. .
Panorama-Nachrichten
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
29. April 2010, 13:48 Uhr

Amokläufer muss neun Jahre in Jugendhaft

Das Urteil ist gefallen: Der Amokläufer von Ansbach muss neun Jahre in Jugendhaft. Er hatte mit Beil, Molotow-Cocktails und Messern 17 Schüler und Lehrer zum Teil schwer verletzt.

Ansbach, Amoklauf, Georg R.

Georg R. wird aus dem Gerichtssaal geführt: "Kein Mitleid für die Opfer"

Der Amokläufer von Ansbach muss neun Jahre in Jugendhaft. Die Große Jugendkammer am Landgericht ordnete am Donnerstag außerdem die Unterbringung des 19-Jährigen in der Psychiatrie an. Er habe sich des versuchten Mordes an 47 Menschen, schwerer Körperverletzung, versuchter besonders schwerer Brandstiftung und versuchten Totschlags an zwei Polizisten schuldig gemacht, sagte der Vorsitzende Richter Bernd Rösch.

Die Staatsanwaltschaft hatte die Höchststrafe von zehn Jahren Jugendhaft beantragt. Die Verteidigung plädierte ebenfalls auf Unterbringung des Angeklagten in der Psychiatrie, forderte aber maximal siebeneinhalb bis acht Jahre Jugendhaft.

Georg R. hatte im September 2009 seine Schule, das Gymnasium Carolinum in Ansbach, aus Hass mit Molotow-Cocktails, einem Beil und mehreren Messern bewaffnet überfallen, den dritten Stock in Brand gesetzt und mit dem Beil um sich geschlagen. Er verletzte 13 Schüler und zwei Lehrer. Einem Mädchen fügte er durch Axthiebe lebensbedrohliche Kopfverletzungen zu. Bevor Georg R. durch Schüsse eines Polizisten außer Gefecht gesetzt wurde, hatte er noch versucht, sich umzubringen.

Tod als Event inszenieren

Zum Prozessauftakt hatte er ein Geständnis abgelegt und ausgesagt, noch immer kein Mitleid für seine Opfer zu empfinden. Er ist seit Januar wegen einer schizoiden Persönlichkeitsstörung in der Psychiatrie in Ansbach untergebracht. "Sie wollten sterben, weil Sie Ihr Leben als einzige Krise sahen", sagte Rösch zum Angeklagten. Dabei habe er seinen Tod als "Event" inszenieren und möglichst viele mit in den Tod nehmen wollen. "Sie wollten als Massenmörder in die Geschichte ein- und aus dem Leben gehen", sagte der Vorsitzende.

Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft ist die Persönlichkeitsstörung des Angeklagten nicht der alleinige Grund für die Taten. Die Ursachen lägen zum erheblichen Teil in dessen Charakter. In seinem Plädoyer schilderte der Staatsanwalt den Täter als narzisstisch veranlagten Menschen, der sich selbst inszenieren wolle und seine Mitmenschen unter anderem als "Maden" bezeichnet habe. Georg R. habe "keinerlei Hemmschwelle" gezeigt, was das Töten von Mitschülern und Lehrern anging. Der Staatsanwalt sprach von einer "besonderen kriminellen Energie". Die Verteidigung hingegen stellte dem Sprecher zufolge in ihrem Plädoyer die Krankheit des Angeklagten in den Vordergrund.

APN/AFP
 
 
KOMMENTARE (7 von 7)
 
Mikeorganizer (30.04.2010, 08:06 Uhr)
Sicherlich .....
wurde auch gleich wieder geprüft, ob er daheim den Umgang mit den Messern oder dem Feuer in einem Killerspiel trainiert hat.

Ach nein.........er hat ja jeden Tag mit Messer und Gabel gegessen und abends sicherlich auch mal die Kerze angesteckt.

Also verbietet mal schnell Killerspiele, Messer, und vor allem Feuerzeuge - dann seid ihr wieder sicher.....

Wenn ich so einen verbohrten, abstrusen Gesellschaftsmüll lese, dann weiss ich auch wieso wir solch unfähige Politiker wählen.

Diese Gesellschaft, in all ihrer Geldgeilheit und der restlichen falschen Werte ist am Ende. Wenn wunder es da noch, das Menschen austicken ?
Mich nicht.
Conzaliss@t-online.de (29.04.2010, 18:39 Uhr)
Fragen bleiben
Ich denke, dass mehr in Richtung auf Verhütung solcher Straftaten getan werden müsste.

Der Täter muss vor der Tat auffällig geworden sein.

Schulpsychiater sind wohl zu teuer...
thoelz (29.04.2010, 17:49 Uhr)
9 Jahre Haft
Was muß ein Täter eigentlich noch anstellen, damit der gesetzliche Strafrahmen von 10 Jahren voll ausgeschöpft wird?
Trallallaa (29.04.2010, 15:37 Uhr)
Edit:
Bezog sich auf den Beitrag von steinhaus.
Trallallaa (29.04.2010, 15:36 Uhr)
trallallaa
Unterschreib ich.
Wenn man schon die Chance hat, einen Amokläufer zu durchleuchten, dann sollte man dies auch tun. Dieses Akten sollten noch lange nicht geschlossen werden.
steinhaus (29.04.2010, 15:08 Uhr)
Es ist vorbei!
Der Täter hat sein Urteil bekommen. Das Verfahren läßt viele Fragen offen. Ungünstig war hier, dass unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt wurde. Nur eine vorhandene Öffentlichkeit hätte es möglich gemacht, drängende Fragen zu klären. Es mag sein, dass der Täter aus unmoralischen Gründen gehandelt hat. Aber, auf zwei Fragen gibt es keine Antworten:
1) Wieso konnte der behandelnde Psychologe nicht erkennen, dass er dem Fall nicht gewachsen war. Warum hat er diesen jungen Mann weiterbetreut, statt den jungem Mann an einen Facharzt weiter zu geben?
2) Welche Rolle spielen die Besonderheiten des Gymnasium Carolinum an dieser Tat. Das ist ja schließlich keine normale Schule. Noten sind dort besonders wichtig, manchmal sind die Noten wichtiger als die Schüler. Man hat dort gute Chancen, die Note, die man sich erarbeitet hat, aus irgendwelchen Gründen nicht zu bekommen. Das sorgt für Ärger. Wieso wurde dieser Aspekt nicht beleuchtet?
Ist es nicht sehr einfach, die Schuld nur bei dem Täter zu suchen?
Auf keinen Fall möchte ich die Taten des Täters rechtfertigen. Ich möchte Aufklärung - und Veränderung. Ich möchte für Ansbach und Bayern bessere Schulen. Im Gymnasium Carolinum gibt es ja gerade ein tolles Schulklima und eine gute Schulfamilie. Und genau in dieser guten Schulfamilie begeht ein Schüler einen Amoklauf. Ich finde das sehr seltsam. Ich finde es noch viel seltsamer, dass sich das Gericht dieser Frage nicht gestellt hat. Ansbach hätte eine Chance sein können - wenn man sich dieser Frage gestellt hätte. Die Schule scheint mit dieser Frage überfordert zu sein, zu gespalten ist das Kollegium. Von dort sind auf keinen Fall Prozesse zu erwarten, die zu einer neuen Schulkultur führen.
tepes (29.04.2010, 14:55 Uhr)
schön! wieder einer, der erst "Urlaub" in der klapse macht
und dann nach 5 Jahren rauskommt weil ein Gutachter ihn als geheilt und ungefährlich einstuft. Und wer weiß dann klappt es mit den Amok vielleicht beim 2 Versuch.... Es ist zwar ein junger Mensch, aber ich glaub, wer einmal geistig so drauf ist, sich und dabei andere töten zu wollen, kann nicht geheilt werden und sollte ein Lebenlang weggesperrt werden!!
MEHR ZUM ARTIKEL
Prozessbeginn Amokläufer von Ansbach gesteht Bluttat

Gut sieben Monate nach dem blutigen Amoklauf von Ansbach hat der angeklagte Abiturient gleich zu Prozessbeginn die Tat gestanden. 13 Schüler und zwei Lehrer hatte er teilweise schwer verletzt. Mitleid empfindet der 19-jährige Täter aber immer noch nicht. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe