Afrika versinkt in den Fluten

21. September 2007, 18:16 Uhr

Die verheerenden Überschwemmungen haben in 17 afrikanischen Ländern mindestens 250 Tote gekostet. Von Senegal bis Äthiopien wurden Häuser weggespült und Ernten zerstört. Zur Angst vor dem Hunger kommt jetzt auch noch die Furcht vor den Seuchen.

Boot statt Auto: Dieser Mann erreicht sein Haus in Monrovia/Liberia auf keinem anderen Weg mehr©

Armeehubschrauber kreisten auch am Freitag über den Hochwassergebieten in Ghana und Togo, Uganda und Burkina Faso. Aus der Luft versuchten die Helfer, jene Menschen zu erreichen, deren Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten sind. Mit Booten, Allradfahrzeugen und Lastwagen versuchen Helfer und Krisenmanager der Vereinte Nationen und Hilfsorganisationen, über zerstörte Straßen zu den Flutopfern zu gelangen. Dabei ist auch Tage nach den ersten Katastrophenmeldungen nicht klar, wie viele Menschen obdachlos geworden sind, vor den Wassermassen flüchten oder den schlammigen, reißenden Fluten zum Opfer fielen.

"Man muss leider davon ausgehen, dass die Zahl der Toten noch steigen wird", sagt Hans Jürgen Edding, Gesundheitskoordinator der Föderation des Roten Kreuzes und des Roten Halbmunds für West- und Zentralafrika. Allein in seinem Zuständigkeitsgebiet sind inzwischen rund 600.000 Menschen obdachlos.

Ende der Flut noch nicht abzusehen

"So schlimm war es noch nie", klagt Hasifa Kabeija, Sprecherin des Roten Kreuzes in Uganda. Die Menschen dort seien an die jährlichen Fluten am Ende der Regenzeit gewöhnt - doch ein solches Ausmaß habe das Hochwasser noch nie gehabt. Ein Ende der Flut ist jedoch nicht abzusehen. Die Regenzeit kann in Uganda bis Dezember dauern. Die Regierung in Kampala rief den Notstand in den Flutgebieten aus - zu spät, klagen örtliche Medien.

"Viele Häuser sind wegen durchweichter Böden und undichter Dächer unbewohnbar", sagt Grace Akwango von der Hilfsorganisation ActionAid. Die Helfer seien im Dauereinsatz, doch angesichts der fast 300.000 Flutopfer allein in Uganda sei die bittere Erkenntnis: "Unsere gemeinsamen Anstrengungen reichen nicht aus."

Erste Durchfallerkrankungen

Während Hunderttausende in West-, Zentral- und Ostafrika vor den Wassermassen fliehen, fürchten Experten, dass mit dem Ende des Regens und dem Sinken der Wasserstände längst nicht alles überstanden ist. Nach der Flut drohen Hunger und Seuchen. In Ghana, wo ebenfalls etwa 300.000 Menschen von der Flut betroffen sind, wurden erste Fälle von Durchfallerkrankungen gemeldet.

Ob es sich um Cholera handelt, ist noch nicht sicher, doch die Helfer fürchten, dass angesichts verunreinigter Brunnen und Wasserstellen sowie katastrophaler hygienischer Zustände in den Flutgebieten eine Choleraepidemie nur ein Frage der Zeit ist. "Selbst wenn die Regenfälle aufhören, bleiben große Flächen stehenden Wassers. Das sind Brutstätten für Malaria", befürchtet Edding.

Angst vor Folgeschäden

Das Wasser hat Ackerboden mit sich gerissen und Ernten zerstört - die Auswirkungen dürften weit über die betroffenen Regionen hinaus reichen. "Im Flutgebiet in Ghana werden 40 bis 50 Prozent der Nahrungsmittel des ganzen Landes produziert", weist Edding auf längerfristige Versorgungsengpässe hin. Mindestens bis zur nächsten Ernte werden die Menschen im Katastrophengebiet auf Lebensmittelhilfe angewiesen sein - und erst nach dem Rückgang der Flut wird sich zeigen, ob die Landwirtschaft durch weggeschwemmte fruchtbare Bodenschichten auf Jahre hinaus geschädigt ist.

KOMMENTARE (10 von 12)
 
J.Stahl (22.09.2007, 16:37 Uhr)
@aurum
es gibt hierzulande auch genug kinderschänder.
sie sind ja eh das allerletzte.so wie sie reden...sie reden genau wie einer dieser kolonialherren!wollen sie mir etwa unterstellen ich wäre blöder als ein deutscher hund?so einer wie sie?ich stamme auch aus einem land das britisch war-dort funktioniert alles.ich glaube es ist ein problem afrikas das einfach die weißen es immer noch aussaugen.oder wer bringt die waffen ins land?das hat nichts mit arbeiten zu tun,das haben ja die kolonialherren nicht grade erfunden oder für was habt ihr weißen die sklaven gebraucht?!ja genau,ihr habt uns das arbeiten beigebracht.und noch auf so nette art und weise.mit so viel respekt vor dem jeweiligen menschen(sklaverei).wie können wir schwarze es auch wagen nicht dankbar zu sein?
starmax (22.09.2007, 14:41 Uhr)
Der STERN braucht diese Kommentare
so wenig wie Afrika bzw. die Welt uns Menschen.
Aber wir brauchen die WELT - und eine friedliche mit verteilten Chancen und Resourcen wäre alle Mal vorzuziehen. Also lasst diese Militanz in einer Diskussion überdas Gewesene, wendet den Blick nach vorn und helft, es besser zu machen!
mojo.man (22.09.2007, 13:31 Uhr)
Mit Halbwissen ...
... sollte man sich Kommentare verkneifen!
@ Aurum: Ihre rassisitsche Einstellung ist schon sehr eindeutig und ihr Halbwissen über diese Länder, auf denen Sie ihr "Argumente" gründen, ist traurig!
Zum Thema "weiße Siedler" sollten Sie vielleicht mal bedenken wer zuerst in diese Regionen besiedelt hat. Das war nicht die Weißen, sie waren die Eroberer, die Unterdrücker, die Ausbeuter dieser Region. Die einzigen Interessen der Weißen sind, leider bis heute, die Rohstoffe dieser Länder, an die möglichst billig herankommen wollen.
Wenn Sie schon von Fakten sprechen, sollte Sie sich mit sich Fakten auch vorher anschaun! Warum sind diese Länder in politischem Chaos ertrunken, nach 1962? Weil die guten Weißen entsprechende Strukturen in den Ländern hinterlassen haben? Weil sie die Kulturen der Länder bei ihrer Eroberung berücksichtig haben? Weil sie die bestehenden Staatsformen belassen haben? Weil sie Grenzen, mit dem Lineal, gezogen haben die weder natürlichen noch kulturellen Aspekten folgten?
Die Weißen, und auch die Deutschen, haben sich in Afrika aufgeführt wie kulturlose Barbaren!
Beim Eintreffen der Weißen hatten viele Länder Afrikas ausgeprägte Kulturen und Staatsformen, nur waren die Weißen leider zu dumm dies zu erkennen.
Wer noch in keinem dieser Länder war, sollte sich bei den Kommentaren zu diesem Thema zurückhalten. Im Fernsehn wird man selten ausführlich über dieser Länder informiert. Für die Medien sind die Länder nur interessant wenn es dort wieder ein Katastrophe gibt oder können Sie Aurum etwas fundiertes über die positiven Entwicklungen in diesen Regionen berichten?
Ich denke nicht!
H.P. (22.09.2007, 09:24 Uhr)
unserer Lebensweise
Es trifft immer zuerst die Armen, doch es wird leider noch schlimmer kommen und daran tragen gerade wir mit unserer Lebensweise mit dazu bei. Vieles ist schon seit Jahren bekannt, doch es wird wenig getan.
http://www.lebedeinbestes.de/index.html
mamadou (22.09.2007, 08:41 Uhr)
Stahl ist Schwätzer
Mit solchen unqualifizierten Provokationen schaden sie der Sache Afrikas nur. Dîe Schwarzen brauchen ihre 'Unterstützung' nicht. Bleiben sie fern hier!
mamadou (22.09.2007, 08:08 Uhr)
Afrika wird überleben
Aids, Seuchen, Krieg und Katastophen aller Art vernichten Abertausende, richtig. Aber die Geburtsraten sind so hoch (bis 7 Kinder im Schnitt pro Frau) dass immer mehr Menschen kommen. Die Schuld der Weissen sind vor allem die Waffenlieferungen, aber Geldgier ist überall!
Aurum (22.09.2007, 06:12 Uhr)
@J.Stahl
Ihre Kommentare im Stern sind ja wohl mit Abstand das Letzte. Ihr IQ scheint wirklich unter dem eines Deutschen Hundes zu liegen. Dies scheint auch anderen Lesern aufzufallen. Meine Meinung hat nichts mit Rassismus zu tun, sondern ist eine Tatsache. Fakt ist, daß nach der sogenannten Unabhängigkeit dieser Staaten keiner mehr Lust empfand zu arbeiten. Man war ja nun frei.
@Denimdemon: Untermensch? Was ist das denn? Eine Form des Primaten, so wie Sie einer sind? Rassennachweis? Das scheint eine der Sachen zu sein, welcher Ihnen fehlt. Dann freunden Sie sich besser mit den Kinderschändern in Afrika an, die jedes Jahr tausende von minderjährigen mit HIV infizieren. Viel Glück!
Denimdemon (22.09.2007, 04:17 Uhr)
@Antidemokrat
Zum Beispiel solche wie dich! Die es sich auf ihrem Stuhl mit ihrem dicken breiten Arsch gemütlich gemacht haben und weil ja nix besseres im TV kommt und ihr Kopf auch hohl ist einfach mal sinnlos Schwachmaten-Kommentare auf STERN.de schreiben.
Achja an Aurum:
Solche Untermenschen wie dich würd ich nicht mal anspucken. Zeig mir deinen 30-Generationen-Rassen-Nachweis. Dann darfste mal mitreden aber vorher bist du für mich schlimmer und vorallem weniger wert als jeder Kinderschänder.
MfG
Attila_Thueringen (22.09.2007, 04:15 Uhr)
Gleichgültig und hartherzig (@aurum, @ antidemokrat)
Reichtum und die Ferne von Krankheit machen gleichgültig und hartherzig.
Antidemokrat (22.09.2007, 01:27 Uhr)
Ja, so ist das seit Mrd. Jahren
Als ob das die erste Flut nach dem Untergang der Dinosaurier wäre ... so ist das nun mal, Leben für alle funktioniert nicht. Ohne diese Katastrophen würden sich ja auch die Menschen gegenseitig auf den Füßen stehen, oh, das machen sie ja jetzt schon ! Wüste oder schlechtes Land, noch vor ein paar 1000 Jahren konnte der Mensch einfach weiterziehen, das geht jetzt nicht mehr. Von mir aus kann die ganze Welt in den Fluten versinken, gibt eh zuviele Menschen !
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