Der eiskalte Plan der Julia Merfeld

10. Juli 2013, 16:18 Uhr

Grausames Komplott: Julia Merfeld plant mit einem vermeintlichen Auftragskiller den Mord an ihrem Mann. Eine Kamera filmt das Gespräch und überführt die junge Mutter. Von Linda Richter

Es wäre toll, wenn sie es nicht im Haus machen. Das verursacht zu viel Dreck", sagt die Frau mit den kindlichen Gesichtszügen beiläufig. Julia Merfeld streift sich mit der Hand durchs Haar, sie lacht. Anscheinend ohne Gewissen plant sie im April den Mord an ihrem Ehemann. Dafür hat sie sich mit einem Auftragskiller in einem Auto getroffen. Er soll das für sie erledigen. Für 50.000 Dollar.

Was die 21-Jährige aus der Kleinstadt Muskegon im US-Bundesstaat Michigan nicht ahnt: Der vermeintliche Killer neben ihr ist eigentlich Polizist. Die Behörden filmen das Gespräch mit. Zwei Mal trifft sich Merfeld mit dem Mann. Beim letzten Treffen nehmen die Beamten sie fest. Sie kommt vor Gericht und plädiert Ende Juni auf schuldig. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft die Videos der Presse zur Verfügung gestellt. Eine US-Tageszeitung veröffentlichte die Mitschnitte auf ihrer Online-Seite "Mlive".

Banal kommt das Böse in den Videos daher. So fragt der verdeckte Ermittler Merfeld, warum sie ihren Mann töten lassen wolle. "Es ist nicht so, dass wir nicht miteinander auskommen", antwortet die Mutter zweier Kinder. "Es ist leichter als eine Scheidung." So müsse sie sich nicht vor ihrer Familie rechtfertigen. Vor Gericht gibt sie später zu, dass sie hinter der Lebensversicherung ihres Mannes im Wert von 400.000 Dollar her war.

Auf die Spur der Frau kamen die Behörden durch Carlos Ramos. Er jobbte zusammen mit Merfeld in einem Restaurant. Eines Tages weihte sie ihn ein. Am Anfang ging er davon aus, dass Merfeld Witze mache. Bis die Pläne konkreter wurden: "Sie bot mir 50.000 Dollar an, um ihr zu helfen", sagt der 31-Jährige. Daraufhin wendete er sich an die Polizei.

Merfeld wartet nun im Gefängnis auf die Urteilsverkündung Ende Juli. Ihr Mann steht trotz der Mordpläne hinter ihr: Der 27-Jährige bat das Gericht nach ihrem Geständnis, sie freizulassen. Der zuständige Richter William Marietti ignorierte das Anliegen. Er will die Strafe aber auf eine Mindestmaß von sechs Jahren ansetzen.

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