Zehntausende Menschen sind von der Außenwelt abgeschnitten. Kängurus retten sich auf Bäume. Im Südosten Australiens herrscht Hochwasser. Schlimme Erinnerungen werden wach an die Flut 2011 in Queensland.

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Land unter in "Down Under": Der Südosten Australiens leidet unter den schwersten Überschwemmungen seit mehr als 30 Jahren. Am schlimmsten traf es die Kleinstadt Moree im Bundesstaat New South Wales, wo nach Angaben des örtlichen Rettungsdienstes (SES) am Freitag rund 10 000 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten waren. Nach heftigen Regenfällen traten Flüsse über die Ufer und setzten mehrere Straßen unter Wasser.
In New Youth Wales und Queensland steckten am Freitag insgesamt rund 7200 Bewohner in ihren Häusern fest, wie die Behörden mitteilten. In der 8000-Einwohner-Stadt Stadt Moree in New Youth Wales begannen Rettungskräfte damit, mehrere Häuser und Geschäfte zu evakuieren. Der Norden sei nicht nur vom Rest der Stadt abgeschnitten, dort seien auch viele Grundstücke überflutet, sagte der Regierungschef des Bundesstaates, Bryan O'Farrell.
Rettungskräfte mussten Flutopfer von den Dächern ihrer Häuser oder Autos retten. Das Militär warf aus der Luft Lebensmittelpakete ab. "Einige Straßen sehen aus wie die Kanäle Venedigs", sagte der Regierungschef des Bundesstaates, Barry O'Farrell, der die Gegend überflog. Der Fluss Mehi habe mit fast elf Metern den höchsten Stand seit 1976 erreicht, hieß es.
"Alle zehn Minuten sehen wir ein Känguru vorbeischwimmen", sagte Farmer Peter Birch dem Rundfunksender ABC. Nicht nur die Menschen seien vor den Wassermassen auf der Flucht, auch die Tiere versuchten mit allen Mitteln, im Trockenen zu bleiben: "Als wir heute Morgen aufwachten, saßen Kängurus, Ameisenigel und ein Koala in den Bäumen." Moree ist rund 640 Kilometer von der Regionalhauptstadt Sydney entfernt und lebt vor allem vom Baumwolle-Anbau.
Vor rund einem Jahr war der Nordosten Australiens bereits von riesigen Überschwemmungen heimgesucht worden. Dabei wurden zehntausende Häuser überflutet. Etwa 35 Menschen wurden getötet, riesige Flächen Ackerland wurden vernichtet. Anschließend fegte der Monstersturm "Yasi" über das Land und richtete weitere große Schäden an.