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7. Oktober 2009, 21:07 Uhr

Misshandelte Kassandra kann sich an nichts erinnern

Erstmals seit dem brutalen Verbrechen vor gut drei Wochen konnte die Polizei Kassandra befragen - doch die Neunjährige hat keinerlei Erinnerung daran, wer sie schwer verletzt in den Gully-Schacht warf. Ihr mutmaßlicher Peiniger, ein 14-jähriger Junge, sitzt weiter in Untersuchungshaft.

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In diesem Schacht in Velbert hatte die Polizei die lebensgefährlich verletzte Kassandra gefunden© Achim Scheidemann/DPA

Die neunjährige Kassandra aus Velbert kann sich nicht daran erinnern, dass sie vor drei Wochen misshandelt und in einen Gully-Schacht geworfen wurde. Polizei und Staatsanwaltschaft erklärten am Mittwochabend, das Kind, das sich nach wie vor im Krankenhaus befindet, sei am Nachmittag erstmals zur Tat angehört worden. Sie könne sich zurzeit nicht an das unmittelbare Tatgeschehen erinnern und deshalb momentan keine Hinweise auf den Täter geben.

Kassandra war Mitte September fast zu Tode geprügelt und dann in einen Kanalschacht geworfen worden. Der Täter hatte zudem den Schacht mit dem Gullydeckel verschlossen. Suchhunde hatten das Mädchen in der Nacht während starker Regenfälle entdeckt. Laut Polizei wäre sie ansonsten wenig später ihren schweren Verletzungen erlegen. Das Mädchen erlitt ein schweres Schädel-Hirn-Trauma und zahlreiche innere Verletzungen. In den vergangenen Tagen hat sich ihr Gesundheitszustand laut Polizei und Staatsanwaltschaft aber erheblich verbessert.

Die Polizei verdächtigt einen 14-jährigen Jungen. Er sitzt seit vergangenem Freitag in Untersuchungshaft und bestreitet die Vorwürfe. Die Polizei betonte am Mittwoch, sie ermittle weiter in alle Richtungen.

Zeugen belasten den Förderschüler

Die Anwältin des mutmaßlichen Peinigers hatte zuvor schon angekündigt, sie wolle die Freilassung des verhaltensauffälligen Jungen erwirken. "Die Beweislage rechtfertigt keine Inhaftierung", sagte die Hamburger Anwältin. Sie arbeite gerade an einer Haftbeschwerde. "Ich habe allergrößte Zweifel an der Täterschaft meines Mandanten."

Die Ermittler gehen dagegen weiterhin von seiner Schuld aus. Faserspuren, die mit denen an der Kleidung des Jungen übereinstimmen sollen, seien an Kassandras blutbefleckter Jacke und an einem nicht näher beschriebenen "Tatmittel" entdeckt worden. Zudem sollen Zeugenaussagen den Förderschüler belasten.

Der Verdächtige hatte Hausverbot in dem Spieltreff, aus dem Kassandra verschwunden war. Eltern hatten sich beschwert, dass der Jugendliche kleinere Kinder ärgere und provoziere. Schüler berichteten, dass der 14-Jährige sich oft geprügelt habe. Gegen ihn war schon früher wegen Beleidigung und Sachbeschädigung ermittelt worden. Die Verfahren wurden aber eingestellt. Ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung ist noch offen.

AP/DPA
 
 
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