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28. März 2006, 15:23 Uhr

"Gummistiefelhochwasser" könnte zur Flut werden

Noch ist es nur ein "kleines Hochwasser", doch die Menschen in Bayern bereiten sich auf das Schlimmste vor. Die Flusspegel steigen unaufhörlich - die Angst vor unwetterartigem Tauwetter steigt.

Eine Frau beobachtet in Passau den steigenden Flusspegel© Armin Weigel/DPA

Nach erneuten Regenfällen sind am Dienstag in Bayern die Flusspegel weiter gestiegen. An einigen Stellen wurde mit der Stufe drei die zweithöchste Hochwassermeldestufe erreicht. Im Main- und im Donaugebiet gebe es verbreitet Überflutungen, berichtete das bayerische Landesamt für Umwelt.

In Passau bereiteten sich die Menschen auf eine größere Flut vor, nachdem die Donaupromenade bereits teilweise überschwemmt war. Einige Geschäftsleute in Ufernähe räumten vorsorglich ihre Läden leer. Zudem wurden Sandsäcke bereitgestellt. Insgesamt waren die Passauer aber noch gelassen. "Das ist ein Gummistiefelhochwasser", sagte ein Altstadtbewohner.

Pegel steigt in Würzburg um mehr als einen halben Meter

Auch die Verwaltung der Dreiflüssestadt stufte die Lage als noch nicht dramatisch ein. "Für Passauer Verhältnisse ist das bisher mit 7,75 Metern an der Donau ein kleines Hochwasser", meinte ein Sprecher des Ordnungsamtes. Wie sich die Lage bei weiteren Regenfällen und Schneeschmelze entwickeln werde, sei aber noch nicht absehbar.

In Regensburg blieben die Donaupegel fast unverändert im Bereich der Meldestufe zwei. Hingegen stieg in Würzburg der Main innerhalb eines Tages um mehr ein einen halben Meter, der Pegel blieb aber unter der ersten Hochwassermeldestufe.

Wetterdienst gibt Unwetterwarnung heraus

Nach Angaben des Umweltlandesamtes waren in Nordbayern insbesondere die Gebiete an der Fränkischen Saale, der Pegnitz und dem Oberen Main von Überschwemmungen betroffen. In Ostbayern traten Naab, Regen, Vils und Rott über die Ufer.

Der Deutsche Wetterdienst gab für das Alpengebiet und den Bayerischen Wald eine Unwetterwarnung heraus. Dort müsse bis Mittwochvormittag mit starkem Tauwetter und Dauerregen gerechnet werden. Die Experten rechneten deshalb damit, dass sich insbesondere im Regen- und Ilzgebiet die Hochwasserlage noch zuspitzen wird.

Auch in weiteren Teilen Deutschlands wird es ungemütlich: In Dresden wurde erstmals während des diesjährigen Winterhochwassers das Elbufer im Zentrum der Altstadt überflutet. Laut Stadtverwaltung erreichte der Pegel am Dienstagmorgen 5,01 Meter. Der Deutsche Wetterdienst rechnet laut Vorhersage vom Dienstag bis zum Wochenende mit länger anhaltenden Regenfällen und Gewittern.

DPA/AP
 
 
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