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16. November 2011, 10:32 Uhr

Chefarzt wird entlassen

Die tödlichen Infektionen bei Frühchen im Bremer Klinikum-Mitte ziehen immer weitere Kreise. Jetzt entließ der Klinikverbund den Chef der Kinderklinik. Der Bremer Senat setzt einen Staatsrat als Ermittler ein.

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Seit August 2011 starben drei Frühgeborene auf der Intensivstation im Klinikum Bremen-Mitte. Nun hat das Krankenhaus personelle Konsequenzen gezogen© Ingo Wagner/DPA (Archivfoto: 2.11.2011)

Nach dem Tod von drei frühgeborenen Babys im Bremer Klinikum-Mitte ist der Chefarzt der betroffenen Kinderklinik, Hans-Iko Huppertz, entlassen worden. Das bestätigte die Sprecherin des Klinikverbundes Nord, Karen Matiszick, am Dienstag. Radio Bremen zitierte den Chef des Klinikverbundes Nord, Diethelm Hansen: "Als zuständiger Chefarzt trägt er die Verantwortung."

Er habe das Problem nicht rechtzeitig erkannt und nicht hinreichend dafür gesorgt, dass die Keime eingedämmt wurden, berichtete der Sender. Der Arzt war für die Hygiene im gesamten Klinikum verantwortlich. Von dieser Position war er bereits in der vergangenen Woche zurückgetreten.

Unterdessen beauftragte der Bremer Senat den Justizstaatsrat Matthias Stauch mit einer Untersuchung der tödlichen Infektion von Frühchen im Klinikum. Der Senat habe ein schnelles Aufklärungsinteresse, teilte Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) mit.

Keim grassierte seit April in Bremener Klinik

Seit April waren immer wieder frühgeborene Babys auf der Intensivstation des Klinikums Bremen-Mitte mit einem multiresistenten Keim infiziert worden. Drei Frühchen starben, mehrere erkrankten schwer. Das Gesundheitsamt und die Gesundheitssenatorin erfuhren erst im September und Anfang November von den Vorfällen.

Offensichtlich hatte die Klinikleitung von April bis Juli nicht bemerkt, dass immer wieder der gleiche resistente Darmkeim auftrat, der dann drei Todesfälle verursachte. Bei einer Pressekonferenz Anfang November hatte die Klinikleitung die ersten Infektionen auf Ende Juli datiert.

Der Chef des Klinikverbundes Nord, Hansen, musste einräumen, dass ein Frühwarnsystem in der Klinik nicht funktionierte und schwere Fehler gemacht wurden. Auch ein Krisenteam des Robert Koch Instituts konnte die Quelle der Verkeimung bislang nicht identifizieren. Die Intensivstation wurde geschlossen, ausgeräumt und desinfiziert.

DPA
 
 
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