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16. August 2011, 12:45 Uhr

Zweites Leck an Ölplattform entdeckt

Aus der beschädigten Ölplattform "Gannet Alpha" strömt weiter Öl in die Nordsee. Seit Mittwoch sind laut dem Betreiberkonzern Shell mehr als 200 Tonnen Rohöl ausgetreten. Inzwischen wurde ein zweites Leck an der Anlage bemerkt.

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Die Plattform "Gannet Alpha" liegt rund 180 Kilometer vor der schottischen Küste bei Aberdeen© DPA

An der beschädigten Ölplattform "Gannet Alpha" des Konzerns Shell in der Nordsee ist ein zweites Leck entdeckt worden. Man arbeite daran, die undichte Stelle zu finden und zu reparieren, teilte der britisch-niederländische Ölriese mit. "Die Infrastruktur unter Wasser ist sehr komplex, und das Leck ist an einer komplizierten Stelle mit viel marinem Wachstum", sagte ein Sprecher. Zur Menge des an dem zweiten Leck auslaufenden Öls gab es keine Angaben. Es sei von einem Hubschrauber aus der Luft entdeckt worden.

Erstes Leck "so gut wie gestopft"

Das bereits bekannte Loch sei so gut wie gestopft, hieß es. Das Leck, das an einer Verbindungsstelle zwischen der Plattform und einer Leitung liegt, soll bereits am Mittwoch entdeckt worden sein. An der beschädigten Plattform vor Schottland sind bereits mehr als 200 Tonnen Öl in die Nordsee geflossen. Das Ausmaß sei schwer einzuschätzen, heißt es von Shell, aber bisher seien vermutlich 216 Tonnen ausgetreten. "Dies ist im Kontext der jährlich in die Nordsee auslaufenden Menge Öl eine signifikante Menge", hieß es in der Shell-Mitteilung. Man nehme den Fall sehr ernst. Zum Vergleich: Nach dem Untergang der von BP geleasten Ölplattform "Deepwater Horizon" im April 2010 waren 780 Millionen Liter Rohöl in den Golf von Mexiko gelaufen. 216 Tonnen sind rund 206.700 Liter.

Die britischen Behörden sprechen vom größten Unfall dieser Art seit mehr als einem Jahrzehnt. 2009 beispielsweise habe die komplette Menge Öl, die in die Nordsee geflossen sei, bei 50,93 Tonnen gelegen. Trotz Forderungen von Umweltschützern hatte Shell zunächst nicht beziffert, wie viel Öl austritt. Der Konzern hatte am Sonntag mitgeteilt, auf dem Wasser treibe eine 31 Kilometer lange Ölschicht mit einer maximalen Breite von 4,3 Kilometern. "Wir gehen davon aus, dass das Öl auf natürliche Weise durch die Wellenaktivitäten aufgelöst wird und keinen Strand erreichen wird", erklärte der größte Ölkonzern Europas.

Kaum Gefahr für deutsche Küsten

Nach Einschätzung des Havariekommandos in Cuxhaven ist es unwahrscheinlich, dass der Ölteppich auf der Nordsee auf die deutsche Küste zutreibt. Das aus einer Plattform vor der britischen Küste ausgetretene Öl bedecke etwa einen halben Quadratkilometer, sagte Sprecherin Ulrike Windhövel.

Beim Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie sei eine Prognose der Drift und damit der möglichen Ausbreitung angefordert worden. Nach bisherigen Informationen seien aus einer Verbindungsleitung 216 Tonnen Öl ausgelaufen. "Es ist kein Druck auf der Leitung", sagte Windhövel. In der Verbindung befanden sich insgesamt 1000 Tonnen. Zurzeit ströme noch etwa eine Tonne Öl pro Tag aus. Sollte das Öl entgegen der Annahme doch auf die deutsche Küste zutreiben, könnten mehrere Schiffe zur Bekämpfung des Teppichs eingesetzt werden.

Die Plattform "Gannet Alpha" liegt rund 180 Kilometer vor der schottischen Küste bei Aberdeen. Umweltschützer kritisierten die Förderung von Öl in der Nordsee und die Informationspolitik von Shell.

tkr/DPA
 
 
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