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19. Mai 2011, 06:42 Uhr

Strauss-Kahn - angeklagt und freigelassen

Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn kommt vorerst frei. Er wird streng überwacht und muss eine Kaution in einer Gesamthöhe von sechs Millionen Dollar hinterlegen. Zuvor wurde er offiziell angeklagt.

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"Rape is rape" - Vergewaltigung ist Vergewaltigung: Aktivistinnen vor dem IWF-Sitz in Washington© AFP

Der zurückgetretene IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn kommt vorerst frei. Allerdings hat ein New Yorker Gericht für den früheren Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) Auflagen gemacht, für die es bislang kein Beispiel gibt. Die von seinen Anwälten angebotene eine Million Dollar (700.000 Euro) Kaution in bar sind nur ein Teil eines ganzen Pakets, mit dem die Flucht des 62-Jährigen nach Frankreich verhindert werden soll. Strauss-Kahn wird der versuchten Vergewaltigung verdächtigt.

Unmittelbar nach dem Richterspruch am State Supreme Court in Manhattan musste der Franzose aber erst einmal wieder in seine Einzelzelle auf der Gefängnisinsel Rikers zurück. Die Tore öffnen sich erst, wenn die Million da ist. Zudem muss Strauss-Kahn aber noch fünf Millionen Dollar bereithalten, die er jedoch in Form von Bankbürgschaften hinterlegen kann.

Auf Schritt und Tritt überwacht

Der Franzose darf New York nicht verlassen. Eine Sicherheitsfirma wird damit beauftragt, jeden Schritt Strauss-Kahns zu überwachen. Die bewaffneten Sicherheitsleute sollen über jeden Besuch und jede Bewegung Protokoll führen. Alle Reisedokumente - Strauss-Kahn hat zwei Reisepässe - werden einbehalten. Selbst die Wohnung wird mit Videokameras ausgerüstet. Der Richter machte deutlich, dass der Politiker beim geringsten Verstoß wieder ins Gefängnis gehe.

Kurz zuvor hatte eine Grand Jury den 62-Jährigen offiziell angeklagt. Er soll versucht haben, ein Zimmermädchen zu vergewaltigen. Die 32-Jährige hatte am Tag zuvor mehrere Stunden vor der Grand Jury ausgesagt. Die Kammer prüft die von der Staatsanwaltschaft vorgelegten Beweise und urteilt dann, ob es zum Prozess kommt. Offiziell soll die Anklage bei einer nächsten Anhörung am 6. Juni vorgelegt werden. Strauss-Kahn kann dann auf schuldig oder nicht schuldig plädieren.

Frau und Tochter im Gerichtssaal

Strauss-Kahns Frau hat bereits ein Apartment für sich und ihren Mann gesucht. Beide werden in Manhattan wohnen, auf Schritt und Tritt bewacht von bewaffneten Wächtern und Kameras. Die Journalistin war am Montag in New York eingetroffen. Im Gerichtssaal wirkte sie tief betroffen, eine Tochter Strauss-Kahns aus einer früheren Ehe stützte sie. Erst mit dem Richterspruch hellte sich ihre Miene auf. Strauss-Kahn selbst sah müde aus. Er lächelte Frau und Tochter zu, als er sich setzte. Der 62-Jährige trug einen dunkelgrauen Anzug und ein offenes Hemd.

Dem früheren IWF-Chef wird vorgeworfen, am vergangenen Samstag das Zimmermädchen eines Hotels überfallen zu haben. Laut Anklage wollte er Oral- und Analsex erzwingen, die 32-Jährige habe aber leicht verletzt fliehen können. Strauss-Kahn, vor einer Woche noch einer der mächtigsten Männer der Welt, saß die letzten Tage in einer Einzelzelle auf Rikers Island, einer Gefängnisinsel im New Yorker East River mit 14.000 Insassen

dho/DPA/AFP/Reuters
 
 
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