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28. April 2010, 13:35 Uhr

Jugendhaft für Peiniger der kleinen Kassandra

Seine überraschende Aussage hat den Prozess wohl um mehrere Tage verkürzt. Hinter verschlossenen Türen ist der 15-jährige Peiniger der kleinen Kassandra zu achteinhalb Jahren Jugendhaft verurteilt worden. Er hatte das Mädchen mit Steinhieben schwer verletzt und dann in einem Kanalschacht eingesperrt.

Kassandra, Urteil, achteinhalb Jahre Haft, Wuppertal, 15-Jähriger

Minderjähriges Opfer, minderjähriger Täter: Im Fall Kassandra wurde Recht hinter verschlossenen Türen gesprochen© Franz-Peter Tschauner/DPA

Gut sieben Monate nach dem beinahe tödlichen Angriff auf die neunjährige Kassandra in Velbert hat das Wuppertaler Landgericht ihren 15-jährigen Peiniger zu achteinhalb Jahren Jugendhaft verurteilt. Das Landgericht in Wuppertal sprach den Schüler des versuchten Mordes schuldig. Er hatte das Mädchen mit Steinhieben ins Gesicht lebensgefährlich verletzt, die Kleine in einen 1,50 Meter tiefen Kanalschacht geworfen, den schweren Deckel darüber gezogen und das Versteck mit Ästen getarnt.

Die Öffentlichkeit war von den Verhandlungen ausgeschlossen. Der Prozess endete nach nur drei Wochen und sieben Verhandlungstagen. Ursprünglich waren bis Ende Juni 17 Verhandlungstage vorgesehen. Mit dem Urteil ging das Gericht über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinaus. Sie hatte eine Jugendstrafe von sieben Jahren und zwei Monaten gefordert. Die Verteidiger hatten für eine fünfjährige Haftstrafe plädiert. Beim Prozessauftakt hatte der Schüler nach monatelangem Schweigen überraschend zur Tat ausgesagt, was als Geständnis gewertet wurde.

Überraschende Aussage des Verdächtigen

Das Martyrium der Neunjährigen hatte im Herbst bundesweit Entsetzen ausgelöst. Die Eltern hatten an jenem Montagabend gegen 21 Uhr die Polizei alarmiert, nachdem die damals Neunjährige nicht wie üblich gegen 18 Uhr von der Hausaufgabenbetreuung in Velbert-Neviges heimgekehrt war. Ein Spürhund entdeckte das wimmernde Mädchen schließlich nach rund siebenstündiger Suche lebensgefährlich verletzt und stark unterkühlt in einem mit einem Deckel verschlossenen Kanalschacht. Starker Regen überflutete den Gully, so dass Kassandra zu ertrinken drohte.

DPA/APN
 
 
KOMMENTARE (6 von 6)
 
Leseratte79 (28.04.2010, 22:03 Uhr)
Was tun?
Länger einsperren? Therapieren auf gut Glück? Ich dachte immer ich könnte ein besseres Urteil fällen bis ich gemerkt habe, dass ich das nicht fair kann. Am liebsten würde ich ihn in den gleichen Gulli stecken...und dann? Nichts und dann. Sperrt ihn ein und beobachtet ihn- lasst 2 Gutachter draufgucken bevor er frei kommt und dann hört auf die Gutachter. Notfalls steckt in für immer in Betreuung oder lasst ihn frei wenn er wirklich!!! ungefährlich ist. Helft dem Opfer und lasst es nicht allein...mein Herz will ihn immernoch trotzdem für immer im Knast sehen- doch davon darf man sich nicht leiten lassen,.
sachsenwini (28.04.2010, 21:13 Uhr)
Das muss man sich einmal vorstellen

Aus Wut weil sie ihn verpetzt hatte, schlug er sie zunächst zweimal mit der Faust ins Gesicht, und aus Angst vor einer Bestrafung beschloss er dann, das Mädchen aus dem Weg zu schaffen.

Er attackierte sie mit einem Betonstein, den er in der Nähe fand, schleppte sie zu einem Gullischacht und stieß sie hinein. Er hat dann noch vier Steine mit einem Gewicht von bis zu 19 Kilogramm auf sein Opfer hinabgeworfen und den Schacht mit einem rund 30 Kilogramm schweren Kanaldeckel verschlossen.

Er wollte das Mädchen brutal ermorden und dann wie Müll entsorgen.
Man kann nur hoffen, dass das Opfer mit diesem Erlebnis fertig wird, und dass weitere mögliche Opfer vor diesem Täter geschützt werden.
Marty_D (28.04.2010, 16:15 Uhr)
Sauerei
Da ist mal wieder die Geselschaft schuld mit ihrer laschen Erziehung und der viel zu lockeren handhabe mit diesen jugendlichen vollidioten.
Und sorry aber achteinhalb jahre? vor solchen leuten muss die geselschaft geschützt werden, also für immer in verwahrung.
Schützt unsere Kinder besser, muss ich eine Schutztruppe bilden und in meiner Stadt patroulieren? also wenn einer mein Kind anpackt mach ich ihn kalt. Das ist ein Gelübte!
sportartmakler (28.04.2010, 16:13 Uhr)
wie kann sich manch verteidiger eigentlich noch selbst ansehen
die verteidigung gerade im radio "wir halten 8,5 jahre für ein zu hartes urteil..." dabei gehts denen doch gar nicht um die optimale verteidigung de eigenen mandantschaft sondern nur um die eigene profilierung
Takeshi@gmx.com (28.04.2010, 15:54 Uhr)
viel kürzer
Leider keine 8 1/2 Jahre Schutz, dieser Soziopath wird bestimmt schon viel früher entlassen.
Countryjoe (28.04.2010, 14:09 Uhr)
Gutes Urteil
Wenigstens 8 1/2 Jahre ist die Gesellschaft vor diesem gefährlichen Täter in Sicherheit. Gut, daß hier keine Kuscheljustiz angewandt, sondern ein Verbrechen seiner Schwere entsprechend bestraft wurde.
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