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9. Juli 2008, 09:57 Uhr

Forscher warnen vor Strahlenbelastung

In einer französischen Atomanlage bei Avignon sind bei einem Unfall 30.000 Liter einer Uranlösung in drei Flüsse gelaufen. Die Atombehörde stuft die Gefahr als "gering" ein - unabhängige Forscher und Umweltschützer sehen das ganz anders.

Greenpeace-Aktivisten demonstrieren vor dem Atomkraftwerk im französischen Tricastin (Archivfoto von 2003)© AP

Bei dem Uranunfall in der südfranzösischen Atomanlage Tricastin bei Avignon ist nach Einschätzung unabhängiger Forscher die Umwelt stärker mit Strahlung belastet worden als bisher von den Behörden eingeräumt. Man könne davon ausgehen, dass die Strahlung 100 Mal höher sei als die für das Gesamtjahr zulässige Obergrenze, erklärte die Kommission für Unabhängige Forschung und Information über Radioaktivität (CRIIRAD).

Der Unfall hatte sich am Dienstagmorgen um 6.30 Uhr in einem Werk zur Behandlung von Atomabfällen bei Avignon ereignet. Die Behörden hatten aber bis zum Abend mit der Bekanntgabe gewartet. Aus einem undichten Tank war radioaktive Flüssigkeit mit 360 Kilogramm Uran ausgetreten. Ein Teil gelangte in die kleinen Flüsse Gaffière und Lauzon und die Rhône. Die Behörden gaben keine Strahlungswerte an, verboten aber die Wasserentnahme, das Baden und Fischen in den betroffenen Gewässern. Die französische Atomaufsichtsbehörde ASN stufte die Gefahr für die Bevölkerung als "gering" ein.

Die Umweltschutzbewegung Sortir du Nucléaire erklärte dagegen, es sei "unmöglich", dass es keine Gesundheitsgefährdung gebe. "Wenn die von der ASN akzeptierten Zahlen stimmen, macht das 360 Kilogramm Uran", erklärte die Organisation. Wer damit verseuchtes Wasser trinke, habe die Partikel im Körper. Auch bei geringer Strahlung entstehe dann erhebliche Krebsgefahr.

In einem der betroffenen Flüsse wurde eine Urankonzentration rund 1000 Mal über dem Normalwert gemessen. Der Wert gehe aber rasch zurück, erklärte die Atomaufsichtsbehörde.

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 24)
 
felice4711 (09.07.2008, 17:51 Uhr)
@ Dudu, für die Liste
War da nicht vor kurzem erst was mit Vattenfall? Ich hab's nicht mehr so recht in Erinnerung.
Dudu (09.07.2008, 14:48 Uhr)
@Countryjoe (9.7.2008, 6:43 Uhr)
Die Franzosen sind wirklich nett, verstrahlen ihre Flüsse, damit in D. der Atomausstieg nicht in Frage gestellt wird.
Countryjoe, wirklich gut kombiniert
Dudu (09.07.2008, 14:40 Uhr)
Störfälle der letzten Jahre
Tschernobyl 1986
Harrisburg USA 1978 (auch heute noch strahlende Ruine)
Forsmark Schweden 2006
Super sicher AKWS in Deutschland
Biblis-A 1987 (kühlwasserverlust, fast Super-Gau)
Brunsbüttel 2001
Das nur als kleine Auswahl, Tschernobyl kann sich jeden Tag überall - auch in Deutschland - wiederholen.
bayerbienengift (09.07.2008, 12:51 Uhr)
der Wert geht schnell zurück
na klar
bayerbienengift (09.07.2008, 12:50 Uhr)
360 kg Uran- kein Problem
der zulässige Höchstwert wurde nicht
überschritten. Der Atommafia sei dank!
tripex (09.07.2008, 11:40 Uhr)
Atomstrom ist (zu Unrecht) billig
Atomstrom ist der billigste Strom, den man sich zur Zeit vorstellen kann, aber nur auf Kosten einer quasi unendlich langen verstrahlten Erde. Normalerweise gehören die Kosten zur Aufbereitung/Neutralisierung oder wie auch immer dem Energiebetreiber aufgebrummt, aber das würde Millionen kosten, wenn es denn überhaupt möglich wäre. Und daß die angebliche Kostenersparnis überhaupt an uns Endkunden weitergereicht wird, glauben wohl nur noch Ewigträumer.
Kauz01 (09.07.2008, 11:09 Uhr)
@Countryjoe
Wie kommst du eigentlich auf die Idee, dass Strom aus Kernkraft so billig ist?
Gruß vom Kauz01
Countryjoe (09.07.2008, 11:03 Uhr)
@Pamela_1971
Also lieber mit immer teureren Rohstoffen immer teureren Strom herstellen? Wer soll die Folgen des Atomdogmas denn eigenrlich noch bezahlen? Oder soll es dann die neuen Schichten der Stromlosen und der Verstromten geben? Oder soll man wegen Klimaschutz und Atomdogma gleich ganz verzichten?
Kauz01 (09.07.2008, 11:01 Uhr)
Geigerzähler @gmathol
Der Geigerzähler wird dir beim Uran nicht so viel nützen. Die meisten Uran-Isotope sind Alpha-Strahler und diese Teilchen schaffen es in der Luft höchstens mal ein bisschen mehr als 10 cm. Du kannst in dem Wasser sogar baden ohne dich groß zu gefährden (Die Strahlung kommt i.a. nicht einmal durch die obere Hautschicht).
Schlimm wird es erst, wenn du was von dem Zeug verschluckst oder einatmest. Dann sind die Strahler genau da, wo sie in ihrer Reichweite maximalen Schaden anrichten können.
Und noch nebenbei: Wir haben länger was von dem Uran. Es wird sich zwar im Fluß verteilen und verdünnen, aber auf der Erde frei beweglich bleibt es. Nebenbei bemerkt:
Die Halbwertszeit von Uran 235 (das ist das Isotop, das man in Kernkraftwerken einsetzt) beträgt über 700 Mio. Jahre, die des Uran 238 (das häufigste Isotop, wahrscheinlich mit Bio-Uran gemeint) beträgt über 4 Milliarden Jahre. Wir haben also länger was davon und können über die Zeit immer mehr sammeln :-)
Grüße vom Kauz01
Pamela_1971 (09.07.2008, 10:44 Uhr)
@ Countryjoe
Ja das ist taktisch schon etwas blöde gelaufen, ne? Muss so ein "Zwischenfall" (wie Sie diese mittelschwere KATASTROPHE grob verharmlosend nennen) aber auch ausgerechnet jetzt passieren... und die Menschen unnötig darauf aufmerksam machen, wie BRANDGEFÄHRLICH die Kernenergie ist... so ein Mist aber auch! Ne? Warum kann die Kernenergie nicht einfach so sicher sein, wie uns das die Propaga... äääh, ich meine, die absolut objektive Informationspolitik der Kernkraft lobb... ääh, ich meine, der völlig selbstlosen, gemeinnützigen BetreiberInnen von AKWs immer Glauben macht? Machen wir die Augen zu und beten, dass nicht noch mehr Wahrheit ans Licht kommt! *ironie aus*
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