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Der Winter will nicht weichen

Ununterbrochener Schneefall, Verkehrschaos, Schulausfall: Der neuerliche Wintereinbruch macht die Norddeutschen mürbe. Doch auch der Süden hat bald nichts mehr zu lachen.

  Schietwetter: Auf der A7 in Richtung Hamburg staut sich bei starkem Schneefall der Verkehr.

Schietwetter: Auf der A7 in Richtung Hamburg staut sich bei starkem Schneefall der Verkehr.

Noch Anfang vergangener Woche keimte Hoffnung auf: Ein strahlend blauer Himmel und zweistellige Temperaturen kündigten den Frühling an. Grundlos lächelnd flanierten sonst hektische und schlecht gelaunte Menschen über die Straßen, Freundlichkeiten austauschend, manch einer verstaute voreilig seine Wintergarderobe auf dem Dachboden.

Doch zu früh gefreut. Seit dem Wochenende hat uns der Winter wieder fest im Griff, der meteorologische Frühling scheint in weite Ferne gerückt. Keine Besserung in Sicht. Besonders in Norddeutschland sorgen Schnee und Blitzeis für Chaos auf den Straßen. Hunderte Unfälle, kilometerlange Staus, geschlossene Schulen und Räumeinsätze rund um die Uhr - der Frühlingsmonat März macht seinem Namen keine Ehre.

Vor allem im Nordosten, in den Landkreisen Vorpommern-Greifswald und Vorpommern-Rügen, behindern meterhohe Schneeverwehungen den Verkehr, wie die Polizei mitteilt. Stellenweise ist die Schneedecke im Norden der Republik mehr als 20 Zentimeter dick. Auf eisglatter Straße rutschte ein Lastwagen auf der A3 nahe dem rheinland-pfälzischen Dierdorf eine Böschung hinunter, ob jemand verletzt wurde, ist noch nicht bekannt. In einigen Kreisen Schleswig-Holsteins bescheren Glätte und Schneewehen den Kindern gar einen schulfreien Tag. In anderen Regionen des Bundeslandes können die Eltern laut Bildungsministerium selbst entscheiden, ob sie ihre Zöglinge bei diesem Wetter in den Unterricht schicken wollen. Auch in Niedersachsen haben einige Schüler unverhofft schulfrei.

"Yorick" und "Xaver" sind schuld

Schuld an der Misere sind das alte Tief "Yorick" und das neue Tief "Xaver". Beide spielten mit einer Luftmassengrenze zwischen kalter und milder Luft, die quer durch die Republik geschoben wird, heißt es beim Deutschen Wetterdienst (DWD). Dort, wo es weiß ist, wird es nach Einschätzung des DWD in den kommenden Tagen auch so bleiben. In den Nächten können die Temperaturen teilweise sogar im zweistelligen Minusbereich liegen. Ähnlich starken Schneefall hat es im Norden übrigens vor mehr als drei Jahren gegeben: Dem Institut für Wetter- und Klimakommunikation zufolge lag Ende Dezember 2010 zuletzt so viel Schnee.

Weitgehend unbehelligt vom erneuten Wintereinbruch blieb bislang Bayern. Am Wochenende lagen die Temperaturen noch teils bei mehr als zehn Grad. Der Frost wird laut DWD aber am Montag auch im Norden des Freistaats ankommen und sich bis spätestens Mittwoch bis zu den Alpen vorgearbeitet haben.

Die Luftmassengrenze zwischen "Yorick" und "Xaver" verlagert sich laut DWD im Laufe des Tages in den Norden von Baden-Württemberg und Bayern. Dabei fällt nördlich dieser Grenze Schnee bei eisigen minus 5 bis 0 Grad, während es südlich vom Main bei 2 bis 10 Grad regnet. In Richtung Küste blinzelt schon mal die Sonne durch die Wolken. Der Dienstag wartet mit ähnlich winterlichen Temperaturen auf - mit Schneefällen vor allem im Westen und der Mitte Deutschlands. Im Rheinland sind vor allem zur Rush-Hour starke Schneefälle möglich. Auch in der Folgezeit bleibt es kalt, vor allem nachts. Tagsüber schaffen es die Temperaturen zuweilen in den Plusbereich. Das gilt vornehmlich fürs nächste Wochenende. Von Frühling kann aber weiterhin keine Rede sein.

Mareike Rehberg, mit Agenturen

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