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9. Januar 2008, 10:36 Uhr

US-Gesetz soll Amokläufe verhindern

Für die US-Waffenlobby ist es ein leichter Rückschlag: US- Präsident George W. Bush hat ein Gesetz unterzeichnet, das es psychisch Kranken und Kriminellen erschwert, Waffen zu kaufen. Damit sollen Amokläufe, wie zueltzt an der Virginia Tech University, verhindert werden.

Einen Totenwache halten Studenten der Virginia Tech nach dem Amoklauf ihres Kommilitonen. Am 17. April 2007 hatte Cho Seung-Hui 33 Menschen erschossen© Kevin Lamarque/Reuters

Es war der blutigste Amoklauf in der Geschichte der USA: am 16. April 2007 erschießt ein aus Südkorea stammender Student 32 Kommilitonen und Lehrer der Virginia Tech University und sich selbst. Vorher hatte ein Gericht den Studenten für psychisch krank befunden, eine Waffe konnte er sich trotzdem kaufen. So etwas soll in Zukunft nicht mehr möglich sein: US-Präsident Bush hat ein Gesetz unterzeichnet, dass psychisch kranken Menschen den Kauf von Waffen erschwert. Demnach sollen Informationen über Kriminelle und Geistesgestörte von den US-Bundesstaaten an eine zentrale Datenbank weitergeleitet werden. Ziel ist, Waffenverkäufe an solche Personen zu verhindern. Um das System zu entwickeln, sollen den US-Staaten 1,3 Milliarden Dollar bereitgestellt werden.

Reformen der Waffengesetzgebung waren bisher am Widerstand der National Rifle Organisation (der US-Waffenlobby) gescheitert. Bush und die Partei der Republikaner gelten als strenge Gegner jeglicher Gesetze, die den Waffenbesitz kontrollieren. Nach dem Vorfall an der Virginia Tech kam die Debatte jedoch neu in Gang. "Hätte es das Gesetz früher gegeben, hätten die Leben der 32 Studenten gerettet werden können", sagte der demokratische Senator Chuck Schumer, einer der Initiatoren des Gesetzes.

Mordrate in den USA höher als in anderen Ländern

In den USA werden jährlich 350.000 Verbrechen mit Schusswaffen begangen, über 11.000 Menschen werden dabei getötet. Damit liegt die Rate der Morde mit Schusswaffen deutlich über der vergleichbarer Länder. Den Zugang zu Waffen regeln Bundesgesetze, Gesetze der einzelnen Staaten und kommunale Vorschriften. Der zweite Zusatzartikel zur Verfassung hält seit mehr als 200 Jahren das "Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen" fest. Beschränkt hat dieses Recht erstmals das so genannte Brady-Gesetz im Jahre 1994.

AP
 
 
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