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22. Februar 2012, 13:50 Uhr

Taucher entdecken weitere Leichen im Wrack

Die Suche nach Vermissten war eigentlich schon längst eingestellt. Doch jetzt haben Taucher im Wrack der "Costa Concordia" acht Leichen entdeckt. Bislang waren noch 15 Menschen nach dem Unglück des Kreuzfahrtschiffs vermisst worden.

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Das Wrack der "Costa Concordia" liegt unweit der Insel Giglio© Darrin Zammit Lupi/Reuters

Im Wrack der "Costa Concordia" sind weitere Leichen entdeckt worden. Am Mittwochvormittag wurden im unter Wasser liegenden Teil des Wracks vier Leichen lokalisiert. Nach Angaben des italienischen Zivilschutzes wurden die Leichen auf Grundlage von Augenzeugenberichten von Überlebenden auf dem vierten Deck des Kreuzfahrtschiffs gefunden. Später am Tag wurden weit entfernt von der Stelle noch einmal vier Leichen gefunden.

Bergung der Leichen wird lange dauern

Die Rettungstaucher hatten ihre Suche nach Vermissten im überfluteten Teil des havarierten Schiffs eigentlich schon Ende Januar aus Sicherheitsgründen eingestellt. Befürchtet wurde unter anderem, dass die Taucher nicht mehr aus dem Wrack herauskommen könnten. Wegen der "schwierigen Bedingungen" werde auch die jetzige Bergungsaktion "lange" dauern, erklärte der Zivilschutz.

Die "Costa Concordia" war am Abend des 13. Januar mit 4200 Menschen an Bord vor der italienischen Toskana-Insel Giglio gekentert. Insgesamt kamen vermutlich 32 Menschen ums Leben, allerdings wurden bislang 15 Vermisste nicht gefunden.

Fünfjährige Italienerin unter den Toten

Unter den Toten soll auch die fünfjährige Italienerin Dayana Arlotti aus Rimini sein, deren Schicksal in Italien viel Anteilnahme gefunden hatte. Sie war zusammen mit ihrem Vater auf der Kreuzfahrt. Ansonsten wurde über die Identität der jetzt entdeckten Leichen zunächst nichts bekannt.

Gegen den Kapitän Francesco Schettino (52) wird seit dem Unfall wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung, Havarie und Verlassen des Schiffes während der Evakuierung ermittelt. Schettino ist unter Hausarrest. Das Leeren der Tanks der "Costa Concordia" ist vorangekommen. Zwei Drittel der 2380 Kubikmeter Treibstoff, ganz überwiegend gefährliches Schweröl, sind abgepumpt. Damit hat sich die Gefahr einer größeren Ölpest im toskanischen Archipel verringert. Das restliche Öl sollen in den nächsten Wochen abgepumpt werden.

Danach muss die Genueser Reederei einen Plan für den Abtransport des 290 Meter langen Schiffes vorlegen. Offen ist, ob das havarierte und teilweise voll gelaufene Schiff nach dem Aufrichten zerteilt werden muss oder aber an einem Stück abtransportiert werden kann.

swd/DPA
 
 
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