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Bergung der beiden Unfallzüge angelaufen

Einen Tag nach dem schweren Zugunglück in Bad Aibling beginnen die Retter mit den Aufräumarbeiten. Nun suchen die Ermittler nach der Unglücksursache. Der Tag im Überblick.

Durchsuchung Stellwerk Bad Aibling

Polizisten betreten das Fahrdienstleiter-Stellwerk Bad Aibling

Was hat das katastrophale Zugunglück von Bad Aibling ausgelöst? Dieser Frage gehen die Ermittler einen Tag nach dem Frontalzusammenstoß zweier Züge in Oberbayern nach. Die ersten Trümmerteile sollen vom Unglücksort abtransportiert werden. Verwirrung herrschte um die Frage, ob noch ein Mensch in den Trümmern vermisst wird. Der Tag im Überblick.

+++ 16.31 Uhr: Bergung der Züge angelaufen +++

"Die Bergung kommt schrittweise voran", teilt die Bahn mit. Die ineinander verkeilten Züge sollen getrennt und dann in Teilen geborgen werden. Zwei Spezialkräne aus Fulda und Leipzig waren dafür nach Oberbayern gefahren. Die Notfallkräne haben nach DB-Angaben eine Tragkraft von 160 und 60 Tonnen. Die geborgenen Teile sollen nach Kolbermoor und Bad Aibling transportiert werden. Die Bahn geht davon aus, dass die Bergung der beiden Unfallzüge mindestens zwei Tage dauert. Anschließend soll die Fahrbahn repariert und die Oberleitung wieder montiert werden.

+++ 15.58 Uhr: Gottesdienst zum Gedenken an Opfer geplant +++

In einem ökumenischen Gottesdienst wollen die Menschen in Bad Aibling in den nächsten Tagen der Opfer der Zugkatastrophe gedenken. Der Gottesdienst werde frühestens am Sonntag stattfinden, sagt der erste Bürgermeister von Bad Aibling, Felix Schwaller.

+++ 15.13 Uhr: Fahrdienstleiter wohl im Fokus der Ermittlungen +++

Die Hinweise auf ein Fehlverhalten des Fahrdienstleiters beim Zugunglück von Bad Aibling verdichten sich nach Angaben aus Ermittlerkreisen. "Die Untersuchungen gehen in Richtung des Fahrdienstleiters", sagt ein mit den Ermittlungen Vertrauter der Nachrichtenagentur Reuters. Die eingleisige Strecke sei für beide Züge freigegeben worden, obwohl die Systeme in solchen Fällen immer warnten.
Ein Sprecher der Bundespolizei will sich allerdings nicht auf menschliches Versagen festlegen. "Das können wir nicht bestätigen. Es wird in alle Richtungen ermittelt", sagt er. Die bayerische Kriminalpolizei erklärte, die Ermittlungen seien kompliziert, aufwendig und zeitraubend. Unter anderem werde in den Zugwracks noch nach dem dritten Fahrtenschreiber gesucht. Zahlreiche Zeugen, vor allem Fahrgäste, müssten vernommen werden.

+++ 15.12 Uhr: Pressekonferenz schon beendet +++

Nach Seehofer sprechen noch Vertreter aus dem Landkreis, die sich bei Ministerpräsident Seehofer für seinen Besuch am Unglücksort danken. Und dann ist die Pressekonferenz auch schon vorbei.

+++ 15.04 Uhr: Landtag befasst sich mit Unglück +++

Der Bayerische Landtag wird sich in der kommenden Woche mit dem verheerenden Zugunglück von Bad Aibling befassen. In Absprache mit allen Fraktionen soll das Thema am Donnerstag (18.
Februar) auf die Tagesordnung des Verkehrsausschusses kommen. Das teilt der Ausschussvorsitzende Erwin Huber mit. "Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt den Angehörigen der Opfer", erklärt der CSU-Politiker. Bis zur Sitzung des Ausschusses erwarte man sich nun Aufschluss "über Auswirkungen und Ursachen und über sonstige Konsequenzen, die aus dem schlimmsten Zugunglück in Bayern seit 40 Jahren zu ziehen sind".

+++ 15.00 Uhr: Journalisten stellen erste Fragen +++

Die erste Frage gilt Seehofers Äußerung zur Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin in einem Interview mit der "Passauer Neuen Presse". Seehofer fordert den Fragesteller auf, das Interview zu lesen und nicht die Interpretation dessen, was aus seinen Äußerungen gemacht werde. Dann kommt eine Frage zu der Konkurrenzsituation und dem Druck, unter dem Privatbahnen stehen. Seehofer spricht sich dafür aus, dass am Tag nach dem Unglück die Ermittlungen zur Unglücksursache abgewartet werden.

+++ 14.54 Uhr: Pressekonferenz mit Horst Seehofer beginnt +++

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) beginnt in Bad Aibling seine Pressekonferenz. Er spricht den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus, hofft auf schnelle Genesung der Verletzten und dankt den Rettungskräften für ihren Einsatz unter ungeheuer schwierigen Bedingungen. Die Zusammenarbeit habe hervorragend funktioniert. "Man ist ganz verstört, wenn man diese Bilder noch mal sieht, diese Knäuel." Die Ermittlungen müssten nun zeigen, welche Konsequenzen gezogen werden müssen, "um solche Tragödien noch ein Stück unwahrscheinlicher zu machen". Bei dem schweren Zusammenstoß zweier Pendlerzüge waren am Dienstag zehn Menschen gestorben und Dutzende verletzt worden.

+++ 14.24 Uhr: Bislang kein Hinweis auf technischen Fehler +++

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) rechnet damit, dass die dritte sogenannte Blackbox aus den bei Bad Aibling verunglückten Zügen noch am Nachmittag geborgen werden könnte. Ohne eine Analyse der Daten dieses Fahrtenschreibers, der ähnlich wie in Flugzeugen Informationen über das Fahrzeug sammelt, sei eine Klärung des Hergangs schwierig. Zwei dieser Boxen seien bereits geborgen worden. Nach der bisherigen Auswertung gebe es keine Hinweise auf einen technischen Fehler oder Fehler bei der Signalbedienung durch einen der Lokführer, sagt Dobrindt in Bad Aibling im Sender n-tv vor einer Pressekonferenz. "Das sagt aber noch nichts darüber aus, was am Ende der Untersuchung stehen wird", sagt Dobrindt. Bisher sei die Ursache noch unklar.

+++ 13.54 Uhr: Neun identifizierte Opfer Männer +++

+++ 13.50 Uhr: GDL-Chef: Vier Lokführer in den Unglückszügen +++

In den Führerständen der in Bayern verunglückten Züge waren nach Angaben der Lokführergewerkschaft GDL jeweils zwei Lokführer anwesend. Die regulären Lokführer seien in beiden Zügen von Lehrlokführern begleitet worden, sagt der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky der Nachrichtenagentur DPA in Berlin. Lehrlokführer sind Ausbilder. Einer von ihnen besaß nach Worten Weselskys die Berechtigung, Prüfungen abzunehmen.

+++ 13.36 Uhr: "Kein dringender Tatverdacht gegen Fahrdienstleiter" +++

Nach ersten Vernehmungen der Polizei ergibt sich kein dringender Verdacht gegen den Fahrdienstleiter. "Wir wehren uns vehement gegen dieses Gerücht", sagt Polizeisprecher Jürgen Thalmeier am Unglücksort im Hinblick auf entsprechende Berichte. Zwar könne ein Fehler oder Vergehen des Diensthabenden auch nicht ausgeschlossen werden; die Ermittlungen stünden noch am Anfang. Doch sei der Fahrdienstleiter bereits unmittelbar nach dem Zusammenstoß zweier Regionalzüge am Dienstag befragt worden. Daraus ergebe sich "noch kein dringender Tatverdacht", betont Thalmeier.

+++ 13.10 Uhr: Seehofer und Dobrindt vor Ort +++

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) macht sich gemeinsam mit Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) vor Ort ein Bild vom Zugunglück.

+++ 13.05 Uhr: Polizei durchsucht wohl Stellwerk Bad Aibling +++

Ermittler durchsuchen das Stellwerk in Bad Aibling, in dem normalerweise der Fahrdienstleiter arbeitet. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung".

+++ 12.51 Uhr: Keine Kinder und Jugendlichen unter den Opfern +++

Wie die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf einen Polizeisprecher berichtet, sind inzwischen neun der insgesamt zehn Opfer identifiziert. Unter den Toten befinden sich demnach keine Kinder oder Jugendlichen. Alle neun Opfer seien "Männer zwischen 24 und 60 Jahren", zitiert die "SZ" den Sprecher. Der zehnte Leichnam werde derzeit identifiziert. Auch bei ihm soll es sich vom Anschein her "nicht um ein Kind oder einen Jugendlichen " handeln, berichtet die Zeitung.

+++ 12.44 Uhr: Ministerin dankt für Blutspenden +++

Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) dankt Blutspendern nach dem schweren Zugunglück in Oberbayern für ihre Hilfsbereitschaft. "Hunderte Menschen haben am Faschingsdienstag spontan Blut gespendet und dafür langes Warten in Kauf genommen", sagt sie in München. "Jeder Blutspender hilft dabei, Menschenleben zu retten." Huml dankt auch den Ersthelfern, Ärzten und Pflegern in den Krankenhäusern

+++ 12.23 Uhr: Arzt berichtet von Verletzungen der Opfer +++

Ein behandelnder Arzt äußert sich über die Art der Verletzungen der Opfer. "Es war das ganze Spektrum vorhanden, Knochenbrüche, innere Verletzungen, alles." Auch schwere Schädel-Hirn-Traumata seien bei solch schweren Unfällen üblich. Mit Rücksicht auf den Schutz der Betroffenen will sich das Krankenhaus Agatharied in Hausham jedoch nicht konkret zu den Verletzungen der bei ihnen behandelten Patienten äußern. Generell gelte mit Blick auf die Dauer des Krankenhausaufenthaltes bei vergleichbaren Verletzungen: "Zwei Wochen aufwärts, da ist aber keine Grenze gesetzt - je nach Verlauf."

+++ 12.06 Uhr: Seehofer: "Tragödie für das ganze Land" +++

Vor der Begutachtung der Unglücksstelle kommt Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer mit Rettungskräften von Feuerwehr, Rotem Kreuz und Bergwacht zusammen. Er zeigt sich erschüttert über das Zugunglück. "Eine Tragödie für das ganze Land, Bayern trauert", sagt Seehofer. "Es ist eine schwere Zeit für uns alle", fügt er hinzu.

+++ 11.32 Uhr: Staatsanwaltschaft schweigt zur Unglücksursache +++

Die Staatsanwaltschaft Traunstein äußert sich nicht weiter zum Stand der Ermittlungen. "Zur genauen Ursache können derzeit noch keine Aussagen getroffen werden, die Ermittlungen stehen hier noch am Anfang", heißt es in einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Oberbayern. Zu Informationen, wonach das Zugunglück auf menschliches Versagen zurückzuführen sein soll, will die Staatsanwaltschaft nichts sagen.

+++ 11.22 Uhr: Menschliches Versagen hat wohl das Unglück ausgelöst +++

Wie die "Süddeutsche Zeitung" aus "einer gut informierten Quelle" erfahren haben will, gerät der Fahrdienstleiter immer mehr in den Fokus der Ermittlungen zur Unglücksursache. Der Zeitung zufolge soll er das Sicherungssystem außer Kraft gesetzt haben, das normalerweise mindestens einen der Züge automatisch stoppt. Als er seinen Fehler bemerkte, sei es zu spät gewesen, um das Unglück noch zu verhindern, heißt es im Artikel der "SZ".

+++ 10.42 Uhr: Bergung wird mindestens zwei Tage dauern +++

Die Bergung der Unglückszüge wird nach Einschätzung der Rettungskräfte noch mindestens zwei Tage dauern. Sie erwarten zwei Bergezüge mit Kränen aus Fulda und Leipzig, wie der Einsatzleiter der Feuerwehr, Wolfram Höfler, sagt. Zunächst sollten Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks (THW) mit schwerem Schneidegerät versuchen, die Triebköpfe auseinanderzuschneiden und danach die Züge voneinander zu trennen. Ungefähr hundert Helfer sind im Einsatz.

+++ 10.37 Uhr: Claudia Roth besucht Unglücksort +++

Die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Claudia Roth (Grüne), will den Unglücksort heute ebenfalls besuchen.

+++ 10.36 Uhr: Warten auf den Staatsanwalt +++

Die Bergungskräfte warten darauf, dass der Staatsanwalt die Unfallstelle freigibt.

+++ 10.19 Uhr: Bahn-Chef tief bestürzt +++

Bahn-Chef Rüdiger Grube äußert sich erschüttert über das Zugunglück: "Wir sind tief bestürzt über den Unfall. Den Verletzten und den Angehörigen der Unfallopfer gehört unser tiefes Mitgefühl", sagt Grube laut einer Mitteilung der Bahn. "Ich habe bereits der Bayerischen Oberlandbahn GmbH meine Betroffenheit zum Ausdruck gebracht. Selbstverständlich unterstützen wir die ermittelnden Behörden bei der Aufklärung der Unfallursache. Ich möchte den Rettungskräften und allen Helfern vor Ort für ihren schweren Einsatz ausdrücklich danken." Grube wird gegen 11 Uhr am Unglücksort erwartet.

+++ 10.11 Uhr: Erster Kran steht bereit +++

Ein erster Spezialkran der Deutschen Bahn ist am Unfallort eingetroffen, teilt das Unternehmen mit. Der Kran aus Fulda habe eine Tragkraft von 160 Tonnen. Zudem gehörten fünf Module inklusive Werkstatt und Aufenthaltsmöglichkeiten für die Einsatzkräfte zu dem Gerät. Ein weiterer Kran aus Leipzig mit einer Tragkraft von 75 Tonnen steht auf Abruf bereit.

+++ 09.37 Uhr: Bahn-Chef Grube reist nach Bad Aibling +++

Bahnchef Rüdiger Grube fährt zum Ünglücksort nach Bad Aibling.
Gemeinsam mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) wolle Grube sich ein Bild von der Lage machen, heißt es bei der Deutschen Bahn. Der Besuch am Unglücksort ist für 11.00 Uhr geplant.

+++ 09.01 Uhr: Alle Verletzten werden wohl überleben +++

Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd ist zuversichtlich, dass alle Verletzten überleben werden. "Wir dürfen optimistisch sein."

+++ 08.49 Uhr: Polizei erwartet kein weiteres Opfer +++

Die Polizei rechnet nicht mit weiteren Todesopfern. "Es sieht momentan so aus, dass keine weiteren Todesopfer hinzukommen", sagt eine Polizeisprecherin. Es werde auch keine Person mehr vermisst.

+++ 08.29 Uhr: Letztes Opfer wohl tot, aber noch nicht gefunden +++

Das Schicksal des letzten Vermissten ist nach wie vor unklar.
Entgegen erster Angaben vom Morgen wurde die Person weder gefunden noch geborgen, betont der Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim, Andreas Guske. Die Helfer gingen aber davon aus, dass sich ein weiterer Mensch unter den Trümmern befinde und nicht mehr am Leben sei. Die Einsatzzentrale hatte am Morgen berichtet, dass die sterblichen Überreste des Vermissten gefunden worden seien.

+++ 08.12 Uhr: Polizei dementiert, dass letztes Opfer gefunden sei +++

Retter setzen die Suche nach einem vermissten Insassen fortgesetzt. Eine Polizeisprecherin dementiert Berichte, wonach ein elftes Todesopfer aus den Trümmern geborgen worden sei. Das Opfer werde weiter "in den Trümmern vermutet", sagt die Sprecherin der Nachrichtenagentur AFP. Es bestehe "nicht viel Hoffnung", es lebend zu bergen.

+++ 07.19 Uhr: Elftes Todesopfer gefunden +++

Nach dem Zugunglück im oberbayerischen Bad Aibling ist ein letzter Vermisster tot gefunden worden. Damit kamen bei dem Zusammenstoß zweier Regionalzüge elf Menschen ums Leben, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Rosenheim sagt.

+++ 03.50 Uhr: Seehofer will Unglücksstelle besuchen +++

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) will um 11.00 Uhr die Unglücksstelle besuchen und mit den Rettungskräften sprechen.

+++ 03.45 Uhr: Bergung der Zugwracks soll beginnen +++

Mit schwerem Gerät soll am Morgen damit begonnen werden, die Zugwracks zu entfernen.

+++ 03.42 Uhr: Ermittler suchen Unglücksursache +++

Nach dem schweren Zugunglück in Bayern konzentrieren sich die Ermittlungen nun auf die Suche nach der genauen Unglücksursache. Erste Ermittlungen hatten ergeben, dass die Tragödie im oberbayerischen Bad Aibling durch menschliches Versagen ausgelöst worden war. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstagabend aus zuverlässiger Quelle.

tkr/mod/DPA/Reuters/AFP
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