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27. November 2009, 15:17 Uhr

"Ob es stimmt, wissen Männer nie"

Nach der Enthüllung von Verleger Jakob Augstein, dass nicht der verstorbene "Spiegel"-Gründer Rudolf Augstein sondern Martin Walser sein leiblicher Vater ist, meldet sich der 82-jährige Schriftsteller zu Wort.

Jakob Augstein, Martin Walser, Rudolf Augstein

Martin Walser entwickelt in seinen Werken ein Faible für Anti-Helden© Britta Pedersen/DPA

Der Schriftsteller Martin Walser hat bestätigt, dass er der Vater des Journalisten und Verlegers Jakob Augstein ist. Auf die Frage, ob es stimme, antwortete Walser der Deutschen Presse-Agentur (dpa): "Ob es stimmt, wissen Männer nie. Allerdings sei es auch keine Enthüllung. "Neu ist es überhaupt nicht", so Walser. Eindeutig äußerte sich der 82-Jährige in der Illustrierten "Bunte". "Ja, Jakob Augstein ist mein Sohn."

Von Walser war bisher bekannt, dass er vier Töchter im Alter zwischen 42 und 57 Jahren hat. Auch sie sind im Literaturbetrieb tätig. Probleme gebe es in der Familie nicht. "Jakob ist in unserer Familie seit langem angekommen, hat ein prächtiges Verhältnis zu unseren Töchtern. Ich mag ihn sehr, sehr gern. Das ist keine Kunst. Er ist ja auch sehr liebenswürdig", betonte Walser.

Jakob Augstein hatte am Donnerstag die Vater-Sohn-Beziehung öffentlich gemacht: Er habe es als Erwachsener von seiner Mutter Maria Augstein, geborene Carlsson, erfahren. Sie habe Rudolf Augstein und Walser einst miteinander bekanntgemacht, sagte der 42-Jährige der Medienseite von "Berliner Zeitung" und "Frankfurter Rundschau". Der 2002 verstorbene "Spiegel"-Gründer Rudolf Augstein ist demnach nur sein gesetzlicher Vater.

Mutter kritisiert Entscheidung ihres Sohnes

Maria Augstein bestätigte die Aussagen ihres Sohnes. Der "Bild"-Zeitung sagte sie: "Ich finde, Jakob hat sich keinen Gefallen getan. Die Beteiligten haben bisher den Mund gehalten. Jetzt hat er es herausposaunt." Von der Affäre mit Walser habe ihr Mann immer gewusst. "Ich habe Rudolf nicht betrogen. Er hat von Anfang an alles gewusst und war überhaupt nicht eifersüchtig", wird sie zitiert. Frank Augstein und seine ältere Schwester Franziska wurden noch vor der Heirat mit dem ehemaligen "Spiegel"-Chef geboren. Die Ehe habe aber nicht lange gehalten. Ihr Sohn habe erst nach Augsteins Tod die Wahrheit über seinen leiblichen Vater erfahren. "Jakob hat nach einem Treffen mit Martin Walser eine gewisse Ähnlichkeit festgestellt, und da hat er mich gefragt", sagte sie.

Zu Unstimmigkeiten zwischen Walser und Rudolf Augstein sei es ob dieser Konstellation aber nie gekommen. "Ich habe mit Rudolf Augstein nie irgendeine Spannung erlebt. Als ich ihn zuletzt in Südfrankreich besuchte, haben wir uns, fand ich, großartig verstanden und auch nicht schlecht unterhalten", sagte Walser.

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (1 von 1)
 
jo--jo (27.11.2009, 17:28 Uhr)
Irgendwie...
... banal ;-)
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