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22. Mai 2007, 15:23 Uhr

Eltern managen Porno-Tochter

Sie nennt sich "das Mädchen von nebenan, dass zum Hardcore gegangen ist". Sunny Lane, eine amerikanische Pornodarstellerin. Dass aus der braven Eislaufqueen eine erfolgreiche Sexdarstellerin geworden ist, dafür haben ausgerechnet ihre Eltern gesorgt. Sie vermarkten ihre Tochter. Und sind stolz darauf.

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Pornostar Sunny Lane mit ihren Eltern Shelby und Mike, die auch ihre Manager sind© Splash News and Picture Agency

Meine Eltern sind offene Leute, die mir etwas von Moral und Liebe im Leben beigebracht hat." Mit diesen Worten empfängt Sunny Lane die Besucher ihrer Homepage. Stolz erzählt sie dort, wie ihre Eltern sie früher in den Sommerferien in den Vergnügungspark Disneyworld mitgenommen haben oder mit ihr die Naturwunder des Yellowstoneparks bewunderten. Ihre Mutter hätte ihr sogar die Eistanzkostüme genäht. Und brav sein musste die kleine Sunny auch, denn nur wenn sie gute Noten von der Schule nach Hause brachte, durfte das Mädchen zum eislaufen gehen.

Aus Eislaufqueen wird Pornostar

Eine typisch amerikanische Bilderbuchfamilie mag man meinen. Aber nur fast, denn aus der süßen Eistanzqueen ist ein Pornostar geworden. Sie nennt sich "Das Mädchen von nebenan, dass zum Hardcore gegangen ist". Ihre Filme heißen "Schau mir beim Orgasmus zu" oder "Große Schw... schnitzen". Ihre körperlichen Reize zeigt Sunny jetzt statt auf dem Eis in Porno-Magazinen wie "Eng" oder "Gerade so Legal". Und ihre Eltern Shelby und Mike feuern sie nun nicht mehr bei Pirouetten oder Sprüngen an, sondern sorgen dafür, dass möglichst viele ihrer Tochter beim Sex zuschauen. "Wir lieben unsere Tochter und wir helfen ihr bedingungslos, egal wofür sie sich entscheidet", wird Mutter Shelby auf der Homepage zitiert. "Wir haben ihr unsere Moralvorstellungen, Werte, Stärke und Willenskraft eingeflößt. Wir unterstützen sie zu 120 Prozent und stehen zu ihr."

Das Eltern-Tochter-Gespann ist sich über das Ziel des ungewöhnlichen Familienunternehmens ziemlich einig. Möglichst viel Geld zu verdienen. "Ich bin ein Produkt", sagte Sunny dem amerikanischen Fernsehsender ABC. "Ich weiß das, und ich bin ein verdammt gutes Produkt." Und Mutter Shelby ergänzte, dass, wenn die Filme der Tochter gut seien, "dann machen alle hoffentlich eine Menge Geld". Um dieses Ziel zu erreichen, scheint den Eltern jedes Mittel recht. Bereitwillig geben sie darüber Auskunft, dass getragene Unterhosen ihrer Tochter - ungewaschen natürlich - die Kasse kräftig klingeln lassen. "Die zahlen 50 bis 100 Dollar für ihre Höschen", berichtet die Mutter stolz. Und während ihre Tochter auf eine Erotikmesse für ihre Filmchen wirbt, kümmern sich die Eltern darum, dass lebensgroße Sexpuppen hergestellt werden, die ihrer Tochter möglichst ähnlich sehen. "Ich will eine Puppe die genau aussieht wie ich", sagte Sunny zu ABC. "Meine Eltern unterstützen alles, was mit meinem Geschäft zu tun hat und es ist meine Entscheidung. Und wenn ich eine Puppe will, will ich eine Puppe."

"Wir sind nicht pervers"

Die geschäftstüchtigen Eltern machen sich über das Bild, das sie in der so prüden amerikanischen Gesellschaft abgeben, scheinbar wenig Sorgen. "Manche Leute in der Industrie haben uns völlig akzeptiert, manche verstehen das überhaupt nicht", sagt Vater Mike. Aber pervers seien er und seine Frau nicht. Trotzdem, so Ehefrau Shelby, hätten ihr und ihrem Mann gemeinsame Fernsehabende mit Pornofilmen dabei geholfen, sich selber seit 29 Jahren treu zu bleiben. Die Filme der Tochter gehören natürlich nicht dazu, versichern sie. Bei ihrer Sex-Szenen würden sie immer vorspulen. Doch in einem der Filme der Tochter haben die Eltern laut ABC sogar einen Kurzauftritt gehabt.

Sunny Lane, die ihr Alter nicht verraten will - "sonst würde ich doch meinen Fans die ganze Fantasie nehmen" - will allerdings nicht ihr Leben lang ein Pornostar bleiben. Vielmehr plane sie, eine bessere Schauspielerin zu werden, verrät sie auf ihrer Homepage. Und danach will sie sogar einen spießeigen, traditionellen Lebensweg verfolgen, Hilfsorganisationen unterstützen und eine Familie aufziehen. Denn: "Ich vergesse nicht, woher ich komme. Zeit mit meiner Familie zu verbringen ist das wichtigste im Leben", schreibt Sunny. "Man sollte niemals die Realität vergessen."

mta
KOMMENTARE (3 von 3)
 
JoeausderHeide (22.05.2007, 19:07 Uhr)
Berichtigung
Der Journalist schrieb: "welches zum Hardcore gegangen ist". Das ist natuerlich noch viel schlimmer. Wer ist denn dieser Herr Hardcore?
JoeausderHeide (22.05.2007, 19:05 Uhr)
The girl next door...
...that went hardcore. Der stern.de Praktikant uebersetzt das dann mal schnell als das Maedchen von nebenan welches hardcore gegangen ist. Da fragt sich der geneigte Leser ob die zustaendigen Redakteure noch alle Tassen im Oberstuebchen beisammen haben...
Ole07 (22.05.2007, 18:01 Uhr)
Typisch deutscher Journalismus
Erst Artikel von den Amerikanern oder Engländern klauen und dann so kürzen und verstümmeln dass manche Absätze keinen Sinn machen.
Wenigstens die Sätze sollte man nicht 1:1 Übersetzen.
P.S. Das ist mir schon sehr oft aufgefallen, gerade im Sportbereich. Also ist das nicht nur ein Problem von stern.de
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