Niemand ging nach dem GAU so oft in den verstrahlten Sarkophag rund um den Reaktor wie der Sergeij Koschelew, der von sich sagt, er sei "süchtig" nach solchen Trips. Sehen Sie exklusiv auf stern.de seine Videos aus dem Zentrum der Katastrophe.

In dünnen Schutzanzügen arbeiten Techniker im Kern des geborstenen Reaktors© Sergeij Koschelew
Seine Kollegen nennen Sergeij Koschelew den Stalker. 1989 war er zum ersten Mal im Inneren des Sarkophags, jener brüchigen Hülle aus Beton, Blei und Stahl, die um den explodierten Reaktor gebaut wurde und in der noch heute Strahlenwerte von 3400 Röntgen pro Stunde herrschen.
Man hatte Sergeij eine Video-Kamera in die Hand gedrückt und gesagt, er solle die Reparaturarbeiten filmen. Seitdem war er fast jede Woche drin. Manchmal einmal, nicht selten zweimal. In Tschernobyl gibt es niemanden, der den Sarkophag öfter betreten hat als er. "Der Sarkophag zieht mich magisch an", sagt Sergeij. "Er ist für mich wie Doping. Eine Droge."