Vater von Opfer will alle Täter am Galgen sehen

6. Januar 2013, 15:40 Uhr

Zum Prozessbeginn gegen die mutmaßlichen Vergewaltiger spricht nun auch der Vater der Inderin erstmals öffentlich. Er nennt den Namen seiner Tochter - und fordert, dass die Täter gehängt werden.

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Vater vergewaltigter Inderin  , Indien, Vergewaltigung, sexuelle Gewalt

Einen respektvollen Umgang mit Frauen fordert diese Demonstrantin in Neu Delhi©

Der Vater des indischen Vergewaltigungsopfers hat die Hinrichtung aller Beschuldigten gefordert. "Den Tod für alle sechs von ihnen", sagte er der britischen Sonntagszeitung "The Sunday People". "Diese Männer sind Monster. An ihnen sollte ein Exempel statuiert werden." Weiterhin erklärte er, seine Tochter zum Symbol für den Kampf gegen sexuelle Gewalt zu machen. "Wir wollen, dass die Welt ihren wirklichen Namen kennt." Seine Tochter habe nichts Falsches getan, betonte der Vater. Sie sei gestorben, als sie sich selbst verteidigt habe. "Ich bin stolz auf sie. Die Enthüllung ihres Namens wird anderen Frauen, die solche Angriffe überlebt haben, Mut machen. Meine Tochter wird ihnen Kraft geben."

Indische Gesetze verbieten es, Namen von Vergewaltigungsopfern oder andere Angaben zu veröffentlichen, die zur Identifizierung führen können. Dadurch soll die Privatsphäre der Opfer in einem Land geschützt werden, in dem Vergewaltigungsopfer häufig sozial geächtet, Vergewaltiger aber kaum verurteilt werden. Unter Berufung auf das Regelwerk geht die Polizei auch gegen den Sender Zee News vor, der ein Interview mit dem Freund der verstorbenen 23-Jährigen sendete.

Der Zeuge der Tat hatte sich kurz vor Beginn des Prozesses erstmals öffentlich geäußert und schwere Vorwürfe gegen die Polizei erhoben. Zu Hilfe gerufene Beamte hätten bis zur nötigen medizinischen Behandlung etwa eineinhalb Stunden vergeudet, sagte der 28-Jährige dem Sender.

Polizei wehrt sich gegen Vorwürfe

Die Polizei wies die Vorwürfe zurück. Bereits sechs Minuten nach Eintreffen des Notrufs seien Beamte vor Ort gewesen, und die Einlieferung ins Krankenhaus sei nach 28 Minuten erfolgt, sagte ein Vertreter des zuständigen Reviers vor Journalisten. Zudem leitete die Polizei Ermittlungen gegen Zee News ein. Es werde geprüft, ob das Interview mit dem Freund der Frau zu deren namentlicher Identifizierung führe, was strafrechtlich verboten sei, sagte ein Sprecher.

In dem Fall sind fünf 19 bis 35 Jahre alte Männer der Vergewaltigung und des Mordes angeklagt worden. Sie sollen die Frau und ihren Freund am 16. Dezember in einem Bus in der indischen Hauptstadt Neu Delhi misshandelt, die Frau vergewaltigt und mit einer Eisenstange gequält sowie beide später aus dem fahrenden Bus geworfen haben. Die Frau erlag am Samstag vergangener Woche ihren Verletzungen.

Zum offiziellen Prozessbeginn an diesem Samstag gab die Staatsanwaltschaft an, über eindeutige Beweise gegen die fünf Männer zu verfügen. DNA-Tests hätten ergeben, dass auf Kleidung der Angeklagten gefundenes Blut von der Studentin stamme, sagte ein Staatsanwalt vor einem Gericht im Süden Neu Delhis. Zudem seien Besitztümer der Frau und ihres Freunds bei den Männern gefunden worden.

Schnellverfahren unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Am Montag sollen die die fünf volljährigen Beschuldigten erstmals vor Gericht erscheinen. Gerichtsreporter indischer Medien berichteten, der Fall würde dann noch am Montag oder aber in den folgenden Tagen an ein neues Schnellgericht übergeben. Das Schnellverfahren soll unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, um die Identität des Opfers und ihre Angehörigen zu schützen. Verhandelt werden soll jeden Tag, um möglichst bald zu einem Urteil zu kommen.

Den fünf Männern droht die Todesstrafe per Galgen. Bei einem sechsten Beschuldigten wird noch überprüft, ob er wie - von ihm angegeben - minderjährig ist. Vor dem Hauptverfahren gegen die fünf Erwachsenen müssen für sie noch Verteidiger gefunden werden. Mehrere Anwälte weigerten sich, sie als Mandanten zu übernehmen.

jwi/lea/Reuters/AFP/DPA
 
 
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