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23. November 2010, 10:10 Uhr

Doppelmord war kein Sexualdelikt

Der Doppelmord von Bodenfelde war kein Sexualdelikt. Das habe die Obduktion ergeben, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Ein Tatverdächtiger wird derzeit vernommen.

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Tatort Bodenfelde: Die Polizei ist in ihren Ermittlungen einen Schritt weiter© Peter Steffen/DPA

Der Doppelmord von Bodenfelde in Niedersachsen war kein Sexualdelikt. Das sei nach den Ergebnissen der Obduktion auszuschließen, sagte Oberstaatsanwalt Hans Hugo Heimgärtner am Dienstag dem TV-Sender N 24. Zu Einzelheiten des Obduktionsergebnisses wollte der Staatsanwaltschaft nichts sagen. Fest stehe aber jetzt, "dass es keine Sexualstraftat gewesen ist".

Heimgärtner machte klar, dass er diesen Teil des Obduktionsergebnisses bewusst öffentlich mache, um die möglicherweise besorgte Bevölkerung zu beruhigen. "Für viele war es einfach beunruhigend davon auszugehen, dass dort ein Sexualstraftäter durchs Dorf rennt", sagte der Oberstaatsanwalt.

Alibi wird überprüft

Die Polizei hat derweil einen Tatverdächtigen im Doppelmordfall von Bodenfelde ermittelt. Man habe "jemanden im Fokus", sagte Polizeisprecher Uwe Falkenhain am Dienstag in Northeim in Niedersachsen. Derzeit läuft die Vernehmung auf der Polizeiwache in Northeim. "Die Ereignisse überschlagen sich, wir arbeiten mit Hochdruck", sagte Falkenhain. Es gehe vor allem um die Überprüfung des Alibis. Es müssten nun be- und entlastende Momente mit Blick auf den Tatverdächtigen gefunden werden, sagte der Sprecher. "Es könnte auch sein, dass wir dann ein Alibi finden und die Person dann wieder laufen lassen müssen", sagte Falkenhain. Er dementierte, dass noch am Dienstag neue Erkenntnisse bekannt gegeben werden sollen. "Heute werden wir vor allem mit den Ermittlungen beschäftigt sein", sagte er.

Details erst am Mittwoch?

Auch die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass ein Verdächtiger von der Polizei festgenommen wurde. Noch am Vormittag wollte Oberstaatsanwalt Hans Hugo Heimgärtner von einer Vernehmung nichts wissen. "Ich kann lediglich bestätigen, dass es neue Tatsachen gibt, denen die Polizei nachgeht", sagte er. Mittlerweile hat sich die Sachlage aber geändert.

Zunächst wollte die Staatsanwaltschaft noch am Dienstagnachmittag Neuigkeiten in dem Fall mitteilen. "Das schafft aber wohl die Polizei nicht", sagte Heimgärtner. Er kündigte eine Pressekonferenz für Mittwochvormittag um 11 Uhr an.

Einen Medienbericht, wonach die 14 Jahre alte Nina erstochen und der 13-jährige Tobias erschlagen wurde, wollte er nicht bestätigen. Die Leichen der beiden Jugendlichen waren am Sonntag in einem Waldstück in Bodenfelde gefunden worden. Am Dienstagabend soll eine Trauerfeier in dem Ort stattfinden.

kbe/DAPD/DPA/AFP
 
 
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