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BP zahlt Ölpest-Opfern Milliarden-Entschädigung

Es waren vor allem die Fischer und der Tourismus an der US-Küste am Golf von Mexiko, die durch die Ölpest vor knapp zwei Jahren geschädigt wurden. Diese sollen nun vom BP-Konzern eine Entschädigung erhalten.

  Brannte im Frühjahr 2010 mehr als 80 Tage lang und die verseuchte den Golf von Mexiko: die BP-Ölbohrinsel "Deepwater Horizon"

Brannte im Frühjahr 2010 mehr als 80 Tage lang und die verseuchte den Golf von Mexiko: die BP-Ölbohrinsel "Deepwater Horizon"

Knapp zwei Jahre nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko hat sich der britische BP-Konzern mit privaten Klägern auf Zahlungen in Milliardenhöhe geeinigt. Wie der Konzern in der Nacht zum Samstag mitteilte, umfasst die gütliche Einigung Zahlungen im Umfang von 7,8 Milliarden Dollar (etwa 5,9 Milliarden Euro). Die Klagen des US-Justizministeriums und mehrerer US-Bundesstaaten gegen BP bleiben von der Einigung unberührt.

Die Bohrinsel "Deepwater Horizon" war am 20. April 2010 im Golf von Mexiko explodiert. Das hatte die schlimmste Ölpest in der Geschichte der USA verursacht. Bei dem Unglück starben elf Arbeiter, hunderte Millionen Liter Erdöl strömten ins Meer. Insgesamt 87 Tage dauerte es, bis BP das defekte Bohrloch schließen konnte. Die Küsten von fünf US-Bundesstaaten wurden verseucht, die Fischindustrie und der Tourismus an der Golfküste massiv geschädigt.

Vergleich Ergebnis zweijähriger Verhandlungen

Unter den privaten Klägern waren zahlreiche Fischer und andere Wirtschaftsbetriebe, die erhebliche Einbußen erlitten hatten. Allein 2,3 Milliarden Dollar sind für den Ausgleich der Schäden in der Fischereiwirtschaft vorgesehen. Konzernchef Bob Dudley erklärte, BP habe sich von Anfang an bemüht, seine Verpflichtungen gegenüber den Anwohnern der Golfregion zu erfüllen. Das nun getroffene Abkommen sei das Ergebnis von fast zwei Jahren harter Arbeit. Mit dem Vergleichsvorschlag erkenne das Unternehmen aber keine Haftungsverpflichtungen an, so BP weiter.

Der Mammutprozess gegen den Ölkonzern hatte vor einer Woche in New Orleans beginnen sollen, wurde aber auf den 5. März verschoben, um weitere Gespräche über eine gütliche Einigung zu ermöglichen. Der Bundesrichter Carl Barbier verschob den Prozessbeginn nun erneut, um den beteiligten Parteien Gelegenheit zu geben, "ihre jeweiligen Positionen zu überdenken". Der Vergleich muss noch vom zuständigen Bezirksgericht genehmigt werden.

Verantwortung von BP wird noch geklärt

In dem Verfahren soll geklärt werden, welche Verantwortung BP und seine Partnerunternehmen an der Umweltkatastrophe tragen und welche Strafen sie dafür zahlen müssen. Die Forderungen richten sich gegen BP und drei Partnerfirmen, die sich wiederum untereinander verklagt haben. Sollte BP wegen grober Fahrlässigkeit belangt werden, könnten die Bußgelder einem Bericht der "New York Times" zufolge auf bis zu 40 Milliarden Dollar anschwellen.

BP taxiert seine Gesamtkosten auf rund 41 Milliarden Dollar (etwa 30,5 Milliarden Euro). Über einen 20 Milliarden Dollar schweren Entschädigungsfonds zahlte der Konzern bereits knapp acht Milliarden Dollar an Betroffene aus. Die nun vereinbarten 7,8 Milliarden Dollar sollen ebenfalls dem Fonds entnommen werden. Für den Kampf gegen die Ölpest musste BP 13,6 Milliarden Dollar aufbringen.

dho/AFP/Reuters/Reuters

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