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15. Juli 2007, 17:36 Uhr

Selbstmord-Geisterfahrer tötet vier Menschen

Ein Geisterfahrer hat in der Nacht zum Sonntag auf der Autobahn A28 bei Oldenburg einen Unfall verursacht, bei dem er selbst und vier weitere Menschen starben. Inzwischen stellte sich heraus: Der Mann wollte Selbstmord begehen.

Die beiden Fahrzeuge waren so ineinander verkeilt, dass sie zunächst an einem Stück mit den Leichen an Bord abtransportiert werden mussten. Der rote Wagen gehörte dem Falschfahrer© Polizei/DPA

Ein Selbstmörder ist in Niedersachsen als Geisterfahrer über die Autobahn gerast und hat vier Menschen mit in den Tod gerissen. Wie die zuständige Polizei in Oldenburg mitteilte, hinterließ der 41-jährige Mann einen entsprechenden Brief.

Der Mann war in der Nacht zum Sonntag auf der A 28 nahe Oldenburg rund acht Kilometer mit hoher Geschwindigkeit in die falsche Richtung gefahren, als er gegen 00.45 Uhr mit einem entgegenkommenden Wagen frontal zusammenstieß. Die drei Männer und eine Frau im Alter zwischen 37 und 41 Jahren starben wie er noch an der Unfallstelle.

Über den Familienstand der Opfer war zunächst nichts bekannt, wie die Polizei mitteilte. Sie stammten aus Ostfriesland und waren offenbar auf dem Heimweg. Der Geisterfahrer stammte aus der Nähe von Oldenburg. Er war an der Abfahrt Zwischenahner Meer entgegen der eigentlichen Fahrtrichtung auf die Autobahn aufgefahren, wie die Polizei mitteilte.

Unmittelbar vor dem Unfall waren bei der Polizei insgesamt zehn Notrufe eingegangen, wonach der Mann mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Oldenburg fuhr, wie die Polizei mitteilte. Trotz der Notrufe habe der Unfall nicht verhindert werden können.

Extrem schwierige Bergung

Die Bergung der Unfallautos war sehr schwierig, wie die Polizei weiter mitteilte. Denn die beiden Fahrzeuge waren wie eine Ziehharmonika ineinander verschoben, so dass die Opfer vor Ort nicht daraus befreit werden konnten. Die Autos wurden mit den toten Insassen zur Feuerwehr abtransportiert, wo dann die Opfer herausgeschnitten wurden, wie ein Polizeisprecher erklärte. Die Richtungsfahrbahn Emden-Leer war den Angaben zufolge für drei Stunden gesperrt. Auch auf der Gegenfahrbahn mussten Splitter entfernt werden.

Stichwort Falschfahrer Falschfahrer werden umgangssprachlich auch als Geisterfahrer bezeichnet. Hauptsächlich abends und nachts oder bei ungünstigen Sichtverhältnissen gefährden sie auf Autobahnen das Leben anderer. Sie verirren sich im Schilderwald an Baustellen oder verwechseln Auf- und Abfahrt. Unter den Falschfahrern sind auch Betrunkene und rücksichtslose Rowdys, die sich und anderen ihren «Mut» beweisen oder Umwege vermeiden wollen. Manch einer wendet auf der Autobahn, weil er sich verfahren oder eine Ausfahrt verpasst hat. Auch Lebensmüde werden unter den Unfallverursachern vermutet. Mit Durchsagen im Autoradio wird versucht, andere Verkehrsteilnehmer zu warnen.

AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 11)
 
sachsenwini (16.07.2007, 17:14 Uhr)
Ein Selbstmord oder Selbstmordversuch
ist sehr oft der verzweifelte Hilfeschrei eines Menschen, der sich ungerecht behandelt fühlt und keinen Ausweg mehr weiß.
Er will darum auch auf eine möglichst spektakuläre Art aus dem Leben scheiden um auf das ihm angetane Unrecht aufmerksam zu machen.
Tragisch ist es, wenn er seinen Tod als Gelegenheit nimmt, sich an den vermeintlichen Verursachern seines Elends zu rächen.
Aber völlig unverständlich ist es für mich, warum ein verzweifelter Mensch total unbeteiligte und für ihn fremde Menschen mit in den Tod reißt.
Roses (16.07.2007, 14:33 Uhr)
Rache
Ich frage mich, was einen Menschen dazu treibt noch andere Menschen mit in den Tod zu reißen. Ist da der Gedanke an rache mit im Spiel, Rache an denjenigen, die er für seine ausweglose Situation verantwortlich macht?
Oder das ganze noch gepaart mit einem krankhaften Geltungsbedürfnis...sucht nach Aufmerksamkeit, ob negativ, egal...????
Vincent_Vega (16.07.2007, 10:42 Uhr)
Idioten kann man leider nicht verhindern
vor mehr als einem halben Jahr (vor Weihnachten) wurde ich auf der Autobahn Frankfurt/Köln von einem Überholenden bei Tempo 150 km/h brutal geschnitten. Da ich dachte, dass der Vordermann vielleicht gepennt hätte, gab ich zwei Lichtsignale und siehe da: bei Tempo 150 schlingert der Vordermann von links nach rechts vor mir her und drückt voll auf die Bremse,
bei einem zweiten Lichtsignal dasselbe Spiel.
Ich musste auf 80 runterbremsen und war mit Frau Schwager und zweijähriger Tochter unterwegs.
Die Gefühle die dabei bei mir aufkamen, waren nun nicht mehr von christlicher Nächstenliebe geprägt.
Leider kann man solche Idioten nicht verhindern. Auch in dem aktuellen Fall war ich wirklich geschockt, denn diese Geisterfahrer treffen einen aus heiterem Himmel und lassen keine Chance auf Überleben. Als Angehöriger eines Opfers würde ich sehr wahrscheinlich auf sein Grab pissen wollen.
Ice_Flame (16.07.2007, 08:42 Uhr)
@Schrdro
nein, damit rechnen natürlich die wenigsten. Ich weiß ja selber nicht mal, wie ich in dieser Situation reagieren würde, aber ich denke es mir halt immer wieder, wenn ich sowas in den Nachrichten mitbekomme.
tripex (16.07.2007, 04:18 Uhr)
Terrorist
Dieser Mensch ist weniger Wert als ein Terrorist, denn dieser agiert wenigstens aus Überzeugung für ein (ehrenwertes) Ziel, (über das und die Art man natürlich geteilter Meinung sein kann.) Dieser Mensch wollte sich nur selbst entsorgen und hat sich dafür unschuldige Mitmenschen als Beihelfer ausgesucht. Manchmal könnte ich mich ärgern, nicht an Himmel und Hölle zu glauben.
Noch ein (un)passender Witz: Nach einem Falschfahrer-Crash fragt der eine Überlebende den anderen: Ja, sind Sie denn total blind? - Wieso, hab Sie doch jenau jetroffen.
Schrdro (16.07.2007, 01:11 Uhr)
zu Ice_Flame
Ich hab gelesen, der Unfall war beim Parkplatz Bloh, da ist eine (sanfte) Rechtskurve, aufgrund von Büschen usw. ist der Sraßenverlauf nicht gut einsehbar. Etwas weiter Richtung Neuenkruge ist die Autobahn dann schnurgerade, da wäre eine Reaktion vielleicht eher möglich gewesen. Andererseits, wer rechnet damit, dass einer absichtlich auf einen zuhält ...
johnquinn (15.07.2007, 23:23 Uhr)
Nichts als Zorn
Solche Menschen haben es nicht verdient zu leben. Die Tatsache, dass der Unwille dieses Mannes, weiterzuleben, vier andere, unbeteiligte Menschen das Leben gekostet hat, löst in mir sehr großen Zorn aus. Das war nichts anderes als Mord. Ich lebe selbst in Oldenburg, und es hätte genauso mich treffen können. Der Geisterfahrer hat Glück, dass er tot ist.
Ice_Flame (15.07.2007, 21:55 Uhr)
Ausweichen möglich?
Ich frage mich immer wieder, wie es zu solchen direkten Frontalcrashs kommen kann. Ich war zwar selbst noch nie in der Situation und möchte auch nich in diese kommen, aber doch stell ich mir vor, gerade nachts, dass das doch auffallen muss, wenn da einer auf einen zu kommt...
Und dann brems ich doch sofort ab und fahr auf die Standspur oder? Also wenns nachts ist und keiner unterwegs ist zumindest.
Justizius (15.07.2007, 20:14 Uhr)
Ohne Worte...
Mit hoher Geschwindingkeit auf der Gegenfahrbahn und dann der Frotalzusammenstoß....das ähnelt eher einem Terroristen als einem Selbstmörder...
Clibanarius (15.07.2007, 19:34 Uhr)
"Klo kippen"
"Dem Typen sollte man ein Begräbnis verweigern und seine Asche in ein Klo kippen!"
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Das dürfte ihn herzlich wenig interessieren und stören.
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