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17. April 2009, 18:09 Uhr

Opfer starb an inneren Blutungen

Wende im Fall des G20-Toten: Zunächst hatte es geheißen, Ian Tomlinson, der am Rande der Proteste gegen den Gipfel von Polizisten geschlagen und wenig später tot zusammengebrochen war, sei einem Herzinfarkt erlegen. Jetzt hat eine zweite Obduktion ergeben: Tomlinson starb an inneren Blutungen.

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Ein Video deckte es auf: Ian Tomlinson wurde von einem Polizisten zu Boden geworfen. Kurz darauf brach er tot zusammen© AFP

In der Affäre um Polizei-Übergriffe bei den G20-Protesten in London gibt es überraschende neue Erkentnisse: Der 47-jährige Ian Tomlinson, der kurz nach einer Attacke eines Polizisten tot zusammengebrochen war, starb laut einer zweiten Obduktion an inneren Blutungen. Der am Freitag bekanntgewordene Befund widerspricht dem Ergebnis einer ersten Untersuchung, wonach Tomlinson einem Herzinfarkt erlegen war. Der suspendierte Polizist, der den Zeitungsverkäufer kurz vor dem tödlichen Kollaps zu Boden geschubst und mit einem Schlagstock ans Bein geschlagen hatte, wurde von der Polizeiaufsicht wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung befragt. Die Ursache der Blutungen im Unterleib ist noch nicht geklärt.

Bei den Protesten rund um den G20-Gipfel Anfang April war es in der Londoner City auch zu Ausschreitungen und Zusammenstößen zwischen Polizei und Randalierern gekommen. Obwohl Tomlinson nicht randalierte, war er von einem Polizisten angegriffen worden. Zwar hatte sich der 47-Jährige nach der Prügelattacke aufgerappelt und war davongegangen, wenig später lag er aber tot am Boden.

Die Polizei hatte zunächst bestritten, mit Tomlinson überhaupt in Kontakt gekommen zu sein und gab nach der ersten Obduktion einen Herzinfarkt als Todesursache an. Als Videoaufnahmen von der Prügelattacke auftauchten und Scotland Yard in Erklärungsnot brachten, ordnete die Polizeiaufsicht die zweite Obduktion an. Demnach starb Tomlinson an Blutungen im Unterleib. Zwar hatte auch der zweite Gerichtsmediziner Veränderungen am Herzen festgestellt, diese waren dem Bericht zufolge aber nicht tödlich.

Erst am Mittwoch hatte sich die Affäre ausgeweitet, als ein weiterer Beamter suspendiert worden war. Auf neuem Videomaterial war zu sehen, wie dieser während des Einsatzes beim G20-Gipfel einer Frau erst ins Gesicht schlägt und ihr dann mit einem Schlagstock auf das Bein haut. Die Frau hatte ihn zuvor offenbar angeschrien. Das Video entstand am 2. April, als Gipfelgegner im Bankenviertel eine Mahnwache für den toten 47-Jährigen hielten.

DPA
 
 
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