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17. Dezember 2011, 15:16 Uhr

Hunderte Menschen sterben in Sturzfluten

Der Tod überraschte die Menschen im Schlaf: Sturzfluten nach dem heftigen Tropensturm "Washi" walzten im Süden der Philippinen ganze Dörfer platt. Viele Bewohner hatten keine Chance zur Flucht.

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Viele Hütten und Häuser hielten den Sturzfluten auf den Philippinen nicht stand, viele Menschen entkamen dem Wasser nur mit dem, was sie am Leib trugen© Dennis M. Sabangan/DPA

Bei Sturzfluten nach schweren Regenfällen im Süden der Philippinen sind nach Angaben von Armee und Rotem Kreuz mindestens 440 Menschen ums Leben gekommen. Zahlreiche Bewohner gelten nach Behördenangaben noch als vermisst. Allerdings war unklar, ob nicht einige Vermisste aus der Stadt geflüchtet oder unter den Toten waren. Tropensturm "Washi" war über Nacht über die Insel Mindanao 800 Kilometer südlich von Manila hereingebrochen, sagte der Bürgermeister von Iligan. "Die Menschen schliefen schon, als die Sturzflut kam."

In mehreren Flüssen schwoll das Wasser in kürzester Zeit an, trat über die Ufer und rauschte in einigen Gemeinden wie eine zehn Meter hohe Wasserwand durch die Straßen. Die Wassermassen rissen viele der oft leicht gebauten Häuser mit. Manche Einwohner konnten sich in letzter Minute auf ihre Dächer retten. Andere sprangen aus dem zweiten Stockwerk in Rettungsboote. Am schwersten getroffen wurden die Städte Cagayan de Oro und Iligan. Helfer bargen allein dort nach Angaben des Militärs 208 Leichen.

Letzte Rettung aufs Hausdach

Cely Asinero aus Cagayan de Oro wachte durch das dröhnende Getöse draußen auf und sah die Sturzflut. "Wir mussten beim Haus meines Bruders das Dach aufreißen und hochklettern, sonst wären wir ertrunken", sagte sie im Radio. "Es war stockdunkel", sagte Roman Pino, der mit seinen beiden kleinen Kindern auch aufs Dach flüchtete. "Wir haben inbrünstig gebetet. Wir konnten erst nach sechs Stunden runterkommen und haben viele Leichen gesehen."

Im Fernsehen waren zusammengebrochene Hütten und Häuser zu sehen. Auf dem Meer trieben Holzplanken. Auf der Küstenstraße türmten sich Autos übereinander. Bäume waren entwurzelt, Strommasten umgeknickt.

Nach Angaben des Chefs der Zivilschutzbehörde wurden 400 Menschen in den beiden am schwersten betroffenen Städten gerettet. Hunderte Helfer seien im Einsatz, um nach Verletzten zu suchen. Der Tropensturm zog am Samstag über Mindanao. Er wirbelte mit Geschwindigkeiten von 75 Kilometern in der Stunde.

mlr/DPA/AFP
 
 
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