Mobile Ansicht
Wechseln Sie für eine bessere
Darstellung auf die mobile Ansicht
Weiterlesen Mobile Ansicht
HOME

So funktioniert das Sicherheitssystem PZB

Bei dem Zugunglück von Bad Aibling prallten zwei Züge auf einer eingleisigen Strecke frontal aufeinander. Eigentlich darf das nicht passieren - das soll das Sicherheitssystem PZB verhindern. Welche Technik steckt dahinter?

Rotes Signal

Fährt ein Zug an einem roten Hauptsignal vorbei, bremst das PZB ihn automatisch

Je schneller Züge auf einer Strecke fahren dürfen, desto höher sind die Anforderungen an zusätzliche Sicherungstechnik, die menschliche Fehler ausbügeln soll - denn auch Bremswege werden länger. Bis Tempo 160 wird die "Punktförmige Zugbeeinflussung" (PZB) eingesetzt. Installiert ist sie nach Angaben der Deutschen Bahn als Betreiberin des Schienennetzes auch auf der eingleisigen Strecke in Bayern, auf der am Dienstag zwei Züge frontal zusammenstießen.

Bei dem PZB-System empfängt ein Gerät im Zug Signale von Magneten im Gleisbett - diese sind mit einem ersten Vorsignal und dem 1000 Meter weiter stehenden Hauptsignal verkabelt. Fährt der Zug an einem grünen Licht vorbei, darf er mit unverminderter Geschwindigkeit weiterfahren, es gibt keine Beeinflussung durch das PZB.

Steht das Hauptsignal aber auf Rot, zeigt dies auch bereits das Vorsignal an. Der Lokführer muss mit einer Taste bestätigen, dass er dies bemerkt hat, sonst bremst ihn die Technik ab. Rollt der Zug über das rote Hauptsignal, wird ebenfalls eine Zwangsbremsung ausgelöst. Das System kann auch eingreifen, wenn Züge etwa in engen Kurven die Geschwindigkeit nicht wie vorgeschrieben gedrosselt haben.

Bad Aibling: PZB wurde vor einer Woche kontrolliert

Das 33.000 Kilometer lange Gleisnetz ist nach Bahn-Angaben inzwischen zu mehr als 96 Prozent mit PZB ausgestattet. Wo schneller als Tempo 160 gefahren wird, werden Fahrtdaten nicht nur punktuell, sondern ständig technisch kontrolliert. Diese "Linienzugbeeinflussung" (LZB) kann ebenfalls automatische Bremsungen auslösen. Eingleisig sind etwa 15.000 Kilometer des deutschen Gleisnetzes.

Im Fall des Zugunglücks von Bad Aibling war das System PZB laut der Deutschen Bahn erst vor rund einer Woche technisch überprüft worden. Dabei habe es keine Probleme gegeben, sagte der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für Bayern, Klaus-Dieter Josel, am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Bad Aibling. Das PZB-System zeichnet automatisch alle Daten auf. Daher sollte sich bald aufklären lassen, wie es zu dem Unfall kommen konnte.

tkr/DPA
täglich & kostenlos
Täglich & kostenlos

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Partner-Tools