Landgericht Ulm erließ Haftbefehl gegen die beiden jungen Männer wegen vierfachen Mordes. Tathergang und Motiv sind weiter unklar. Auch fehlt die kleinkalibrige Waffe, mit der die vier Opfer erschossen wurden. Die Obduktion der vier Leichen ist noch nicht abgeschlossen.

Der 18-Jährige war Mitglied im örtlichen Schützenverein, auf ihn war aber keine Waffe zugelassen. Sein 19 Jahre alter Freund war früher Mitglied in der Schützengilde. In der elterlichen Wohnung fand die Polizei lediglich ein Luftgewehr. Laut dem ersten Obduktionsbericht wiesen die Leichen eine "Vielzahl von Einschüssen" auf, sagte der Polizeisprecher.

Der 18-jährige Sohn hatte am Karfreitagmorgen der Polizei gemeldet, dass er seine Eltern und seine zwei erwachsenen Schwestern erschossen in der Wohnung der Familie gefunden habe. Er hatte angegeben, in der Nacht zum Freitag bei einem Freund übernachtet zu haben.

Sohn geriet rasch in Verdacht

Am Samstag verdichteten sich jedoch schnell Hinweise, dass der 18-Jährige zusammen mit einem Komplizen die Tat begangen haben könnte - handfeste Beweise gibt es allerdings nicht. Hintergrund des grausigen Verdachts waren die Vernehmungen und fehlende Einbruchsspuren an der Tür des Hauses. "Außerdem ist nichts gestohlen worden", sagte der Polizeisprecher. Bei der Vernehmung sei der 18- Jährige "insgesamt sehr schweigsam und zurückhaltend" gewesen. Er bestreitet die Tat. Auch sein ein Jahre älterer Freund leugnet, mit den Morden etwas zu tun zu haben.

Die Opfer, ein 57-jähriger Heilpraktiker, die 55-jährige Mutter und die beiden großen Schwestern, 22 und 24 Jahre alt, lagen tot in mehreren Zimmern der Maisonette-Wohnung des Mehrfamilienhauses, das der Familie gehörte.

Nach dem Vierfachmord herrschte in dem 20.000-Einwohner-Ort östlich von Stuttgart Entsetzen. "Unfassbar ist das", sagte eine Anwohnerin. Die Familie sei sehr im Ort verwurzelt gewesen, "seit vielen Jahren engagiert im Kirchenchor."

DPA
 
 
KOMMENTARE (6 von 6)
 
Countryjoe (15.04.2009, 13:08 Uhr)
Hexenjagd
Oje, er ist Sportschütze, zwar ohne Waffe aber trotzdem fällt er der Hexenjagd zum Opfer. Wäre doch zu Schade wenn man das Verbrechen nicht propagandistisch gegen die Legalwaffenbesitzer ausschlachten könnte.
notton (14.04.2009, 01:35 Uhr)
typisch deutsch
Man habe einen Verdacht weil "keine Einbruchsspuren an der Türe seien"...bla bla bla
Natürlich kanns ja der Sohn gewesen sein, aber wegen eines verschissenen "Verdacht" dieses tamtam?
Was interessiert denn diese scheiß Presse wenn auf einer Kuh-Bläke ein Verbrechen passiert? Das ist die Kehrseite dieser "Pressefreiheit" - ok ich will gut informiert sein aber doch über Themen die mich betreffen, und/oder die Weltpolitik - die "reisserische Journaille" über den Mord von x in y kann man doch ausschlachten wenn der Täter eindeutig überführt wurde. Ich finde das man hier die scheiss Behörden/Medien mal viel schärfer in die Pflicht nehmen müsste!
Wenn der Sohn nicht der Täter war , müsste der die Behörden/Medien auf Schadenersatz verklagen können der sich gewaschen hätte - zu bezahlen von dem Kripobeamten der die Verdachtsmomente der Presse zugetragen hat , und dem Redakteur der das drucken ließ - Freiheit entbindet nicht von Pflicht die Persöhnlichkeitsrechte zu schützen! Wo kommen wir da hin wenn jeder "Verdacht" der gegen irgendwem besteht , morgen in der Zeitung zu lesen ist.
Manchmal lachen wir wenn wer in den USA 70000$ für nen über die Hose geschütteten Kaffee einklagt usw , aber es würde auch D gut anstehen mal ein derart reichendes Haftungsrecht zu haben, dann würden sich nanche Herrschaften umsehen, die gerne schnell derart Rufmord verbreiten!
SoftPlaner (13.04.2009, 15:16 Uhr)
Die ersten Verdächtigen bei einem solchen Verbrechen sind immer die Angehörigen.
Trotzdem hätte man m.E. nach der dünnen Beweislage zunächst etwas vorsichtiger mit den Pressemitteilungen sein sollen.
107Summer (12.04.2009, 12:52 Uhr)
Nun, da..
Immerhin sind die Ermittler psychologisch geschult bzw. es werden unter Umständen auch echte Polizei-Psychologen eingesetzt. Man sollte niemand vorverurteilen, aber in unserer heutigen Zeit scheint mir kein abartiges Verbrechen abartig genug zu sein, damit es keiner begeht. Einer macht’s immer.
Sternchen2020 (12.04.2009, 12:20 Uhr)
Es wäre nicht auszudenken,
wenn sich die Vermutungen als falsch herausstellen. Was man damit dem Jungen antut, der ja ohnehin schon völlig aus der Bahn ist, ist unvorstellbar. Mir scheinen die Argumente für einen Verdacht extrem dünn.
.
Allein ein solcher Verdacht zeichnet einen Menschen ein Leben lang. Hoffentlich habe sich die Ermittler darüber ausreichend Gedanken gemacht, die ja stets unter enormen Erfolgsdruck stehen, irgendwelche Ergebnisse zu liefern. Wenn das auf Kosten eines solch jungen Menschen geht, müssen die Verantwortlichen in aller Härte zur Rechenschaft gezogen werden und Konsequenzen tragen.
Blacky007 (12.04.2009, 11:35 Uhr)
Bei Vernehmung schweigsam und zurückhaltend
wäre jeder andere auch, dessen Familienangehörigen man erschossen hat. Die Polizei sollte erstmal ermitteln, was wirklich geschehen ist - für Fehler sind die Ermittler in letzter Zeit ja wohl mehr als bekannt!
MEHR ZUM ARTIKEL
Sportschützen "Jetzt hauen sie wieder auf uns drauf"

In Erfurt war der Amokläufer selbst im Schützenverein, in Winnenden war der Vater Sportschütze. Über ihn ist Tim K. an die Waffe gekommen, mit der er das Massaker anrichtete. Jetzt wird ein schärferes Waffenrecht diskutiert - zum Leidwesen der Schützenvereine, die Angst um ihr Hobby haben. Ein Vereinsbesuch. mehr...

Bluttat in Landshut Koch erschießt Schwägerin im Gericht

Familiendrama im Landgericht Landshut: Ein 60-Jähriger hat in einer Prozess-Pause plötzlich einen Revolver gezogen und seine 48 Jahre alte Schwägerin erschossen. Zwei weitere Personen verletzte der Krankenhauskoch mit Schüssen schwer. Nach der Bluttat richtete sich der Täter selbst. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe