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Zwei Züge stoßen auf eingleisiger Strecke frontal zusammen - mehrere Tote

Es ist 6.40 Uhr, als in Oberbayern auf der Strecke zwischen Kolbermoor und Bad Aibling zwei Züge zusammenstoßen. Den Rettern an der Unglücksstelle bietet sich ein Bild des Grauens. Mehrere Menschen wurden getötet, etliche schwer verletzt.

Rettungskräfte in Bad Aibling

Sämtliche Rettungskräfte der Region sind beim Zugunglück in Bad Aibling, auch österreichische Helfer sind auf dem Weg

Nach dem schweren Zugunglück in Oberbayern hat die Polizei die Zahl der Opfer aktualisiert: Bei dem Zusammenstoß zweier Nahverkehrszüge in der Nähe von Bad Aibling sind am Dienstagmorgen vier Menschen ums Leben gekommen, es gab etwa 90 Verletzte. Unter ihnen sind 40 Schwer- und 15 Schwerstverletzte, wie ein Polizeisprecher vor Ort sagte. Er schloss nicht aus, dass sich weitere Tote in den Trümmern befinden. Die Rettungskräfte hatten auch drei Stunden nach dem Unglück an einer schwer zugänglichen Stelle keinen kompletten Überblick.

Laut Bahn kollidierten zwei Meridian-Züge des Betreibers Transdev auf eingleisiger Strecke. Bei dem frontalen Zusammenstoß verkeilten sich die Triebwagen. Ein Zug entgleiste, mehrere Waggons stürzten um.  Die Polizei hat unter 08031/2003180 ein Bürgertelefon eingerichtet.

"Der Unfall ist ein riesen Schock für uns. Wir tun alles, um den Reisenden, Angehörigen und Mitarbeiter zu helfen", sagte laut Pressemitteilung Bernd Rosenbusch, Geschäftsführer der Bayerischen Oberlandbahn GmbH (BOB), die den Meridian betreibt.


Die Bergungsarbeiten laufen Angaben eines Polizeisprechers zufolge auf Hochtouren. Sämtliche Rettungskräfte aus der Regionen wurden an der Unfallstelle zusammengezogen, um Verletzte aus den Zügen zu bergen und zu versorgen. In der Nähe des Ortseinganges standen acht Hubschrauber auf einer Wiese, zahllose Rettungswagen waren unterwegs zur Unglücksstelle. Bei den Bergungsarbeiten half auch die Wasserwacht, die die Verletzten von der direkt an dem Flüsschen Mangfall gelegenen Unfallstelle an das gegenüberliegende Ufer brachte.

Österreich hilft mit Rettungskräften

Das österreichische Bundesland Tirol stellt Bayern zur Bewältigung des schweren Zugunglücks Rettungskräfte und Notarzthubschrauber zur Verfügung. Mitarbeiter des Roten Kreuz seien alarmiert und auf dem Weg zur Unglücksstelle, berichtete die Landesregierung am Dienstag. Die Leitstelle Rosenheim habe außerdem bereits vier Notarzthubschrauber angefordert. Auch das Krankenhaus in Kufstein nahe der deutschen Grenze stehe für die Übernahme und Versorgung von Verletzten bereit.

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  Helfer bergen Leichen an der Unglücksstelle. Den Rettungskräften bot sich vor Ort ein "erschreckendes Bild", wie Verkehrsminister Alexander Dobrindt sagte.

Helfer bergen Leichen an der Unglücksstelle. Den Rettungskräften bot sich vor Ort ein "erschreckendes Bild", wie Verkehrsminister Alexander Dobrindt sagte.

Strecke München-Rosenheim komplett gesperrt

Nach dem schweren Zugunfall ist die betroffene Strecke komplett gesperrt worden. Stattdessen sollten zunächst Busse den Schienenersatzverkehr zwischen Rosenheim und Holzkirchen übernehmen, wie die BOB mitteilte.

"Die Hilfeleistung steht an erster Stelle", sagte ein Polizeisprecher. "Die Ursachenforschung beginnt parallel. Zur Unglücksursache können wir momentan noch gar nichts sagen." Die Strecke Holzkirchen-Rosenheim gehört zur Deutschen Bahn, die auch das Stellwerk in Bad Aibling betreibt. An der Strecke gibt es eine sogenannte Punktförmige Zugbeeinflussung (PZB), die einen Zug automatisch abbremst, wenn ein rotes Signal überfahren wird.

tkr/DPA/AFP/Reuters
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