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4. April 2010, 11:40 Uhr

Ostergruß mit kleiner Abweichung vom Protokoll

Papst Benedikt XVI. hat in seiner Osterbotschaft in Rom zu Frieden und Eintracht in einer von Gewalt, Diskriminierung und Terror geprägten Welt aufgerufen. Bei der im Ablauf streng festgelegten Messe, gab es eine kleine Abweichung vom Protokoll.

Papst, Ostermesse,

Papst Benedict XVI sendet den traditionellen Ostergruß "Urbi et Orbi". Zehntausende hatten sich im Regen auf dem Petersplatz versammelt© AFP PHOTO / TIZIANA FABI

Die ganze Menschheit müsse die sich ausbreitende "Kultur des Todes" überwinden, um eine Zukunft der Liebe und Wahrheit aufzubauen, in der jedes menschliche Leben geachtet und aufgenommen werde, verlangte Benedikt. Auf dem festlich geschmückten Petersplatz forderte er vor Zehntausenden von Gläubigen die Menschen so zu einer geistigen und moralischen Umkehr auf. Auf den Skandal um sexuellen Missbrauch in katholischen Einrichtungen mehrerer Länder ging Benedikt dabei nicht ein. Die Menge hörte dem Papst im Regen zu.

Das Osterfest steht für die katholische Kirche in diesem Jahr wegen des Missbrauchskandals unter keinem guten Stern. In einem vom Kirchenprotokoll abweichenden Schritt stellte sich der Dekan des Kardinalskollegiums, Angelo Sodano, ausdrücklich hinter den Papst, der wegen des Skandals mehrfach persönlich angegriffen worden ist. Das Volk Gottes werde auf Geplapper nicht hören, bekräftigte Sodano.

Papst, Ostermesse,

In einem vom Kirchenprotokoll abweichenden Schritt stellte sich der Dekan des Kardinalskollegiums, Angelo Sodano, ausdrücklich hinter den Papst, der wegen des Skandals mehrfach persönlich angegriffen worden ist© AFP PHOTO / ALBERTO PIZZOLI

"Die ganze Kirche ist mit Ihnen", sagte der Kardinal dem knapp 83- jährige Kirchenoberhaupt. Sodano wünschte dem müde wirkenden Benedikt fröhliche Ostern. Niemals zuvor war eine Ostermesse auf dem Petersplatz mit einer solchen Botschaft an den Papst eröffnet worden.

Die Menschheit brauche das Heil des Evangeliums, "um aus einer Krise herauszukommen, die tief ist und als solche tiefe Veränderungen verlangt", sagte Benedikt in seiner Osterbotschaft nach der Messe. Er beklagte nachdrücklich die Gewalt und die Spannungen im Heiligen Land und in mehreren afrikanischen Ländern, die weiter zerstört würden und leiden müssten. Den von Terrorismus und sozialen oder religiösen Diskriminierungen betroffenen Ländern wünschte der Papst die Kraft, "Wege des Dialogs und des friedvollen Zusammenlebens einzuschlagen."

Papst, Ostermesse,

Trotz starken Regens versammelten sich Zehntausende auf dem Petersplatz

Der Himmel über dem Vatikan zeigte sich an diesem höchsten christlichen Feiertag trübe und regenverhangen. Höhepunkt der Messe auf dem mit Blumen aus Holland festlich geschmückten Petersplatz war der abschließende Segen "Urbi et Orbi", den Benedikt XVI. von der Mittelloggia des Petersdoms aus in 65 Sprachen erteilte. Auf Deutsch sagte der Papst: "Euch allen ein gesegnetes und frohes Osterfest! Der Friede und die Freude des auferstandenen Herrn sei mit Euch."

Am Vorabend hatte das Oberhaupt von mehr als einer Milliarde Katholiken die Osterwache gefeiert. Dabei wurde in der Vorhalle der Kirche das Osterlicht entzündet und in den Dom gebracht. Die Christen feiern weltweit an Ostern die Auferstehung Jesu von den Toten.

 
 
KOMMENTARE (10 von 29)
 
Hamskibamski (06.04.2010, 10:23 Uhr)
@ Stern
Zum Thema " Beleidigung aller Missbrauchsopfer "

Wurden die Forenkommentare aus Täter oder Opferschutzgründen gelöscht ?

Oder liegt es vielleicht daran, dass der Stern Angst vor der kath. Kirche hat und somit hier aktiv Täterschutz betreibt und diese vor Volkes Zorn geschützt werden müssen ?

Mir fallen sonst keine Gründe für die Löschgung der ettlichen Beiträge zu dem brisanten Thema ein.

Lieber Stern, wie wäre es mal sich medial für die Kirchen-Opfer mit ganzer Kraft einzusetzen, auch wenn der Gegener Kirche heisst ?

Oder hat die Kirche etwa Einfluss auf die Werbeschaltungen und somit Einnahmeverluste für den Stern bewirken könnte ? Ansonsten kann man sich kaum erklären, dass hier die Schwänze gleich massenhaft eingezogen werden ?

JoachimBuch (04.04.2010, 21:52 Uhr)
Der Herr im Himmel
hat seinen Kommentar zum "Schwurbli et Orgie" des Papstes klar und deutlich kundgetan: Durch das Wetter.
Lazarus09 (04.04.2010, 19:41 Uhr)
@SpringbokCT Stimmt sie haben Recht...
Was in DDR Einrichtungen, Einrichtungen freier Träger Familien ..egal wo an Gewalt egal welcher Art geschied ist verwerflich und gehört im Rahmen des Gesetzes bestraft .

ABER ... Ist das nun der Freibrief für die Kirche die grade in der Gesellschaft als
Humanitäre Einrichtung die sie ja sein will Sonderrechte genießt . ??

Sie sehen das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun,erschwerend kommt die Verhöhnende und Abwiegelnde Haltung der Kirche hinzu.

Für mein Rechsempfinden gehört die Kirche samt ihrer Repräsentanten in die Verantwortung genommen was heißt.:

Keine Einnahmen aus Steuerpflicht

Beschlagnahmung des Vermögens zur Schadensbegrenzumg

Aberkennung der Geimeinnützigkeit

Sofortige Verhaftung aller Beschuldigten in U-Haft

Verhaftung des Sektenanführers

u.s.w.
SpringbokCT (04.04.2010, 19:01 Uhr)
> Lazarus09
Was ist denn die "momentane Situation" in der Kath. Kirche, von der Sie aus Anlass des Ostergrußes des Papst reden, Kinderschändung?

Claro es stimmt, im Westen waren die meisten Kinderheime katholisch. Im Osten dagegen in SED-Hand und in beiden gab es Mißbrauch. Warum sollen also nur die Einen Verantwortung übernehmen?

Übrigens bin ich kein Katholik und auch nicht anderweilig religiös. Allerdings auch nicht auf einem Auge blind.

Lazarus09 (04.04.2010, 18:46 Uhr)
@Motzerator Religion kann eine gute Sache sein
Wenn man die reine Lehre egal in welcher betrachtet...prima

und nun sehet was die Religionführer daraus gemacht haben..die Auslegung zu Zweckerd er Bereicherung und des Eigennutz ..das ist das Problem
Motzerator (04.04.2010, 18:19 Uhr)
Der Kirchenaustritt ist nicht schwer
Man muss nur zum Amtsgericht gehen, eine kleine Gebühr zahlen und schon ist man aus der Katholischen Kirche ausgetreten. Anders werden es die Herren in Rom nicht verstehen!

Jesus würde sich am Kreuz umdrehen, wenn er mit ansehen müsste, was diese Amtskirche aus seiner Religion gemacht hat.

Sicher haben die Schandtaten einzelne Priester begangen, aber die Kirche hat dies über viele Jahre vertuscht, die Leute in andere Einrichtungen versetzt und weitermachen lassen.

In jeder anderen Organisation würde eine derartige Häufung von Missbrauch und Gewalt gegenüber Schutzbefohlenen zu entsprechenden Rücktritten der Verantwortlichen Vorgesetzten führen! Bei der katholischen Kirche scheint man derartiges nicht für nötig zu halten!

Daher kann ich nur jedem anständigen Christen empfehlen, aus dieser Kirche auszutreten. Es gibt genug Alternativen, beispielsweise die evangelische Kirche!
Schnaafpaaf (04.04.2010, 17:53 Uhr)
Würde Jesus Christus heute auf die
Erde zurückkehren, würde er mit Peitsche und eisernem Besen die Kirche vom Klerus säubern und die grenzenlosen Reichtümer dieser selbstherrlichen Sippschaft an die Bedürftigen verteilen.
dieWahrheit2010 (04.04.2010, 17:45 Uhr)
wenn
man das dumm-blöde Geschreibsel von einigen hier liest,dann frag ich mich schon,ob diese Prolldeutschen ihren Verstand zu Ostern versoffen haben oder nur nicht wirklich kapierrt haben ,worum es hier geht.Die Verantwortung einer Mißhandlungen liegt nämlich beim Täter und nicht bei irgendeiner Kirche oder sonstigen Organisation-- vielleicht solltet ihr Vollschlauen mal im Internet die erste Vorlesung für Jurastudenten nachlesen--da wird euch das nämlich erklärt.
TschiTschi (04.04.2010, 17:24 Uhr)
Die katholische Kirche war nicht die einzige ...
... Organisation, die sich an Kindern vergangen hat. Aber sie ist die Organisation, die sich mit der Aufklärung der Vorfälle sehr schwer tut. Die katholische Kirche hat nicht begriffen, dass wir nicht mehr im Mittelalter leben, wo Kritiker der (Amts-)Kirche als Ketzer auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden und wo sich das gemeine Volk mit "Fürbitten" abspeisen lies. Während es in Deutschland eine vorsichtige Öffnung und Schulanerkennung gibt, verharren die Kirchenoberen in Rom immer noch in einer unerträglichen Haltung des Totschweigens und Diffamierens. Sollte sich dieser deutsche Papst nicht von solchen unerträglichen Worten deutlich distanzieren, sollte er zurücktreten. Er hat dann endgültig jegliche Autorität als moralische Institution verspielt!
Unabhängigen Katholiken bleibt dann nur der (massenweise) Austritt aus dieser Organisation!
ikaron (04.04.2010, 17:17 Uhr)
Korrektur...
...wollte in meinem unteren Beitrag natürlich sagen "Beweise dafür gibt es keine"...
 
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