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Die traurige Bilanz der Silvesternacht

In Göppingen reißt ein Böller einen jungen Mann in den Tod, in Siegen wird ein 65-Jährige erstochen und in Berlin und Leipzig randalieren Dutzende Partygäste.

  In Berlin blieben von der Silvesterparty nur Müllberge zurück, anderswo gabe es Tote und Verletzte

In Berlin blieben von der Silvesterparty nur Müllberge zurück, anderswo gabe es Tote und Verletzte

Bei der Explosion eines womöglich selbst gebauten Böllers ist in Göppingen in Baden-Württemberg ein 27-Jähriger in der Neujahrsnacht ums Leben gekommen. Der Knallkörper explodierte in der Hand des Mannes, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Der Mann starb im Rettungswagen. Ersten Ermittlungen nach stammte der Böller nicht aus dem freien Handel. Die Polizei ermittelt, ob der Mann ihn selbst gebaut hatte. Bei der Explosion wurden zudem ein 20- und 39-Jähriger leicht verletzt.

Fenstersturz in Würzburg, Messerstecherei in Siegen

In Würzburg in Bayern stürzte ein 23 Jahre alter Mann nach einer Silvesterparty aus dem Fenster einer Wohnung im ersten Stock und starb wenig später in einer Klinik. Ein Anwohner hatte den Mann am Sonntagmorgen auf dem Kopfsteinpflaster vor dem Haus gefunden. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei gibt es keine Hinweise auf ein Fremdverschulden.

In Siegen in Nordrhein-Westfalen kam es bei einer privaten Silvesterfeier zu einer tödlichen Messerstecherei. Zwei 55 und 56 Jahre alte Männer hätten gemeinsam mit einer 65-Jährigen gefeiert, berichteten Staatsanwaltschaft und Polizei. Noch vor Mitternacht seien die Männer in Streit geraten. Dabei habe der 55-Jährige den älteren Mann mit mehreren Messerstichen verletzt. Das Opfer starb am Neujahrsmorgen im Krankenhaus. Der 55-Jährige wurde festgenommen.

Zu einer Schießerei, bei der in Bochum zwei Männer verletzt wurden, kam es am Sonntagmorgen. Nähere Angaben machte die Polizei zunächst nicht.

Randale in Berlin und Leipzig

Das Unfallkrankenhaus Berlin verzeichnete etwa 15 Schwerverletzte, die sich mit Böllern und Raketen verbrannt oder Teile von Fingern und Händen abgesprengt hatten. Schwerster Fall sei ein 32-Jähriger am frühen Abend gewesen, der mehr als sieben Stunden lang an der Hand operiert worden sei, sagte eine Krankenhaussprecherin.

Auch die Einsatzwagen der Polizei waren zum Jahreswechsel viel in Berlin unterwegs. Im Stadtteil Friedrichshain seien aus einer größeren Menschengruppe Steine auf vorbeifahrende Funkwagen geworfen worden, berichteten die Beamten. Zwei Polizisten wurden von Glassplittern an den Augen verletzt und mussten ins Krankenhaus. An der gleichen Stelle kam es zu einer Messerstecherei, bei der ein Mensch schwer verletzt wurde.

In Leipzig löste die Polizei eine Ansammlung von 500 Menschen auf, die gemeinsam auf den Jahreswechsel anstoßen wollten. Im Verlauf der Straßenparty wurden den Angaben zufolge Polizisten mit Böllern und Raketen attackiert sowie mit Steinen und Flaschen beworfen. Dabei wurden zwei Beamte jeweils leicht verletzt. Schließlich setzte die Polizei Reizgas ein und räumte die Straßenzüge. Elf Menschen kamen in Gewahrsam.

Feuerwerkskörper verursachen Brände

In Ostfriesland setzte eine Silvesterrakete in der Neujahrsnacht ein Reetdachhaus in Brand. Das Gebäude in Großefehn im Kreis Aurich brannte komplett aus, berichtete die Polizei. Menschen wurden nicht verletzt.

Bei einem Wohnungsbrand in Ludwigshafen erlitten am Sonntag neun Menschen Rauchgasvergiftungen. Auslöser waren vermutlich Feuerwerkskörper, der Brand ging nach Angaben der Feuerwehr vom Balkon aus.

14 Personen erlitten bei einem Feuer in einem Keller in Frankfurt am Main in der Nacht eine Rauchgasvergiftung, wie die Feuerwehr mitteilte. Ob die Knallerei den Brand ausgelöst hatte, war zunächst aber unklar.

Tote auch in Österreich und Italien

Ein tödlicher Zwischenfall ereignete sich in Österreich: Ein 18-jähriger aus Gmünd zündete nach Angaben der Polizei gemeinsam mit Freunden kurz nach Mitternacht mehrere Feuerwerkskörper. Eine sogenannte Kugelbombe detonierte dabei vorzeitig und traf den jungen Mann am Kopf. Er wurde in ein Krankenhaus eingeliefert, starb aber wenig später.

Trotz weitgehender Verbote und eines harten Vorgehens der Behörden gegen illegale Feuerwerke kamen in Italien bei Silvesterknallereien zwei Menschen ums Leben, mehr als hundert weitere wurden verletzt. In Casandrino nahe der südlichen Stadt Neapel starb ein 39-jähriger Mann durch einen Querschläger, als Menschen Freudenschüsse in die Luft abfeuerten, wie italienische Medien berichteten. Die Kugel traf demnach den Mund des Mannes.

In Palermo auf Sizilien verlor ein 14-jähriger Junge den Berichten zufolge durch Böller die Finger an einer Hand. Er werde zudem möglicherweise ein Auge verlieren. In Rom starb ein 31-jähriger Mann, als er ein Feuerwerk anzündete. Dieses habe eine Reihe weiterer Knallkörper gezündet, wodurch die Wohnung in Brand geraten sei. Mehrere weitere Menschen wurden den Angaben zufolge bei dem Unfall verletzt, darunter vier Kinder.

Hunderte Verletzte auf den Philippinen

Auf den Philippinen wurden durch Silvesterböller und Pistolenschüsse in den vergangenen zehn Tagen 472 Menschen verletzt. Durch Feuerwerkskörper hätten 454 Menschen Verletzungen erlitten, sagte Gesundheitsminister Enrique Ona. 18 Menschen wurden von Irrläufern aus Pistolen und Gewehren getroffen, die Partygänger abgefeuert hatten. Das waren weniger Verletzte als im vergangenen Jahr: Damals kamen sieben Menschen ums Leben und 546 wurden verletzt.

Durch Freudenschüsse in die Luft zur Begrüßung des neuen Jahres wurden in der pakistanischen Hafenstadt Karachi drei Menschen getötet. Wie die Polizei mitteilte, wurden außerdem mehr als 60 Menschen verletzt. Mehr als die Hälfte von ihnen wurde ins Krankenhaus eingeliefert.

joe/tkr/DPA/AFP/DPA
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