Drucken | Fenster schließen    

Strauss-Kahn zahlt wohl weniger Schadenersatz

21. Januar 2013, 13:35 Uhr

Dominique Strauss-Kahn musste wegen der Vergewaltigungsvorwürfe eines Zimmermädchens laut einer Zeitung weniger Schadenersatz zahlen, als bisher vermutet. Deutlich ärmer ist er dennoch geworden.

Dominique Strauss-Kahn, Nafissatou Diallo, Vergewaltigungvorwurf, Schadenersatz, Summe

Schadenersatz hat Dominique Strauss-Kahn (Archivbild vom April 2012) gezahlt, doch der juristische Ärger ist damit noch nicht überstanden.©

Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn hat womöglich deutlich weniger Geld gezahlt als zunächst vermutet, um einen Schlussstrich unter die gegen ihn gerichteten Vergewaltigungsvorwürfe in den USA zu ziehen. Nach einem Bericht der französische Sonntagszeitung "Le Journal de Dimanche" zahlte "DSK" dem Zimmermädchen Nafissatou Diallo 1,5 Millionen Dollar (1,13 Millionen Euro) Euro. Zuvor war über die vierfache Summe spekuliert worden.

Die Anwälte Strauss-Kahns und Diallos hatten Mitte Dezember eine außergerichtliche Einigung besiegelt, mit der das Zivilverfahren gegen den Ex-IWF-Chef eingestellt wurde. Details des Deals und die Höhe von Strauss-Kahns Zahlung an Diallo wurden nicht bekannt. Die Pariser Zeitung "Le Monde" hatte im Vorfeld berichtet, Strauss-Kahn wolle dem Zimmermädchen sechs Millionen Dollar (4,6 Millionen Euro) zahlen, was seine Anwälte aber als "dramatisch inkorrekt" zurückwiesen. Der New Yorker Richter, der die Einigung absegnete, sagte dem französischen Magazin "Paris Match" lediglich, es sei um "viel Geld" gegangen.

Diallo klagt gegen "New York Post"

"Le Journal de Dimanche" berichtete nun unter Berufung auf Strauss-Kahns Umfeld von einer Schadenersatzzahlung in Höhe von 1,5 Millionen Dollar. Diallo selbst habe etwas mehr als eine Million Dollar bekommen. Der Rest - 30 Prozent des Gesamtbetrags - sei an Diallos Anwälte gegangen. Das Zimmermädchen hat demnach zudem Schadenersatz von der US-Boulevardzeitung "New York Post" erhalten. Diallo hatte Zivilklage gegen das Blatt eingereicht, das sie als Prostituierte bezeichnet hatte.

Die aus dem westafrikanischen Guinea stammende Diallo hatte Strauss-Kahn vorgeworfen, sie im Mai 2011 in einem New Yorker Luxushotel sexuell angegriffen und zum Oralsex gezwungen zu haben. Wegen der Affäre trat Strauss-Kahn von der Spitze des Internationalen Währungsfonds (IWF) zurück und musste seine Hoffnungen auf die Präsidentschaftskandidatur der französischen Sozialisten begraben. Das Strafverfahren gegen Strauss-Kahn wurde im August 2011 wegen Zweifeln an Diallos Glaubwürdigkeit eingestellt.

In Frankreich muss Strauss-Kahn weiter mit einem Prozess wegen "bandenmäßiger Zuhälterei" rechnen. Dabei geht es um Sex-Partys mit Prostituierten in Paris, Brüssel und Washington, an denen neben Strauss-Kahn auch ranghohe Polizisten und Geschäftsmänner teilgenommen hatten.

tkr/AFP

© 2014 stern.de GmbH