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11. Februar 2012, 17:26 Uhr

Amateurvideo zeigt Chaos auf Brücke

Und wieder ist ein entlarvendes Beweisstück aufgetaucht. Ein Amateurvideo zeigt das dilettantische Verhalten des Kapitäns nach der Havarie der "Costa Concordia".

Knapp einen Monat nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia" vor der italienischen Küste ist ein Amateurvideo vom Abend des Unglücks aufgetaucht. In dem neunminütigen Film, der vom Magazin TG5 im italienischen Privatsender Canale 5 ausgestrahlt wurde, ist die Schiffsbrücke zu sehen, auf der sich Kapitän Francesco Schettino und seine Stellvertreter befinden. Das bislang unbekannte Video entstand eine halbe Stunde nach dem Auflaufen des Schiffes auf einen Felsen und könnte den Ermittlern neue Erkenntnisse über das Unglück liefern. Wer das Video aufnahm, ist unklar.

Das Video zeigt Schettino und ein Dutzend weitere Besatzungsmitglieder, die auf Bildschirme blicken oder telefonieren. Die Atmosphäre ist zunächst noch relativ ruhig, doch wächst die Nervosität zusehends. Zu hören sind unter anderem Sätze wie "Es gibt praktisch einen Riss, und Wasser dringt ein". Später ist zu hören, wie jemand erklärt, dass die Passagiere eigenmächtig in Rettungsboote steigen. Schettino antwortet darauf: "Das ist okay, in Ordnung."

Die ermittelnde Staatsanwaltschaft von Grosseto will das Video nun weiter analysieren. Alle zu dem Zeitpunkt auf der Brücke befindlichen Menschen seien bereits befragt worden, allerdings habe niemand die Existenz des Videos erwähnt, sagte Staatanwalt Francesco Verusio der Nachrichtenagentur Ansa. Bei der Havarie des Luxusliners am 13. Januar kamen vermutlich 32 Menschen ums Leben. Insgesamt befanden sich mehr als 4200 Menschen an Bord.

kgi/DPA/AFP
 
 
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