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8. Februar 2011, 12:15 Uhr

Ministerium und Behörden mauern

Das Verteidigungsministerium hält sich nach neuen Spekulationen über den Todesfall einer Kadettin auf der "Gorck Fock" zurück. Berichte, dass die junge Frau wegen Übergewichts nicht borddiensttauglich gewesen sein soll, wollte man nicht kommentieren. Doch es gibt bereits neue Vorwürfe gegen die Schiffsführung.

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Aufentern in die Takelage der "Gorch Fock". Bei einem solchen Manöver kam die junge Offiziersanwärterin zu Tode© Carsten Rehder/DPA

Bei den Ermittlungen im Fall der tödlich verunglückten Offiziersanwärterin auf der "Gorch Fock" sieht das Verteidigungsministerium jetzt die Staatsanwaltschaft am Zug. Dazu gehört auch die Frage, ob die 25-Jährige möglicherweise zu dick für den Dienst an Bord war. Ein Ministeriumssprecher verwies am Dienstag darauf, dass "alle relevanten Dokumente" an die Staatsanwaltschaft Kiel übergeben worden seien. Zum Inhalt der Papiere äußerte er sich mit Verweis auf die laufenden Untersuchungen nicht.

Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung soll die junge Frau wegen Übergewichts nicht "borddiensttauglich" gewesen sein. Die 1,58 Meter große Soldatin habe 83 Kilogramm gewogen. Damit hätte sie an der Übung, bei der sie im November aus der Takelage des Großseglers stürzte, gar nicht teilnehmen dürfen. Das Blatt stützt sich dabei auf einen Untersuchungsbericht der Marine.

Die Kieler Staatsanwaltschaft erklärte auf Anfrage: "Die Frage, unter anderem der Borddienstverwendungsfähigkeit der Offiziersanwärterin S., ist Gegenstand der staatsanwaltschaftlichen Prüfungen." Weitere Erklärungen würden zurzeit nicht abgegeben. Das Presse- und Informationszentrum der Marine im schleswig-holsteinischen Glücksburg lehnte jede Stellungnahme ab.

Probleme offenbar auch bei Einweisung der Vorgesetzten

Laut "Bild" hat es auch bei der Einweisung der Vorgesetzten Probleme gegeben. Der Unteroffizier, der zum Unfallzeitpunkt auf der sogenannten Bramsailing der "Gorch Fock" gestanden habe, sei erst am 5. November an Bord gekommen. "Eine Einweisung in seine Pflichten, Aufgaben, speziell während der Segelvorausbildung in der Takelage, hat nicht stattgefunden, da man der Meinung war, dass er wissen müsste, was er zu tun und zu lassen hat", zitiert die Zeitung aus dem Marine-Bericht.

Die "Gorch Fock" steht im Fokus, weil Offiziersanwärter der Stammbesatzung einen unsensiblen Umgang mit dem Tod der Kameradin und massive Drangsalierung der Kadetten bis hin zu sexuellen Nötigung vorgeworfen hatten. Eine Untersuchungskommission der Marine ist an Bord gegangen, um die Vorwürfe aufzuklären. Das Schiff befindet sich derzeit auf der Heimreise von Argentinien nach Deutschland. Mitte Februar soll es in Chile Zwischenstopp machen. Ende April/Anfang Mai wird die "Gorch Fock" zurück im Heimathafen Kiel erwartet.

kng/DPA
 
 
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