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Mindestens 18 Tote bei Anschlag auf Militärkonvoi in Ankara

In Ankaras Regierungsviertel Cankaya hat es eine schwere Explosion gegeben. Bei dem mutmaßlichen Autobomben-Anschlag auf einen Militärkonvoi sind mindestens 18 Menschen ums Leben gekommen. Über die Zahl der Verletzten gibt es unterschiedliche Angaben.

Löscharbeiten nach dem Anschlag

Nach der Explosion einer Autobombe in Ankara versuchen Feuerwehrleute, den Brand zu löschen

Die Zahl der Toten bei dem Bombenanschlag auf einen Konvoi der Armee in der türkischen Hauptstadt Ankara ist auf mindestens 18 gestiegen. Das teilte ein Mitarbeiter des Innenministeriums mit. Das Büro des Provinzgouverneurs teilte nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu mit, 45 Menschen seien bei der Explosion einer mutmaßlichen Autobombe verletzt worden. Das Gesundheitsministerium gab dagegen bekannt, 61 Personen seien verletzt worden.

Die Armee hat den Anschlag auf Soldaten in der türkischen Hauptstadt Ankara bestätigt. Ziel des "Terroranschlags" seien mehrere Fahrzeuge gewesen, die Angehörige der Streitkräfte transportiert hätten, teilte das Militär am Mittwochabend mit. Zu der Detonation sei es gekommen, als die Fahrzeuge gegen 18.30 Uhr (Ortszeit/17.30 MEZ) an einer Ampel gehalten hätten. Es handele sich um einen "niederträchtigen und verräterischen Angriff". Das Militär bestätigte, dass unter den nach Regierungsangaben mindestens fünf Toten Soldaten seien. Genaue Angaben machte die Armee nicht. 

Davutoglu sagt Brüssel-Besuch ab

Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte nach dem Anschlag seinen Besuch in Brüssel zu Gesprächen über die Flüchtlingskrise ab, wie der Sender CNN Türk berichtete. Davutoglu wollte am Donnerstag in Brüssel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem griechischen Regierungschef Alexis Tsipras zusammenkommen.

Der türkische Justizminister Bekir Bozdag sprach bei Twitter von einem "Terrorangriff" und verurteilte die Tat. Den Angehörigen der Opfer sprach er sein Beileid aus. Die Regierung verhängte aus Gründen der "nationalen Sicherheit" eine Nachrichtensperre, die aber nicht offizielle Verlautbarungen betrifft.

Bislang kein Bekennerschreiben

Zu der Detonation kam es im Regierungsviertel Cankaya vor dem Hauptquartier der Luftwaffe in der Nähe des Parlaments. Auf Fernsehbildern waren ein großes Feuer und zahlreiche Krankenwagen zu sehen. Über Ankara stieg eine Rauchwolke auf. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag.

Türkische Sicherheitskräfte sind in den vergangenen Monaten immer wieder Ziel von Anschlägen der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK geworden. Gegen die PKK gehen die Sicherheitskräfte seit Mitte Dezember mit einer Offensive in der Südosttürkei vor.

Allerdings wurden in der Vergangenheit Anschläge in der Türkei auch der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) oder linksterroristischen Gruppen angelastet. Im vergangenen Monat riss ein Selbstmordattentäter in Istanbul elf deutsche Touristen mit in den Tod. Die Regierung machte den IS für diese Tat verantwortlich.

tkr/DPA/DPA/Reuters
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