Menschrechtsaktivisten hatten das Urteil scharf kritisiert: Ein offenbar geistig behinderter Mann wurde im US-Bundesstaat Texas per Giftspritze hingerichtet.

In Texas ist ein offenbar geistig behinderter Mann hingerichtet worden© Paul Buck/DPA
Trotz Protesten von Menschenrechtsaktivisten ist im US-Bundesstaat Texas ein offenbar geistig behinderter Mann hingerichtet worden. Die Todesstrafe gegen den 54-jährigen Afro-Amerikaner sei am Abend mit einer Giftspritze vollstreckt worden, hieß es aus Justizkreisen. Er war schuldig gesprochen worden, 1992 einen Polizei-Informanten getötet zu haben.
Der 54-Jährige hatte 18 Monate im Todestrakt gesessen, einen letzten Vorstoß seiner Anwälte zur Verhinderung der Hinrichtung wies der Oberste Gerichtshof zurück. Gegen die geplante Hinrichtung hatten Menschenrechtsorganisationen scharf protestiert. Ihren Angaben zufolge war bei dem Mann von Ärzten eine geistige Behinderung diagnostiziert worden.
Der Oberste Gerichtshof der USA hatte 2002 entschieden, dass geistig Behinderte nicht zum Tode verurteilt werden dürfen. Allerdings überließ das Gericht die Definition von geistiger Behinderung den Bundesstaaten. Nach der geltenden Definition von Texas war der nun Hingerichtete laut Behördenangaben nicht geistig behindert. Wie die "Huffington Post" im März dieses Jahres allerdings vermeldete, wurde bei einer psychologischen Untersuchung im Jahr 2004 festgestellt, dass der Verurteilte einen Intelligenzquotienten von 61 hatte. In Texas gilt jeder mit einem IQ von weniger als 70 als geistig behindert. In anderen US-Staaten liegt die Grenze ebenfalls in etwa diesem Punktebereich.
Es war bereits das 25. Mal in diesem Jahr, dass in den USA die Todesstrafe vollstreckt wurde. Sieben der Hinrichtungen fanden in Texas statt.