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Neue Flammenherde in Südeuropa und Kanada

Weiter wüten in Südeuropa verheerende Waldbrände. Auf der Ferieninsel Elba fielen 750 Hektar Grünfläche den Flammen zum Opfer. In Kanada verursachten schwere Gewitter neue Brandherde.

Wegen anhaltender Hitze und Trockenheit sind in Europa immer mehr Wälder durch Brände bedroht. In Spanien mussten am Donnerstagabend 2500 Menschen auf der Flucht vor den Flammen ihre Häuser und Campingplätze verlassen. Auch in weiten Teilen Norditaliens wüten Brände. Allein auf der Mittelmeerinsel Elba fielen den Flammen 750 Hektar Land zum Opfer. Auch in Portugal flammen die Waldbrände im Landesinneren immer wieder auf. Auch aus Russland, Kroatien und Frankreich werden immer wieder Brände gemeldet.

Weitere Hitzetote in Spanien

Im Südwesten Spaniens starben erneut zwei Menschen an den Folgen der Hitze. In der Provinz Càceres erlagen zwei ältere Frauen den Folgen eines Hitzschlags. Damit erhöhte sich die Zahl der Hitze-Toten in Spanien seit dem vorigen Wochenende auf 17. In Katalonien mussten wegen eines Waldbrandes mehrere Siedlungen geräumt werden. Die Flammen konnten jedoch nach kurzer Zeit gelöscht werden. Niemand wurde verletzt.

Auf Elba 750 Hektar Wald zerstört

Auf der italienischen Mittelmeerinsel Elba wurden am Donnerstag 750 Hektar Wald- und Buschland durch Feuer vernichtet. Auch Teile der ligurischen Stadt Genua lagen nach wie vor unter dichten Rauchwolken. Zeitweise mussten hunderte Bewohner am Stadtrand ihre Häuser verlassen. Allerdings waren die meisten Feuer am Abend weitgehend unter Kontrolle, berichtete das staatliche Fernsehen. Ein Sprecher des Zivilschutzes sagte, viele Brände seien das Werk von Brandstiftern. Durchgreifende Abkühlung sei aber nicht in Sicht: Fast in ganz Italien werde es auch am Wochenende bis an die 40 Grad heiß.

Oft gezeilte Brandstiftung

In Portugal gehen die Behörden davon aus, dass rund ein Drittel der Waldbrände aus wirtschaftlichen Interessen gelegt wurde. Dort sind inzwischen 400 Polizisten auf der Jagd nach Brandstiftern; sechs junge Leute und ein ehemaliger Feuerwehrmann seien bereits als mutmaßliche Feuerteufel festgenommen worden, teilte die Polizei mit.

Verheerende Brände durch Gewitter in Kanada

Nicht die Hitze, sondern schwere Gewitter mit gezählten 1500 Blitzen verursachten in der kanadischen Provinz British-Columbia schwere Brände. Feuerwehrleute, Soldaten und freiwillige Helfer kämpfen an mehr als 1000 Fronten gegen die vernichtenden Feuerwalzen. Für die Nacht sagten Meteorologen weitere Gewitter und heftige Windböen für den am schlimmsten betroffenen Süden von British-Columbia voraus.

Fieberhafte Einsatz der Feuerwehr

Derweil gelang es der Feuerwehr, einige Brände in der benachbarten Provinz Alberta unter Kontrolle zu bringen. Dadurch konnten etwa 1000 Bewohner des historischen Bergwerkortes Hillcrest am Crowsnest Pass (Krähennest-Pass) im Südwesten Albertas wieder zurück nach Hause. Die Flammen hatten sich ihrem Ort am Samstag bis auf 500 Meter genähert und die Evakuierung erzwungen. Hoffnung gibt es inzwischen auch für die ebenfalls 1000 Einwohner des benachbarten Blairmore, die zurzeit noch in Notunterkünften verharren. Das "veränderte Verhalten" des Feuers erlaube den Feuerwehrleuten, aggressiver vorzugehen, schrieb die Zeitung.

Die Bewohner mehrerer kleiner Berggemeinden im Umkreis von Stadt Kamloops (British-Columbia) müssen sich nach Einschätzung von Feuerexperten möglicherweise noch Wochen in Geduld üben. Sie waren am vergangenen Freitag evakuiert worden, als sich die Feuerwalze ihren Häusern mit einer Geschwindigkeit von fünf und mehr Kilometern genähert hatte.

Situation "verheerend"

Der Ministerpräsident von British-Columbia, Gordon Campbell, erklärte nach einer Besichtigung des am schlimmsten betroffenen Ortes Louis Creek, 50 Kilometer nördlich von Kamloops, das Feuer habe "kein Leben in dem Gebiet zurückgelassen". Die Szenerie sei "verheerend", sagte Campbell in der Nachrichtensendung Newsworld des Fernsehsenders CBC. Die Häuser von Louis Creek seien «praktisch alle vernichtet". Man könne sich das gewaltige Ausmaß dieser Brände nicht vorstellen, wenn man es nicht mit eigenen Augen gesehen habe, sagte Campbell weiter.

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