Zehntausende Menschen in Mexiko verschwunden

27. Februar 2013, 09:30 Uhr

Die Zahl klingt unglaublich: Rund 26.000 Menschen sind in Mexiko in den vergangenen sechs Jahren als vermisst gemeldet worden. Viele der Verschwundenen dürften Opfer der Drogenkartelle geworden sein.

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In einigen Gegenden Mexikos bilden sich Bürgerwehren gegen die immer weiter um sich greifende Kriminalität. Tausende Menschen im Land werden vermisst.©

In den vergangenen sechs Jahren sind in Mexiko bis zu 26.000 Menschen verschwunden. Eine entsprechende Vermisstenliste stellte die Regierung erstmals am Dienstag vor. Allerdings wird darin nicht differenziert, ob es sich bei den Vermissten um Opfer der mächtigen Drogenkartelle, illegale Migranten oder anderweitig Verschwundene handelt.

In über 5000 der insgesamt 26.121 Fälle müsse außerdem noch geklärt werden, ob es sich nicht um doppelte Einträge handele oder es sonstige Unstimmigkeiten gebe, erklärte die für Menschenrechte zuständige Staatssekretärin Lía Limón. Man werde nun Fall für Fall prüfen, um genau festzustellen, wie viele davon einen kriminellen Hintergrund haben.

Die Liste war im November von der damals scheidenden Regierung des Präsidenten Felipe Calderón an dessen Nachfolger Enrique Peña Nieto übergeben worden. Sie bezieht sich auf Calderóns Amtszeit von 2006 bis 2012.

Calderón hatte den Kampf gegen die Drogenkartelle zu einem zentralen Punkt seiner Politik gemacht. Allerdings verschlechterte sich die Sicherheitslage in dieser Zeit weiter. Nach Schätzungen der neuen Regierung forderte der Drogenkrieg in Calderóns Amtszeit etwa 70.000 Menschenleben.

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