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13. Februar 2012, 08:16 Uhr

Nachwuchs für Europas Raketenfamilie

Die Entwicklung hat sich verzögert, doch nun herrscht gespanntes Warten auf dem Weltraumbahnhof in Kourou: Heute soll die erste Vega-Rakete in den Tropenhimmel über Französisch-Guayana starten.

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Startbereit: die Vega - das jüngste Kind in der europäischen Raketenfamilie© ESA/M. Pedoussaut

Europas Raketenfamilie bekommt den ersten eigenen Nachwuchs. Nach dem russischen Stiefkind Sojus im vergangenen Oktober soll an diesem Montag die kleine Vega zu ihrem Jungfernflug vom Weltraumbahnhof Kourou im südamerikanischen Französisch-Guayana starten. Die 30 Meter hohe und 138 Tonnen schwere Trägerrakete wurde komplett in Europa entwickelt. Bei der ersten Mission wird sie gleich neun kleine Satelliten im Gepäck haben.

Die Aufregung vor der Premiere ist groß. Rund neun Jahre lang haben Ingenieure an der Entwicklung der Vega gearbeitet. Die Programmkosten werden mit 710 Millionen Euro angegeben. Nicht eingeschlossen sind Investitionen der Industrie in Höhe von weiteren 76 Millionen Euro. Dennoch soll die Vega auf dem mittlerweile umkämpften Markt vor allem mit ihrem Preis punkten. "Viel Rakete für wenig Geld", lautet das Motto.

"Lares" an Bord

Um die Kosten so niedrig wie möglich zu halten, haben sich die Raketenbauer bei ihrer Arbeit an bereits vorhandenen Technologien orientiert. Bei der Entwicklung des Feststoff-Antriebs standen beispielsweise die riesigen Booster der schwersten und leistungsfähigsten europäischen Rakete Ariane 5 Pate. Abheben wird die Vega dort, von wo am Heiligabend 1979 die erste Ariane 1 startete. Die alte Startrampe wurde dafür nur umgebaut. Das Kontrollzentrum ist im selben Gebäude untergebracht, in dem auch die Ariane-Starts gesteuert werden.

Neben den Ingenieuren und Mitarbeitern der Europäischen Weltraumbehörde Esa werden beim Start am Montag vor allem europäische Wissenschaftler zittern. An Bord der Rakete werden neun kleine Forschungssatelliten von Universitäten sein. Der größte von ihnen heißt "Lares" und soll eine bessere Erforschung der "mitwirbelnden Raumzeit" ermöglichen. Der sogenannte Lense-Thirring-Effekt ergibt sich aus Albert Einsteins Relativitätstheorie.

Deutschland nicht beteiligt

Als eine der wenigen großen europäischen Raumfahrtnationen ist die Bundesrepublik bislang nicht an dem Vega-Programm beteiligt. "Der Kompetenzschwerpunkt der deutschen Industrie liegt auf Flüssigkeitsantrieben", erklärt Andreas Schütz vom Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Deutschen. Deswegen habe die deutsche Regierung damals keine Notwendigkeit gesehen, mitzumachen.

"Jetzt warten wir erst einmal den Start ab", ergänzt der Deutsche. In Zukunft sei eine Beteiligung nicht ausgeschlossen. Die Oberstufe der Vega kommt derzeit aus russisch-ukrainischer Produktion. Eventuell könnte sie später einmal durch ein deutsches Flüssigkeitstriebwerk ersetzt werden.

Ansgar Haase, DPA
 
 
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