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"Ein Verrückter"

Absperrgitter und Metallteile flogen herum, als ein Auto in die Berliner Fanmeile raste, nach jüngsten Meldungen wurden 25 Menschen verletzt - allerdings nur leicht. Der Fahrer wollte mit der Aktion offenbar Aufmerksamkeit erzielen.

Der VW-Polo mit Berliner Kennzeichen war Richtung Brandenburger Tor unterwegs, als er plötzlich die Absperrung der Fanmeile durchbrach. Nach kurzem Schleudern kam das Auto vor der Haupttribüne zum Stehen. 25 Menschen wurden durch herumfliegende Metallteile und Absperrgitter leicht verletzt, elf davon in Krankenhäuser gebracht. Darunter war ein elfjähriger Junge, der sich wahrscheinlich mehrere Rippen gebrochen hat. Der Fahrer, ein deutscher Staatsbürger indischer Herkunft, blieb nach Polizeiangaben unverletzt. Gegen ihn werde wegen versuchten Totschlags ermittelt. Er werde voraussichtlich im Laufe des Tages dem Haftrichter vorgeführt sagte ein Polizeisprecher. Das Auto sei auf Sprengstoff untersucht worden - ohne Ergebnis.

"Es hätte schlimmer kommen können", sagte der Berliner Senatssprecher Michael Donnermeyer. Details zu dem Unfallfahrer wollte er nicht preisgeben. In Medienberichten hieß es, der Mann sei 33 Jahre alt und habe eine 55-jährige Frau auf dem Beifahrersitz gehabt. Er ist "offensichtlich mit Absicht" in die Fanmeile gerast, so Berlins Innensenator Ehrhart Körting. Der Mann sei vermutlich ein Mensch, der "andere verletzen oder Aufmerksamkeit erzielen wolle". Aber, so Körting: "Wir sollten uns von einem Verrückten nicht grundsätzlich das Lebensgefühl vorschreiben lassen."

Show must go on

Für die letzte WM-Woche seien keine Verschärfungen der Sicherheitsvorkehrungen geplant. "Wir bieten den bestmöglichen Schutz der Fanmeile", sagte Donnermeyer. Auch Innensenator Körting meinte, es mache keinen Sinn, Volksfeste mit Betonblöcken zu schützen. "Solche Taten sind nicht auszuschließen", sagte er. Erst Ende Mai hatte ein 16-jähriger nur einige hundert Meter entfernt nach der Eröffnung des neuen Berliner Hauptbahnhofes 33 Menschen niedergestochen. Dies hatte eine Debatte um die Sicherheit bei der WM ausgelöst.

So fand auch das Klassikkonzert unter dem Motto "Orchestermusik rund um die Welt und den Fußball" wie geplant vor dem Brandenburger Tor statt - nur wenige Meter vom Unfallort entfernt. Dies sei ausdrücklicher Wunsch der Musiker gewesen, sagte Körting. Ein Sprecher der Veranstalter sagte, man lasse sich durch solche Ereignisse nicht die gute Laune nehmen. Bei freiem Eintritt spielte Dirigent Ingo Metzmacher mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin für einige tausend Fußballfans auf - als Abschluss des offiziellen Kulturprogramms zur Weltmeisterschaft.

Die Berliner Fanmeile ist das größte Festgelände, das in Deutschland zur WM eingerichtet wurde. Da am Sonntag keine WM-Spiele stattfanden, hielten sich deutlich weniger Besucher dort auf als an Spieltagen. Zu den vergangenen Spielen der deutschen Nationalmannschaft waren rund 750.000 Menschen auf die Fanmeile geströmt. In den vergangenen drei Wochen kamen insgesamt nach Angaben des Senats bereits über sechs Millionen Besucher.

DPA/Reuters/DPA/Reuters

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