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16. Februar 2010, 13:36 Uhr

Baufirma suspendiert drei Mitarbeiter

Nach den Pfusch-Vorwürfen beim Bau der Kölner U-Bahn sind drei Mitarbeiter des Baukonzerns Bilfinger Berger suspendiert worden. Sie sollen Vermessungsprotokolle gefälscht und nicht die vorgeschriebene Zahl von Eisenbügeln eingebaut haben.

Köln, U-Bahn, Waidmarkt, Stadtarchiv, Pfusch, Suspendierung

Auch an der Haltestelle Heumarkt fehlen Stahlbügel

Nach Berichten über Pfusch beim Bau der Kölner U-Bahn hat der federführende Baukonzern Bilfinger Berger drei Mitarbeiter suspendiert. Ein Unternehmenssprecher bestätigte Medienberichte, denen zufolge ein Polier und zwei Bauleiter freigestellt wurden, die für die Arbeiten an einer nun als gefährdet eingestuften Baugrube in der Kölner Innenstadt zuständig waren.

Zugleich betonte der Sprecher aber, es handele sich ausdrücklich nicht um die "Führungsriege" des Unternehmens. Die Freistellungen seien zudem bereits vor einigen Wochen ausgesprochen worden. Die Kölner Staatsanwaltschaft hatte im Januar wegen Verdachts auf Betrug und Fälschung technischer Aufzeichnungen Ermittlungen gegen drei Mitarbeiter von Baufirmen eingeleitet. Sie sollen auf Weisung eines Poliers Eisenbügel gestohlen und an einen Schrotthändler verkauft haben, statt sie in die Außenwände des Bahn-Schachts nahe des Historischen Stadtarchivs einzubauen.

Seit einigen Jahren bauen mehrere Unternehmen die neue U-Bahn in Köln, Federführung hat Bilfinger Berger. In der Domstadt wächst nach ständig neuen Berichten über Mängel an mehreren U-Bahn-Baustellen und Spekulationen über organisierten Betrug die Sorge um die Sicherheit der Bevölkerung. An einer der Baustellen - am Waidmarkt - war das Historische Stadtarchiv am 3. März 2009 eingestürzt, zwei Menschen starben.

Der Aufsichtsrat der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) kam derweil zu einer Krisensitzung zusammen. In den vergangenen Tagen waren immer weitere Hinweise auf Mängel beim Bau der U-Bahn bekannt geworden. Das erhöhte auch die Sorge um die Sicherheit der Baugruben. Bei steigendem Hochwasser des Rheins wird mittlerweile auch ein Fluten der Baustellen erwogen. Wenn das Hochwasser über den Wert von 41,50 Metern über Normalnull steige, könnte die Baustelle zum Ausgleich der Druckverhältnisse geflutet werden, sagte eine KVB-Sprecherin. Momentan liege der Wert aber bei 38,50 Metern. Zudem falle das Hochwasser derzeit.

DPA
 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
haulotte100 (17.02.2010, 21:37 Uhr)
Fachliche Kompetenz
Ich finde es sehr interessant das nun ein Jahr vergangen ist und ich heute im Radio das erste mal eine Meinung gehört habe die recht nah an der wahrscheinlichen Ursache lag.
Eigentlich hätte jeder der mal im Tiefbau tätig war ihnen die Ursache schon damals erklären können denn Grundbruch wird in jedem Fachbuch ausführlich beschrieben.
Wenn Wasser aus einer Baugrube unterhalb eines Bauwerks ab gepumpt wird und das noch in einer Region mit Sandigen Böden passiert folgendes mit jedem Liter Wasser wird ein wenig Sand mit ab gepumpt wenn dieser durch ein Loch in der Stützwand nach fließen kann entsteht ein Hohlraum und irgendwann stürzen dann auch Gebäude ein denn worauf sie mal gegründet wurden, wurde in irgend einen Vorfluter gepumpt .
Wenn dann noch Personal beschäftigt wird welches nicht in der Lage ist Pläne zu lesen geschweige denn zu verstehen worum es eigentlich geht wundert es mich nicht das man Teile des Baumaterials an den Schrotthändler verkauft denn eine Transporterladung bringt mehr als ein Tagesverdienst.
Aber das ist wahrscheinlich das noch kleinste Übel denn irgend einer hat die Mornierung abgenommen und wenn er das nicht vom geheizten Baucontainer aus gemacht hat hätte der Blindeste merken müssen das 80 % fehlen.
Kann natürlich auch ganz anders sein, für Stahl und Brunnen gibt es viel Geld also planen wir viel und reduzieren dann auf der Baustelle auf ein Minimum und frisieren die Protokolle und schon rechnet sich die Baustelle und der Wettbewerb ist raus weil der hätte den Stahl womöglich eingebaut.
Fazit für mich ist ganz klar wer vorher weiß was wirklich gefordert ist gewinnt und wie immer bei solchen Vorhaben sind das die Unternehmen die im Vorfeld schon die besseren Informationen haben und wie man die bekommt stehen im Paragraphen 1 des Baugewerbes.
Wer gut schmiert der gut fährt.!!!!!!!!!!!
Es tut mir sehr Leid für alle schon betroffenen und alle die es noch betreffen wird aber selbst die Medien scheinen mit Blindheit geschlagen zu sein denn ich habe meiner Frau schon am selben Abend erklärt wie so etwas funktioniert und ich bin kein Ingenieur.
Aber 25 Jahre Tiefbau und haben auch Fehler gemacht nur nicht in der Größenordnung und nicht mit soviel Rückendeckung denn die bekommt nur wer sie bezahlen kann.
jomimo (16.02.2010, 22:21 Uhr)
@greeper
Schon mal was von skandinavischer Sprache und entsprechender Tastatur gehört ?

Wohl eher nicht ... peinlich ......
Latze (16.02.2010, 16:00 Uhr)
Ich habe selbst mal 24 Jahre auf dem Bau gearbeitet und muss nun feststellen,
dass mich das was hier in Köln abgeht nicht wundert. Seit die billigsten Baufirmen geholt werden, wird gepfusch, gefälscht, und beschissen. Vor allem ausländische Baufirmen mit ungelerndem Personal, die auf Deutschen Baustellen "arbeiten", bescheissen was das Zeug hergibt. Vor 30-35 Jahren als nur gelernte Deutsche Maurer, Betonbauer, Poliere auf Baustellen beschäftigt waren, sind solche Machenschaften undenkbar gewesen und auch nie vorgekommen.
So, und jetzt kann wieder mal die Nazikeule heraus geholt werden. Viel Spaß!
Greeper (16.02.2010, 15:24 Uhr)
Döitsch
@matrose

"Pruefingenjoer"

hihi
matrose (16.02.2010, 14:23 Uhr)
und welche Schuld trifft den Bauherrn?
Komisch, ich høre und lese hier nur das Pfusch am Bau durch Poliere und Bauleiter verursacht wurde! Und was ist mit der Kontrollpflicht des Bauherrens? dieser haette zusammen mit dem verantwortlichen Bauleiter die Bewehrung abnehmen muessen. Zumindest haette ein Pruefingenjoer bei der Kontrolle anwesend sein muessen. Sehr zweifelhaft erscheint mir die Beteiligung des Bauherrens in dieser Geschichte zu sein.....
Und abschliessend: Vergibt nicht immer die Auftraege an den "billigsten" den diese holen sich das Geld wieder! Ob vom Bauherrn durch Nachtraege oder von den Nachunternehmern. Denkt mal drueber nach!!!
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