HOME

Weil er stolperte: Torero von Stier getötet

Bei einem Stierkampf in Südfrankreich ist ein erfahrener Torero ums Leben gekommen. Der Stier durchbohrte seine Lunge.

Torero

Torero Ivan Fandino vor dem Unglück in Südfrankreich

Es war nur eine Sekunde Unachtsamkeit, doch für den Spanier Ivan Fandiño war sie fatal: Der Torero kam bei einem Stierkampf in Aire-sur-l’Adour in Südfrankreich ums Leben. Wie unter anderem "Bild.de" berichtet, hatte sich der 36-Jährige kurz in seinem Cape verfangen und war gestolpert. Als er am Boden lag, spießte der Stier ihn von hinten mit seinem Horn auf.

Fandiño wurde sofort ins Krankenhaus gebracht, wo er später an seinen schweren Verletzungen starb. Der Stier, der speziell für den Kampf gezüchtet wurde, hatte die Lunge des Toreros durchbohrt. Fandiño stammte aus Bilbao und stieg seit 2005 als Matador in den Ring, hatte viel Erfahrung. Durch das Schwingen des Capes wird das Tier traditionell gereizt und abgelenkt. Das Ziel des Kampfes ist es, den Stier zu töten - normalerweise ist er in der Endphase der sogenannten Corrida schon schwer verletzt.

In Frankreich starb zuletzt vor 97 Jahren ein Torero

Fandiño ist bereits der zweite spanische Stierkämpfer, der in letzter Zeit beim Kampf gestorben ist. Der Spanier Victor Barrio wurde im vergangenen Juli vor Zuschauern aufgespießt, kurz vorher starb in Mexiko der Matador El Paña, nachdem er bei einer Corrida in Spanien schwer verletzt wurde. Doch in Frankreich hatte es seit 1923 keinen toten Stierkämpfer mehr gegeben. Damals starb der Spanier Isidoro Mari Fernando "Flores" in Béziers.

Immer wieder werden auch Zuschauer bei Sommerfesten in Spanien verletzt, wenn die Stiere durch die Gassen getrieben werden. Tierschutzorganisationen kritisieren die Stierkampf-Tradition seit langem. "Stierkämpfe hätten schon vor langer Zeit abgeschafft werden sollen", fordert zum Beispiel die spanische Organisation Pacma. Und weiter: "Wir lehnen Traditionen ab, die auf Gewalt, Rache und Blut basieren."


sst
Weitere Themen

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren