2. September 2012, 14:52 Uhr

Deutscher stirbt in Flammen-Inferno

Verheerende Waldbrände verwüsten an der Costa del Sol weite Landstriche. In den Flammen kam auch ein 54-Jähriger Deutscher ums Leben. Seine Leiche wurde in der Nähe des Badeortes Marbella gefunden.

Spanien, Costa del Sol, Waldbrand, Waldbrände, Deutscher, Südspanien

Die Flammen lodern an der Costa del Sol: Feuerwehrmänner versuchen den Brand zu löschen.©

Bei den Waldbränden an der südspanischen Costa del Sol ist ein Deutscher ums Leben gekommen. Das Todesopfer ist ein 54-jähriger Mann, wie die spanische Presseagentur Europa Press unter Berufung auf die Regierung der Provinz Málaga am Samstag berichtete.

Zunächst hatte es geheißen, dass der Tote ein 78 Jahre alter Brite sei. Die verkohlte Leiche des Brandopfers war am Freitag in einer Scheune unweit des Badeortes Marbella gefunden worden. Die Leiche sei zur Identifizierung in das gerichtsmedizinische Institut von Málaga übergeführt worden.

Behörden gehen von Brandstiftung aus

Am Samstag waren die Brände nach ersten Löscherfolgen örtlich wieder aufgeflackert. An einigen Stellen war es der Feuerwehr in der Nacht zum Samstag gelungen, die Flammen unter Kontrolle zu bringen. Dies teilte der Umweltbeauftragte der Regierung der Region Andalusien, Luis Planas, am Samstag mit. Zuvor hatte die regionale Brandschutzbehörde berichtet, das Feuer sei schon überall unter Kontrolle. Die Behörden gehen von Brandstiftung aus.

Mehr als 300 Feuerwehrleute und Freiwillige waren am Samstag weiter im Einsatz, um das Feuer zu löschen. Die etwa 150 von der Zentralregierung in Madrid entsandten Soldaten wurden abgezogen, nachdem die Behörden die Alarmstufe im betroffenen Gebiet senkten. Schwer zugängliches Gelände behindert die Löscharbeiten. An mehreren Stellen können nur Flugzeuge und Hubschrauber eingesetzt werden.

Fünf Verletzte mussten ins Krankenhaus

Der Brand war am Donnerstag bei Coín im Sierra-Negra-Gebirge ausgebrochen und hatte sich wegen des starken Windes und der hohen Temperaturen blitzschnell ausgebreitet. Nach vorläufigen Schätzungen hat das Feuer eine Fläche von mindestens 1000 Hektar zerstört. Die Zeitung "La Opinión de Málaga" zitierte sogar Quellen, die von bis zu 5000 Hektar sprachen. Die verbrannte Waldfläche liegt in einem ökologisch wertvollen Gebiet.

Die bis zu 15 Metern hohen Flammen zerstörten auch eine bisher unbekannte Zahl von Häusern. In den vornehmen Außenbezirken des Badeortes Marbella wurden mehrere Villen ein Raub der Flammen. Fünf weitere Menschen wurden mit Verbrennungen oder Rauchvergiftung in Krankenhäuser gebracht. Unter ihnen war eine Mutter mit zwei Kindern, die in eine Höhle geflüchtet waren.

Das Feuer griff auch auf ein Landgut des Schlagersängers Julio Iglesias über. "Wie durch ein Wunder wurde das Wohnhaus nicht beschädigt", sagte der Musiker, der sich zur Zeit des Feuers nicht in der Gegend aufgehalten hatte, der Zeitung "Sur". "Aber der gesamte Baumbestand wurde vernichtet. Das ist für mich eine Tragödie, denn ich hatte die Bepflanzung vor Jahren mit meinen eigenen Händen angelegt", sagte Iglesias.

Seit Jahresbeginn zerstörten die Brände in Spanien nach Angaben des Agrarministeriums etwa 153.000 Hektar Wald. Das ist dreimal so viel wie im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres.

kgi/DPA
 
 
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